openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Niedrige Zinsen verursachen gemischte Gefühle

22.02.201308:47 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Seit dem 05. Juli 2012 liegt der EZB-Leitzins bei 0,75 Prozentpunkten. Die Federal Reserve Bank der USA (FED) hält den Leitzins bereits seit dem 16.12.08 bei 0,25 Prozentpunkten. Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Finanzmarktakteuren am 06.09.12 signalisiert, daß keinem Staat und keiner Großbank die Zahlungsunfähigkeit droht. Denn erforderlichenfalls werde die EZB Anleihen „bedrohter“ Staaten aufkaufen und so dafür sorgen, daß sich diese zu niedrigen Zinsen refinanzieren können. Auch Banken sollen bei drohender Zahlungsunfähigkeit unbegrenzt Kredite von der Zentralbank erhalten.



Spekulanten können dank dieser Versicherung durch die EZB risikofrei Anleihen von überschuldeten Staaten kaufen und Kursgewinne einstreichen. Die der Banken- und Staatsschuldenkrise zugrundeliegenden Probleme werden dadurch zwar nicht gelöst, immerhin wird aber die Währungsunion (vorübergehend) stabilisiert. Leider sind die Nebenwirkungen dieser Symptomkur nicht unerheblich.

Die erste Nebenwirkung sehen wir am deutschen Immobilienmarkt. Interessenten für ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung bekommen sie ebenso zu spüren wie Mieter: Billiges Geld strömt in großen Mengen in Stein und Beton und treibt die Preise hoch. Künstlich niedrig gehaltene Zinsen sind ein Anreiz zur Verschuldung. Investoren gehen im Vertrauen darauf, daß es so weitergehe, größere Risiken ein. Wenn die Zinsen aber wieder steigen – und das werden sie zwangsläufig, weil die großen Mengen frisch geschöpften billigen Geldes letztlich auch zur Geldentwertung führen – kommen viele Schuldner in Schwierigkeiten.

Banken erzielen durch niedrige Zinsen Buchgewinne, weil die Kurse der von ihnen gehaltenen Anleihen steigen. Darüber freuen sich vor allem unrentable Geldhäuser, deren Liquidität chronisch angespannt ist. Gerade die sollten aber rekapitalisiert werden oder schließen.

Niedrige Zinsen machen auch Sparern keine Freude. Für den Aufbau einer Altersversorgung müssen bei realen Negativzinsen in derzeitiger Höhe erheblich mehr Mittel aufgebracht werden – Geld, das die wenigsten haben. Denn nach Abzug der Inflationsrate haben Sparer real weniger Geld auf dem Konto als vorher. Deshalb wird weniger gespart und der Konsum steigt. Auch unüberlegter Konsum, Verschwendung fällt leichter, und auf Kredit wird manches gekauft, was man sich eigentlich gar nicht leisten kann. Man lebt auf Kosten der Zukunft. Geld auszugeben, das keinen Ertrag mehr bringt und real sogar weniger wird, können sich aber nur die wirklich leisten, die das Geld eigentlich gar nicht brauchen.

An den strukturellen Problemen Europas, der USA, Japan und einiger anderer Länder können die Notenbanken mit immer mehr billigem Geld nichts ändern. Politiker und Notenbanker spielen dieses gefährliche Spiel lediglich, um Zeit zu gewinnen, weil sie die Krise nicht lösen können.

Niedrige Zinsen und der Glaube, sie blieben so niedrig, führen auch zu Fehlinvestitionen bei Unternehmen und – vor allem – auf den Finanzmärkten, die doch gerade das größte Teilproblem des gegenwärtigen Debakels sind. Investiert wird, weil die Rechnung infolge der geringen Zinsen aufgeht. Investoren wie Spekulanten gewöhnen sich an die Verfügbarkeit billigen Geldes wie Junkys an seinen Stoff. Und nicht zu vergessen: Regierungen können bei niedrigen Zinsen leichter Schulden machen und brauchen sich weniger anzustrengen, um ihre Haushalte in Ordnung zu bringen und strukturelle Reformen durchzuführen.

