(openPR) Würzburg, 08. März 2013. Kaum eine Branche hat in den letzten 10 Jahren einen so großen Wandel erlebt wie die Energieversorgungsbranche. Aber ein Blick in die Zukunft lohnt: Es warten immer neue Herausforderungen, die den Markt stets bewegen. INTENSE AG beantwortet Fragen zu den wichtigsten Neuerungen und Entwicklungen auf dem Markt.
Andreas Solf und Dominik Panzer, Prozess- und IT-Berater der INTENSE AG, mit zusammen über 14 Jahren Erfahrung im Energiemarkt und Schwerpunkten in den Bereichen Prozessberatung, Marktkommunikation, EDM sowie der Konzeption und Implementierung von Monitoring-Lösungen im Gespräch mit Christiana Köhler-Schute.*
Guten Tag Herr Panzer, guten Tag Herr Solf. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen Ihrer Kunden im SAP IS-U-Umfeld?
Hr. Solf: In der Vergangenheit waren dies vor allem die fristgerechten Umsetzungen der Anforderungen der Bundesnetzagentur. Hierbei blieben aber oft darüber hinausgehende Projekte aufgrund des hohen Zeitdrucks auf der Strecke. Durch inzwischen eingespielte Teams und neue Standards gibt es immer geringere Anpassungsbedarfe und viele unserer Kunden konzentrieren sich jetzt verstärkt auf bisher ausstehende Optimierungs- und Harmonisierungsprojekte.
Wer langfristig am Markt Erfolg haben will, muss hier sicherlich investieren. An welcher Stelle sehen Sie dabei die größten Optimierungspotenziale?
Hr. Solf: Unsere Kunden stehen vor allem prozessual vor vielen offenen Fragen: Laufen die Prozesse im Unternehmen flüssig? Wie viele Lieferantenwechsel können teambezogen monatlich tatsächlich fallabschließend durchgeführt werden? Wie stehen die Unternehmemsabteilungen aktuell da? Gibt es Engpässe, die beseitigt werden müssen? Wie viele Prozessfehler müssen korrigiert werden?
Die strategische Ebene und die Unternehmensführung bedienen sich meist immer komplexerer Auswertungen auf einer stark aggregierten Ebene. Diese sind oft nicht im SAP IS-U ausführbar und nur schwer auf die operativen Prozesse des Tagesgeschäftes herunterbrechbar. Somit existiert eine Lücke zwischen dem Monitoring des strategischen und dem des operativen Geschäftes, die es zu schließen gilt. Wenn Sie ein tagesaktuelles Monitoring zur Qualitätssicherung benötigen, das schnell und detailliert Informationen liefert sowie zusätzliche Bearbeitungsoptionen im Fehlerfall bietet, sind klassische Informationssysteme oft zu träge und komplex. Optimaler Weise integriert sich ein Prozess-Monitoring nahtlos in die SAP-Systemlandschaft und macht die Kernprozesse transparent und für alle Ebenen bewertbar. Diese Optimierungspotenziale sollten zuerst genutzt werden.
Das klingt gut, aber gibt es hierfür die berühmte „Silver Bullet“ auf dem Markt – das „one-size-fits-all“-System?
Hr. Panzer: Nein, so etwas existiert sicherlich nicht, dafür sind die Implementierungen der Kunden zu komplex und individuell. In unseren Projekten haben wir allerdings einige kritische Erfolgsfaktoren für ein nahtloses Monitoring identifizieren können:
Es muss eine für den Kunden ausreichende Monitoring-Granularität möglich sein, um eine möglichst hohe Anzahl von Prozessschritten und -status tracken zu können. Somit bekommt der Kunde die gewünschte maximale Transparenz.
Die Lösung muss sich schnell an wandelnde Prozesse der Kunden anpassen können und wartbar bleiben, so dass auch zukünftige Anpassungen wie die Marktformatwechsel zum 01.04./01.10. das Monitoring nicht negativ beeinflussen.
Die Lösung muss ein End-2-End Monitoring bieten, um auch komplexe Prozesse, optimaler Weise über Systemgrenzen hinweg, nachverfolgen zu können.
Ein starker Partner ist nötig, der über Jahre hinweg Weiterentwicklung und Support garantieren kann. Wir haben Tools gesehen, die an den Anforderungen des Marktes zerbrochen sind und letztendlich eingestellt werden mussten.
Das von SAP gelieferte SAP Business Process Tracking for Utilities (SAP BPT) erfüllt mit seiner freien Konfigurierbarkeit all diese kritischen Erfolgsfaktoren und schließt die Lücke zwischen operativem und strategischem Geschäft.
Zusätzlich rechnen wir damit, dass die SAP-Komponenten IDEX Common Layer für die Prozesskonfigurationen, Business Process Exception Management (BPEM) für die Fehlerbearbeitung und BPT für das übergreifende Monitoring in Zukunft immer mehr verschmelzen werden, bis sie eine strategische Einheit bilden. Damit stellt SAP BPT für uns langfristig den größten Kundennutzen dar.
Das ist interessant, SAP BPT scheint ein wirklich guter Ansatz zu sein. Wie funktioniert es und wie hebt es sich von anderen Monitoring-Lösungen am Markt ab?
