(openPR) Der Plan der bayerischen Staatsregierung ist es, das Ganztagesangebot an Realschulen und Gymnasien auszubauen, aber die Halbtagesschule als Regelfall zu behalten.Bis Ende 2014 soll es an 90 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen Ganztagsangebote geben. Derzeit sind es 78 Prozent.. Die Staatsregierung hat beschlossen, die bisher auf fünfte und sechste Klasse beschränkten Ganztagsklassen an Gymnasien und Realschulen in der siebten und achten Klasse fortzuführen. Eine generelle Umstellung auf Ganztagsbetrieb soll es nicht geben. “Was wir nicht tun, ist die Halbtagsschule als Regelfall durch die Ganztagsschule zu ersetzen.” Harsche Kritik kam von der Opposition. “In Bayern stehen gerade einmal für fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler qualitativ gute Ganztagsangebote zur Verfügung”, kritisierte Martin Güll, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Güll monierte vor allem, dass es zu wenig echte Ganztagsklassen gebe, sondern hauptsächlich Nachmittagsbetreuung ohne Unterricht angeboten werde. Tatsächlich belegen die Zahlen des Kultusministeriums, dass es inzwischen an den meisten Schulen zwar Ganztagsangebote gibt, diese nur von einer Minderheit besucht werden. Die Schülerzahl an Grund- und Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien liegt bei knapp 1,3 Millionen - eine Ganztagsklasse oder eine nachmittägliche Ganztagsbetreuung besuchen nach den Zahlen des Kultusministeriums aber nur 143.000 Schüler. Weitere 92.000 nehmen das Angebot der Mittagsbetreuung in Anspruch. Das Angebot orientiere sich “am individuellen Bedarf vor Ort in der einzelnen Kommune”, sagte Spaenle. In den vergangenen Jahren sei jeder förderfähige Antrag genehmigt worden. SPD-Politiker Güll dagegen kritisierte, die Ausstattung der Schulen mit zusätzlichen Lehrerstunden und Geld sowie die Unterstützung der Kommunen bei notwendigen Baumaßnahmen seien teilweise so schlecht, dass Schulen und Bürgermeister gar keine Anträge stellten. Derzeit besuchen nur knapp fünf Prozent aller Schüler eine gebundene Ganztagsklasse, wie aus einer im vergangenen Jahr veröffentlichen Bertelsmann-Studie hervorgeht. In den von der Staatsregierung bevorzugten offenen Ganztagsangeboten werden die Schüler nachmittags lediglich betreut – oft genug von 400-Euro-Jobbern. Der BLLV hingegen favorisiert die gebundene Ganztagsschule, bei der Unterrichtsphasen über den ganzen Tag verteilt werden und sich mit Erholungsphasen abwechseln. Ein solches Angebot müsste von Lehrern und qualifizierten Fachkräften geschultert werden.