Die schädliche Niedrigzinspolitik und die unbegrenzte Geldvermehrung aber aufzugeben, um ihre Nebenwirkungen zu vermeiden, brächte erhebliche Entzugserscheinungen mit sich. Ein erster Vorgeschmack darauf sind die Kurseinbrüche bei Aktien, Industrierohstoffen und Edelmetallen nachdem bekannt wurde, daß es in der FED erste Überlegungen gäbe, das Volumen der Käufe von Treasuries und Hypotheken- Papieren von monatlichen 85 Mrd. Dollar allmählich zurückzufahren.

Die Banken leben gut am Niedrigzins-Subventionstropf von EZB und FED. Sie haben sich offensichtlich schon so daran gewöhnt, daß sie gar nicht mehr ohne die jederzeitige Verfügbarkeit billigen Geldes auskommen.

Wie sähe es wohl mit der Solidität der Bankbilanzen und der Solvenz zahlreicher Schuldner aus, wenn die Zinsen zum Beispiel auf einen der wirtschaftlichen Situation Deutschlands angemessenen Zinssatz stiegen? Sehr wahrscheinlich wäre mit erheblichen Kreditausfällen und einem konjunkturellen (Anpassungs-)Abschwunge zu rechnen. Auch die Finanzierung der im Verhältnis zu den Einnahmen immer noch viel zu hohen Staatsausgaben würde sich gegenüber heute beträchtlich verteuern. Je länger die Niedrigzinsphase andauert, desto heftiger wird die Anpassungskrise ausfallen – im Extremfall als Absturz in die Depression. Deshalb bleibt EZB und FED zunächst gar nichts anderes übrig, als immer mehr Geld zu drucken. Die Zinsen werden mit zunehmender Inflation allmählich zwangsläufig steigen.

Es wird im günstigsten Fall noch Jahre dauern, bis die jetzt fünf Jahre alte Banken- und Staatschuldenkrise überwunden ist und – im günstigsten Fall auch – ihre Ursachen beseitigt sind. Während dieser Zeit müssen die Politiker für eine soziale Stabilisierung der Gesellschaften sorgen. Differenzierte Überlegungen dazu stellt eine Abhandlung mit dem Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer – Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ dar. Sie ist als eBook im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital, (www.read.ruedenauer.de) erschienen (ISBN 978-3-943788-18-1) und für 9,95 Euro in allen guten (Internet-)Buchhandlungen sowie beim Verlag erhältlich.

In dieser Abhandlung geht es zwar nicht um die Lösung der Banken- und Staatsschuldenkrise und um die Frage, wie deren Wiederholung vermieden werden kann. Sie zeigt aber auf, wie unsere Gesellschaft unter anderem durch intelligentere Organisation der Finanz- und Sozialsysteme stabiler und menschlicher werden könnte. Damit liefert sie Denkanstöße und Anregungen, die den verantwortlichen Politikern in den kommenden voraussichtlich schwierigen Jahren sehr nützlich sein können.

Daß Deutschland bisher so gut durch die Krise gekommen ist, darf nicht den Glauben nähren, es sei ja alles gar nicht so schlimm. Opfer wurden und werden von der Bevölkerung auch hier erbracht – von den Schwächsten. Aber deren Zahl steigt kontinuierlich. Niemand sollte sich deshalb in falscher Sicherheit wiegen. „Was den beutekapitalistischen Lobbydemokraturen eine fragwürdige Stabilität verleiht, ist die Trägheit der Massen mit ihrer Schafsmentalität.“ (Prof. Querulix, Volksmund) „Der Kluge ist der, welchen die scheinbare Stabilität nicht täuscht und der noch dazu die Richtung, welche der Wechsel zunächst nehmen wird, vorhersieht.“ Arthur Schopenhauer)

Im ungünstigsten Fall, wenn die Politiker sich als unfähig erweisen, die wirtschaftlichen Folgen ihrer Krisen-„Bewältigung“ für die Bevölkerung abzufedern, wird Europa möglicherweise in eine wirtschaftliche und soziale Krise stürzen, wie sie zuletzt unsere Großeltern und Urgroßeltern erlebt haben. Dann wäre politisch und sozial wohl wieder alles möglich.