Hr. Solf: Initial wird immer der zu überwachende Geschäftsprozess modelliert und es werden sogenannte fachliche und technische Überwachungspunkte festgelegt. An diesen Überwachungspunkten werden dann im SAP „Agenten“ eingebaut, die den Prozessfortschritt analysieren. Innerhalb des SAP BPT sieht der Anwender in der Einzelsicht, wie sich eine Prozessinstanz, z. B. der Lieferantenwechsel für einen spezifischen Kunden, schrittweise weiterentwickelt. In der ebenfalls verfügbaren aggregierten Sicht sind die Summe aller gleichartigen Prozessinstanzen und deren Status dargestellt. Damit ist direkt ersichtlich, an welchen Prozessschritten die meisten Fehler auftreten, Fristen bald überschritten werden oder an welchen Stellen es zu Engpässen in der Prozessbearbeitung kommen kann. Somit erlauben die Informationen aus SAP BPT gezielt die Steuerung und Priorisierung der Fehlerbehebung und zusätzlich die Abarbeitung von fehlerhaften Prozessinstanzen.
Bedeutet dies also, dass jeder Prozess prinzipiell abbildbar ist?
Hr. Solf: Das ist richtig. Der Kunde kann selbst entscheiden, an welchen Punkten er Agenten zur Prozessüberwachung einsetzt. Dies ermöglicht die komplett individuelle Abbildung der Prozesse. Dabei sind auch Drittsysteme, wie z. B. EAI-Systeme für die IDoc-Überwachung oder ZFA-Systeme, integrierbar. Wir empfehlen hierbei, mit einem Prozess in seiner Grundausprägung zu starten und diesen dann schrittweise zu detaillieren. Alternativ können auch zuerst Prozessteile, wie z.B. die IDoc-Erstellung und der Versand, gemonitored werden, die dann sukzessiv erweitert werden können.
Wie sieht das SAP BPT aus Anwendersicht im System aus?
Hr. Panzer: Es existiert eine übergeordnete Analysesicht für alle im BPT überwachten Prozesse und deren Gesamtstatus. Hier ist sichtbar, wie viele Prozessinstanzen aktuell aktiv sind und ob sie sich in einem fehlerfreien oder fehlerhaften Status befinden. Auf einer tieferen Ebene existiert eine grafische Darstellung des betrachteten Prozesses mit einem entsprechenden Status pro Prozessinstanz. Auf granularster Ebene, d. h auf Ebene einer einzelnen Prozessinstanz, lassen sich Stammdaten anzeigen und eine Transaktion zur Fehlerfallbearbeitung durch den Anwender hinterlegen.
SAP BPT ist also kein reines Prozessmonitoring, sondern bietet auch Ansatzpunkte zur Fehlerkorrektur?
Hr. Solf: Ja, das ist richtig. Die Intense AG hat speziell den Bereich der Fehlerkorrektur begutachtet und bietet hierfür zusätzliche AddOns an, mit denen sich Fehlerbearbeitung und -analyse in den Prozessen noch weiter optimieren lassen. Durch ihre freie Konfigurierbarkeit dienen sie dazu, trotzt der Dynamik in den EVU-Prozessen mit diesen Schritt halten zu können. Somit entfallen aufwendige Anpassungen an den Bearbeitungsfrontends bei sich ändernden Prozessen.
Hr. Panzer: Beispielweise bietet die Intense AG mit dem BPT JumpOff eine Bearbeitungslösung, die dem Anwender pro Prozessschritt gezielt definierbare Absprünge zur Bearbeitung anbietet und die somit die Analyse und Korrektur stark beschleunigt. Im BPT JumpOff können sowohl kundeneigene Transaktionen und Reports, als auch die bewährten Intense Add-Ons wie RMS, BPMS, DLM und DAP eingebunden werden.
Das hört sich sehr vielversprechend an. Wie läuft eine SAP BPT-Einführung mit der INTENSE AG ab?
Hr. Solf: Die INTENSE AG hat ein speziell auf SAP BPT abgestimmtes Vorgehensmodell: Unsere Kunden können vorgelagert zum eigentlichen Projekt mit einem SAP BPT-Quickcheck eine Kurzevaluierung mit Aufwandsschätzung durchführen lassen. Hierzu nutzen wir eine vordefinierte Kombination aus Fragebögen, Workshops und Systemanalysen.
Das eigentliche Einführungsprojekt beginnt mit Kundenworkshops zur Festlegung der zu monitorenden Prozesse und des Detailierungsgrades des Monitorings. Anschließend werden die Agentenmatrizen, d. h. Überwachungspunkte und Metriken konzipiert sowie die möglichen Bearbeitungstransaktionen zugeordnet. In der anschließenden Realisierungsphase werden iterativ die Prozesse an das SAP BPT angebunden und dem Kunden zum Test zur Verfügung gestellt. Unserer Erfahrung nach bindet ein agiles Vorgehensmodell durch frühzeitig ausgelieferte Fragmente den Kunden optimal mit ein und verhindert so böse Überraschungen. Nach dem eigentlichen Go-live bietet die Intense AG eine Produktivbegleitung und -analyse an und hilft, Prozessengpässe zu identifizieren und zu beheben. Die Einführung von SAP BPT ist der erste Schritt eines stetigen Optimierungszykluses.
Herr Solf, Herr Panzer - vielen Dank für das informative Gespräch.
Hr. Solf: Sehr gerne - bei Fragen können Sie sich natürlich jederzeit an uns wenden.
Hr. Panzer: Sehr gerne.
*Das Interview führte Christiana Köhler-Schute, Herausgeberin von zahlreichen Fachpublikationen zu aktuellen IT-Themen u. a. in der Energiewirtschaft.
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