(openPR) Obwohl die Bedrohung durch Aids unverändert hoch ist, ist sich dessen kaum noch jemand bewusst. Heute bezeichnen nur noch 29 % der Gesamtbevölkerung und 38 % der 16 bis 20-Jährigen Aids als eine gefährliche Krankheit. Das wirkt sich auf Denken und Handeln aus: Die Menschen schützen sich nicht, weil sie die Gefahr einer Infektion unterschätzen - und Aids einfach vergessen haben.
Dabei infizierten sich nach Angaben von UN-Aids 2011 weltweit über 2,2 Millionen Menschen mit HIV. Schätzungsweise leiden heute 34 Millionen Menschen an einer HIV-Infektion. Während die Zahl der Neuinfektionen in Schwarzafrika von 2009 bis 2011 in 22 Ländern sogar um über 25 % zurückging, stieg die Zahl der Infizierten in Osteuropa um 250 %, 90 % dieser Fälle entfielen auf Russland und die Ukraine. Und obwohl nach Schätzungen der Vereinten Nationen durch den inzwischen breiten Einsatz von Medikamenten 700.000 Tote verhindert werden konnten, verstarben weltweit im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Menschen an Aids.
„Ganz anders sieht es bei uns aus“, erläutert Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Weilheim-Schongau. Nach dem Robert-Koch-Institut leben hierzulande rund 73.000 Menschen mit dem Erreger der Immunschwäche, in Bayern ca. 10.000. Ca. 500 in Deutschland bzw. 60 in Bayern werden Ende 2012 an den Folgen von Aids versterben.
„Dank unserer fortschrittlichen medizinischen Versorgung wurde aus der tödlichen Gefahr Aids inzwischen eine behandelbare, chronische Erkrankung mit einer Lebensqualität und Lebenserwartung ähnlich der weit verbreiteten Volkskrankheit Diabetes mellitus“, erläutert Dr. Karl Breu weiter.
Diese Fakten zeigen eindeutig, dass sich kontinuierliche Präventionsarbeit auszahlt. Inzwischen verwenden 86 % der 16 bis 44-Jährigen, die in den vergangenen zwölf Monaten eine neue Partnerschaft begannen, Kondome. Vor fünf Jahren waren es noch 74 %. Dennoch werden sich auch 2012 wieder ca. 2.700 Menschen mit HI-Viren neu infizieren.
Nachdem auch die Beratungszahlen an der anonymen Beratungsstelle des Gesundheitsamtes in den letzten fünf Jahren von 264 auf 140 zurückgingen, informiert das Gesundheitsamt im Dezember 2012 erneut umfassend unter dem Motto „Positiv zusammen leben“ mit Plakaten, Broschüren, Flyern und zahlreichen Give-Aways über HIV und Aids. Zum Besuch unserer Ausstellung während der Öffnungszeiten in der Wartezone und den Fluren des Gesundheitsamtes im 1. Stock der Gebäudes II des Landratsamtes Weilheim-Schongau, Stainhartstr. 7, sowie im 2. Stock der Dienststelle Schongau, Am Schloßplatz 1, laden wir Sie herzlich ein.
„Die im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern niedrigen Infektionszahlen in Deutschland lassen sich nur halten, wenn unsere Präventionsanstrengungen nicht nachlassen und Aufklärung, Schutz und Verantwortung für sich selber und andere weiterhin höchste Priorität haben“, schließt Dr. Breu.
Für weitere Fragen rund um HIV und Aids stehen Ihnen die Berater/innen des Gesundheitsamtes unter der Telefonnummer 0881/681-1600 gerne zur Verfügung.
Dr. Karl Breu