READ Pressestelle

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 700292
 91

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Niedrige Zinsen verursachen gemischte Gefühle“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von READ - Rüdenauer Edition Autor Digital

Bild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führenBild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Führungskräfte verbringen nicht selten mehr als 3 Tage der Woche in Besprechungen; der Zeitaufwand dafür steigt erfahrungsgemäß mit ihrer hierarchischen Position. Es liegt deshalb nahe, alles daran zu setzen, Besprechungen und Konferenzen so produktiv wie möglich zu gestalten. Die wichtigste Frage, die vor der Einberufung einer jeden Besprechung oder Konferenz beantwortet werden muß lautet: Ist ein Gruppengespräch unter den gegebenen Bedingungen notwendig oder wenigstens zweckmäßig? Kann das vorliegende Thema bzw. die vorliegende Aufgabe in …
Bild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen GeldwirtschaftBild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Die Börsenkurse spiegeln derzeit nicht annähernd die realwirtschaftliche Situation der Unternehmen wider, sondern die Wirkung der von der EZB erzeugten Schwemme kostenlosen Geldes. Dessen Empfänger suchen verzweifelt nach möglichst lukrativen Verwendungsmöglichkeiten für den kostenlosen Geldsegen. Diejenigen, die Zugang zu Zentralbankgeld zum derzeitigen Minustarif haben, „leiden“ besonders an diesem Anlagenotstand. Leider rechtfertigt die realwirtschaftliche Lage weltweit schon lange nicht mehr die derzeitigen Aktienkurse und die Hoffnung a…

Das könnte Sie auch interessieren:

