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Experten-Interview zum Burnout mit Dr. Arnd Stein

10.10.201208:26 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Experten-Interview zum Burnout mit Dr. Arnd Stein
Dr. Arnd Stein - Psychotherapeut und Autor
Dr. Arnd Stein - Psychotherapeut und Autor

(openPR) Frage: In letzter Zeit hört und liest man viel über das Thema „Burnout“. Ist das ein neues Phänomen? Und was bedeutet es genau?
Dr. Stein: Burnout bedeutet „ausgebrannt“. Dieser Erschöpfungszustand ist aber keineswegs eine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Bereits in den 1970er-Jahren tauchte das Burnout-Syndrom in US-amerikanischen Medien auf – als körperlich-seelisches Reaktion auf beruflichen Dauerstress. Heute wird dieser Begriff gern als Etikett für unterschiedlichste stressbedingte Beschwerden – sei es beruflich oder privat – verwendet.



Frage: Gibt es typische Symptome, die auf Burnout hindeuten? Oder ist die Diagnose eher schwer?
Dr. Stein: Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich meist ein ernstzunehmender Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, der vielfältige Symptome mit unterschiedlicher Ausprägung aufweisen kann: Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit bis hin zu einer tiefen Depression, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, sozialer Rückzug oder auch psychosomatische Erkrankungen. Ob dieses komplexe Zustandsbild aber als Burnout diagnostiziert wird oder die einzelnen Beschwerden separat betrachtet und behandelt werden, das hängt vom Leidensdruck des Patienten, von der Intensität und Dauer der Beschwerden sowie von der Sichtweise und Bewertung des behandelnden Arztes ab.

Frage: Ist Burnout eine Krankheit, vergleichbar mit einer Depression?
Dr. Stein: Nein – weil Burnout eine Vielzahl von Symptomen umfasst und kein eigenständiges Krankheitsbild darstellt. Am ehesten kann man hier von einer Erschöpfungsdepression sprechen. Die typischen Anzeichen einer depressiven Erkrankung lassen sich aber deutlicher beschreiben und dem Leiden genauer zuordnen als die vielfältigen Beschwerden, die dem Sammelbegriff Burnout zugeschrieben werden.

Frage: Was sind die Haupt-Ursachen für die Zunahme eines Burnouts?
Dr. Stein: Pauschal gesagt: Existenzangst. Wenn der Job unsicher ist, wenn die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit zunehmend steigen, egal ob beim Bankangestellten oder Lehrer, dann wächst auch die körperlich-seelische Anspannung – bis es vor allem bei sensiblen und anfälligen Naturen zum Zusammenbruch kommt.

Frage: Welche Rolle spielt das moderne Leben? Zum Beispiel die Schnelllebigkeit, das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen?
Dr. Stein: Jeder Stressfaktor ist ein Mosaikstein im komplexen Zustandsbild „Burnout“. Vor allem die permanente Erreichbarkeit verhindert, dass man wirklich abschalten und relaxen kann. Man ist auch nach Feierabend sozusagen ständig „auf dem Sprung“.

Frage: Welche Rolle spielen die Zwischenmenschlichen Beziehungen, etwa der Umgang miteinander? Können private Sorgen und ein schlechtes Arbeitsklima ein Burnout begünstigen?
Dr. Stein: Auf jeden Fall – weil Sorgen, Ängste und Ärger ja zu den stärksten Stressoren zählen. Und fehlende Anerkennung, Konflikte oder gar Mobbing nagen kontinuierlich an der Substanz von Körper und Seele – „beste“ Voraussetzungen für die Entwicklung eines Burnouts.

Frage: Bei welchen Symptomen sollte man schnellstmöglich die Bremse ziehen?
Dr. Stein: Zunehmende Freudlosigkeit, sozialer Rückzug, körperlich-seelische Spannungen, Schlafstörungen – aber auch körperliche Symptome wie Kopfsschmerzen, Magenbeschwerden oder Kreislaufstörungen können erste Alarmzeichen sein, dass Körper und Seele über Gebühr belastet werden.

Frage: Was kann ich tun, um mich wieder besser zu fühlen?
Dr. Stein: Zunächst herausfinden, wo die Störfaktoren liegen – und dann überlegen, wie man eine unbefriedigende Situation verbessern kann. Ganz wichtig zur Vorbeugung eines Burnout sind regelmäßige „Auszeiten“, also Erholungspausen zwischendurch sowie Ablenkung und Entspannung nach Feierabend. Besonders wichtig ist Ausdauersport, weil nicht nur die Fitness verbessert wird, sondern auch Glückshormone freigesetzt werden und somit das gesamte Wohlbefinden gesteigert wird.

