(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Des Öfteren berichten wir von der Kirkuk–Ceyhan Pipeline. Die liefert Öl vom Irak (Kirkuk) an einen türkischen Ölhafen (Ceyhan). Wenn sie denn kann. Denn die meisten Texte – und so auch dieser – berichten von Anschlägen auf diese Ölleitung. Ausgerechnet in einer Phase, in der der Irak als potenter Exporteur immer wichtiger für die nach Öl lechzende Weltgemeinschaft wird, verteuern Ausfälle sofort das Rohöl an den Börsen. Am Freitag ist dies in den Abendstunden erneut geschehen. Die Notierungen stiegen.
Jetzt sind sie wieder beim Stand von Freitagnachmittag angelangt, nämlich 109 Dollar je Barrel (für Nordseeöl der Sorte Brent) bzw. 86 Dollar (für US-Leichtöl WTI). Dies liegt an Sandy, dem aktuellen Hurrikan. Anders als sonst gibt es (zunächst?) keine preistreibenden Konsequenzen, im Gegenteil: Der Hurrikan trifft auf die Ostküste. Dort stehen zwar gefährdete Produktionsanlagen. Aber es liegen dort auch Großstädte, die der eintreffende Wirbelsturm völlig lahmzulegen droht. Das bedeutet zum Beispiel: Der Parketthandel der New Yorker Rohstoffbörse NYMEX ist heute geschlossen. Die Handelstätigkeit wird auf ein geringes Maß beschränkt sein. Wie es mit dem Verbrauch ausschaut, weiß noch keiner. Tanken die von Evakuierungen bedrohten Städter allesamt ihre Autos voll? Drosseln Infrastrukturschäden zwangsweise die Nachfrage? „Letztendlich wird entscheidend sein, ob die Nachfrageausfälle größer sein werden als potenzielle Engpässe in der Versorgung“, schreibt Branchendienst Futures Services. Fazit, einmal mehr: Genaueres weiß man erst hinterher.
Da geht es in Europa langweiliger zu. Der Euro hat sich bei ausbleibenden Einflüssen seitwärts entwickelt. Bereits am Freitag hatten wir vermutet, dass die vorwochenendliche Konstellation am Wochenbeginn für den Heizölpreis denkbar ungünstig sein würde. Da sich an den Einflussfaktoren in letzter Konsequenz nichts geändert hat, wird dies auch so eintreffen – zu erwarten sind merkliche Preissteigerungen.
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