(openPR) Medien-Standardwerk verbannt unangemessene Krankheits-Zuschreibung aus Sprachgebrauch
Berlin/Jena, 27. November 2012 – Der Begriff der „Phobie“ sollte nicht in politischen oder sozialen Kontexten verwendet werden, also z.B. nicht als „Homophobie“ oder „Islamophobie“. Dies empfiehlt das „AP Stylebook“, der wohl wichtigste journalistische Leitfaden in den USA in seiner aktuellen 2012er Ausgabe. Phobie bedeute eine irrationale, unkontrollierbare Angst, oft als eine Form von Geisteskrankheit. Beispiele seien etwa Höhenangst oder Klaustrophobie, so das Standardwerk.
„Den Begriff der ‚Islamophobie‘ aus dem journalistischen Sprachgebrauch zu verbannen ist ein wichtiger und notwendiger Schritt auf dem Weg zu einer sachlichen Debatte über den Islam“, begrüßte Felix Strüning, Geschäftsführer der STRESEMANN STIFTUNG die Entscheidung der AP-Journalisten. „Alle Studien zeigen seit langem, dass die meisten Menschen im Westen ganz konkrete Kritik an der Ideologie des Islams äußern, wie z.B. die Gewaltlegitimation, die Unterdrückung der Frau oder die Minderwertigkeit Andersgläubiger und insbesondere Homosexueller.“ Eine Feindschaft gegenüber Muslimen als Gläubigen ist hingegen nicht weit verbreitet, islamkritische Haltungen in der Bevölkerung entwickeln sich unabhängig von Fremdenfeindschaft oder Antisemitismus.
„In Bezug auf den Islam kann also weder von einer unbegründeten Angst noch von einer generellen Ablehnung im Sinne einer Phobie gesprochen werden“, so Strüning weiter. Die STRESEMANN STIFTUNG klassifizierte deswegen „Islamophobie“ in einem kürzlich veröffentlichten Diskussions-Papier (www.stresemann-stiftung.de/islamophobie) als „Kampfbegriff“ der islamischen Verbände, die die Meinungs- und Pressefreiheit auch im Westen einschränken wollen. „Wir fordern regelmäßig von deutschen Ministerien und internationalen Akteuren wie der OSZE (‚Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa‘), den Begriff ‚Islamophobie‘ aus ihrem Vokabular offiziell zu verbannen. Hoffen wir, dass die deutschen Medien nun dem guten Beispiel der ‚Associated Press‘ folgen.“
Ähnlich begründet „AP Stylebook“-Redakteur David Minthorn auf der AP-Webseite die Entscheidung in Bezug auf Homophobie und Islamophobie: „Die Gründe für homosexuellenfeindliche Gefühle oder Handlungen sind nicht immer offensichtlich. Genaue Angaben sind besser als vage Charakterisierungen der allgemeinen Gefühle einer Person zu einem Thema.“
Das „Associated Press Stylebook and Briefing on Media Law“, meistens „AP Stylebook“ genannt, wird jährlich von den Journalisten der „Associated Press“ (AP) herausgegeben und beinhaltet vorwiegend Empfehlungen zur Schreibweise, Interpunktion etc. In den USA gilt das „AP Stylebook“ als journalistischer Standard, der von zahlreichen Zeitungen und Sendern angewendet wird.