Kredite umschulden – Vorfälligkeitsentschädigung sparen
Kredite umschulden – Vorfälligkeitsentschädigung sparen
… Kapitalanleger in Europa. Sie können derzeit nur mit minimalsten Zinsen rechnen. Was des einen Leid, ist des anderen Freud. Wer einen neuen Kredit benötigt freut sich über niedrige Zinsen. Aber Altkredite sollten überprüft werden. Wer noch einen alten Kredit mit hohen Zinsen bedienen muss, für den kann sich das Umschulden des Kredites richtig lohnen. …
Bild: Warum Kompromisse? Die Sorgloshypothek der HannoverschenBild: Warum Kompromisse? Die Sorgloshypothek der Hannoverschen
Warum Kompromisse? Die Sorgloshypothek der Hannoverschen
… günstige Zinsen und hohe Sondertilgungsmöglichkeiten wie bei einem Volltilgerdarlehen. Zugleich bietet die Sorgloshypothek die Vorzüge eines Konstantdarlehens: Lange Laufzeiten und niedrige Raten. Hannover, 23.06.2010 - Viele Bauherren möchten die historisch niedrigen Zinsen möglichst lange festschreiben, aber zugleich die Option für hohe Sondertilgungsmöglichkeiten …
Bild: Warten mit der Anschlussfinanzierung? – Oder lieber doch nicht?Bild: Warten mit der Anschlussfinanzierung? – Oder lieber doch nicht?
Warten mit der Anschlussfinanzierung? – Oder lieber doch nicht?
Das aktuell äußerst niedrige Zinsniveau für Immobiliendarlehen hat den einen oder anderen Immobilienbesitzer schneller zu seiner erträumten Immobilie gebracht, als er es jemals vermutet hätte. Die niedrigen Zinsen ermöglichen eine höhere Tilgung, die eine schnellere Entschuldung der Immobilie mit sich bringt. Wohl dem, der die Gunst der Stunde nutzen …
Bild: „Wer ins Eigenheim will, sollte jetzt schnell sein“Bild: „Wer ins Eigenheim will, sollte jetzt schnell sein“
„Wer ins Eigenheim will, sollte jetzt schnell sein“
… Zinsen fallen wieder. Mittelfristig werden sie – vom heutigen Standpunkt aus – allerdings wieder steigen. Wir raten unseren Kunden deshalb, sich die derzeit noch niedrigen Zinsen langfristig zu sichern. Mit unserem Angebot „VobaOption10+10“ bieten wir unseren Kunden eine Zinssicherheit von bis zu 20 Jahren. Frage: Wie funktioniert das? Häberlen: Zunächst …
Bild: Rekord-Tief der Bau-Zinsen lässt Baufinanzierung boomenBild: Rekord-Tief der Bau-Zinsen lässt Baufinanzierung boomen
Rekord-Tief der Bau-Zinsen lässt Baufinanzierung boomen
Unsere Bauherren können sich bei Griechenland bedanken. Die Krise des Landes sorgt bei uns für äußerst niedrige Zinsen und ist, angesichts der attraktiveren Baukredite, Anlass genug für Jubelstimmung bei deutschen Häuslebauern. Die Spatzen pfeifen es erneut von den Dächern: Wir haben wieder niedrige Bauzinsen! Doch die meisten Bauwilligen können bei …
Bild: Geld anlegen mit hoher Rendite in Zeiten niedriger Zinsen - Teil 2: Wer profitiert von den Niedrigzinsen?Bild: Geld anlegen mit hoher Rendite in Zeiten niedriger Zinsen - Teil 2: Wer profitiert von den Niedrigzinsen?
Geld anlegen mit hoher Rendite in Zeiten niedriger Zinsen - Teil 2: Wer profitiert von den Niedrigzinsen?
… Sparer in einer nahezu zinslosen Welt. Daher fragen sich viele Menschen: Wieso sind die Zinsen so niedrig, wie lange bleibt es so und welche Folgen haben die dauerhaft niedrigen Zinsen? Rentiert es sich überhaupt noch Geld anzulegen, wenn die Zinsen so niedrig sind? Gibt es trotzdem noch Anlagen mit hoher Rendite? Unsere Themenreihe geht auf all diese …
Bild: Baufinanzierung: Trotz günstiger Zinsen auf Sicherheit achtenBild: Baufinanzierung: Trotz günstiger Zinsen auf Sicherheit achten
Baufinanzierung: Trotz günstiger Zinsen auf Sicherheit achten
Hamburg, 09.04.2014 – Das derzeit niedrige Zinsniveau macht es mehr Haushalten als noch vor einigen Jahren möglich, ein Eigenheim zu erwerben. Dennoch ist Vorsicht geboten, um bei einem Zinsanstieg nicht in Not zu geraten. Eine Finanzierung von 150.000 Euro (60% Beleihung, 2% anfängliche Tilgung, 20 Jahre Zinsbindung) ist derzeit schon mit rd. 600 Euro …
Bild: Die Inflation ist schon angekommenBild: Die Inflation ist schon angekommen
Die Inflation ist schon angekommen
… in München und Region kann eine inflationäre Preisentwicklung nicht mehr verleugnet werden. Sie wird nur nicht bewusst wahrgenommen. Auslöser dafür sind die außergewöhnlich niedrigen Zinsen von teilweise deutlich unter 3%. Der Erwerber einer Immobilie kann durch die niedrigen Zinsen ein wesentlich höheres Darlehen bedienen und somit einen höheren Kaufpreis …
Bild: Leitzins historisch tief – Senkung von Zinsen für Tagesgeld erwartetBild: Leitzins historisch tief – Senkung von Zinsen für Tagesgeld erwartet
Leitzins historisch tief – Senkung von Zinsen für Tagesgeld erwartet
… Leitzins gibt an, zu welchem Zins sich Banken Geld von der EZB leihen können und ist ein Instrument zur Steuerung des Geld- und Kapitalmarkts. Ein niedriger Zins sorgt für niedrige Kreditzinsen, allerdings auch für niedrige Guthabenzinsen, beispielsweise für Tagesgeld. „In der Folge der Leitzinssenkung werden wahrscheinlich auch die Zinsen für Tagesgeldkonten …
Bild: Gute Nachrichten für Immobilienkäufer – die Zinsen bleiben niedrigBild: Gute Nachrichten für Immobilienkäufer – die Zinsen bleiben niedrig
Gute Nachrichten für Immobilienkäufer – die Zinsen bleiben niedrig
… & Burmeister zusammen. Schon bei einem Darlehen über 150.000,- € ergibt sich in den ersten 10 Jahren eine Ersparnis von über 10.000,- €. Das niedrige Zinsniveau und anhaltende Währungsunsicherheit lässt die Nachfrage nach Immobilien stark ansteigen, weiß Immobilienmakler Oliver Langner. Das sogenannte Betongold erfreut sich gerade in Krisenzeiten …
Sie lesen gerade: Niedrige Zinsen verursachen gemischte Gefühle