Frage: Entspannungs-Musik kann ebenfalls helfen. Wie funktioniert die von Ihnen entwickelte
PulsTakt60-Musik?
Dr. Stein: Studien in Kliniken und Arztpraxen haben gezeigt: Bereits nach etwa 10 Minuten folgen Atmung und Pulsschlag dieser intensiven Klangsuggestion und pendeln sich allmählich auf das persönlichen Ruhe-Niveau des Hörers ein. So wird eine besonders tiefe Entspannung erzeugt und die gesamte Befindlichkeit spürbar verbessert. Der therapeutische Effekt der PulsTakt60-Kompositionen entsteht also vor allem aus der einzigartigen Verbindung von Musik und Psychologie. Selbst Ungeborene reagieren auf diese spezielle Entspannungsmusik in erstaunlicher Weise: In einer gynäkologischen Praxis ließen 40 schwangere Frauen die Musik über Kopfhörer auf sich wirken. Bei der Mehrzahl der Ungeborenen signalisierte das CTG (Cardiotokogramm) schon bald einen Schlafrhythmus.

Frage: Was macht der Musik-Titel „Brain in Balance“ auf Ihrer neuen Entspannungs-CD „Burnout vorbeugen – Beschwerden lindern“ so effektiv?
Dr. Stein: Der Grundrhythmus der Kompositionen ist – wie schon erwähnt – im PulsTakt60 angelegt. Diese spezielle Rhythmik bewirkt eine Art „Frequenzfolge“ im gesamten Organismus, also eine Beruhigung des Herzschlags und der Atmung. Allein die Musik führt bereits dazu, dass ein genereller Anti-Stress-Effekt eintritt. Diese entspannende Wirkung wurde in langjährigen klinischen Studien, in Arzt-Praxen und in Tests sowie Umfragen bei Probanden bestätigt. Der entscheidende Effekt der CD besteht darin, dass es sich bei dem Titel „Brain in Balance“ nicht allein um Entspannungsmusik handelt, sondern hier werden zusätzlich Binaurale Beats eingesetzt – pulsierende Tonschwingungen, die einen unmittelbaren Einfluss auf die Gehirnwellen ausüben. Durch ihre Verlangsamung wird die Gehirnaktivität im Laufe des 30-minütigen Programms schrittweise über die Alpha-Wellen bis hin zu Theta-Wellen abgesenkt, also von ca. 13 bis zu 4 Hz. Die Kombination der entspannenden Musik im PulsTakt60 mit den Binauralen Beats, beeinflusst somit nicht nur den Organismus, sondern auch unmittelbar die Gehirnwellen. Die Folge: In kurzer Zeit wird eine erstaunlich intensive Tiefenentspannung erzeugt.

Frage: Wie werden die Gehirnwellen durch den Titel „Brain in Balance“ beeinflusst?
Dr. Stein: Im Wachzustand befinden sich die Gehirnwellen im Beta-Zustand mit einer Wellenlänge von 38 bis 15 Hz. Die Binauralen Beats setzen im Bereich der Alpha-Wellen bei etwa 14 Hz ein und sinken dann zunächst bis 8 Hz ab. So wird der beruhigende Effekt immer intensiver und durch eine Verlangsamung bis hin zu 7 bis 4 Hz der Theta-Wellen weiter verstärkt. Jetzt entsteht beim Hörer ein meditativer, trance-ähnlicher Zustand. Die für den Tiefschlaf typischen Delta-Wellen von 4 bis 0,5 Hz werden in „Brain of Balance“ nicht verwendet. Denn die Anwender sollen ja nicht einschlafen, sondern nach 30 Minuten ganz entspannt wach werden.

Frage: Was bewirken Binaurale Beats konkret?
Dr. Stein: Die Wirkung der Binauralen Beats auf das Gehirn ähnelt dem Wirkungsprinzip des PulsTakt60, der eine Schrittmacherfunktion für Herzschlag und Atmung ausübt. Auch das Gehirn synchronisiert sich zunehmend mit dieser – von ihm selbst erzeugten – pulsierenden Tonschwingung. Vereinfacht ausgedrückt: Die Binauralen Beats geben den Rhythmus vor und die Gehirnwellen folgen diesem „Wegweiser“. Dieser erstaunliche Effekt wurde in verschiedenen klinischen Untersuchungen nachgewiesen.

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