(openPR) Im Jahr 2010 sorgte die Entdeckung eines "Arsen-Bakteriums" durch Wissenschaftler der NASA weltweit für Aufsehen, bedeutete dies doch nicht weniger als die Existenz einer neuen Lebensform, die das lebensnotwendige Element Phosphor durch Arsen ersetzen konnte. Einer Forschergruppe der ETH Zürich um Julia Vorholt, Professorin am Institut für Mikrobiologie, gelang es, diese Behauptung zu widerlegen. Die Forschenden konnten in einer in der Fachzeitschrift Science publizierten Studie nachweisen, dass das Bakterium zwar extrem widerstandsfähig gegen Arsenat ist, jedoch Phosphat zum Leben benötigt. Für den Nachweis Arsen- und Phosphor-haltiger Biomoleküle mit Hilfe hochauslösender Massenspektrometrie kam eine neuartige Laborsoftware namens eMZed zum Einsatz, die von der Saarbrücker mineway GmbH in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt wurde.
„Ohne die in Saarbrücken entwickelte Software wäre eine derart zielgerichtete und schnelle Datenauswertung nicht möglich gewesen“, so Dr. Patrick Kiefer aus der Arbeitsgruppe um Julia Vorholt.
Wie Dr. Uwe Schmitt, Leiter der mathematischen Forschung bei mineway und maßgeblich an der Entwicklung der Software beteiligt, mitteilt, unterstützt das System programmiertechnisch unerfahrene Anwender bei der schnellen Entwicklung spezifischer Auswertungsstrategien. In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich wird die Software derzeit weiter entwickelt, um den Umfang der verfügbaren Methoden zu erweitern und dem Anwender somit auch neueste algorithmische Entwicklungen zugänglich zu machen.
Die aktuelle Version von eMZed ist jedoch nicht nur für die Auswertung von Labor- und Messdaten in der Mikrobiologie geeignet, sondern kann generell für die Analyse sogenannter LCMS-Daten im chemischen oder pharmazeutischen Umfeld eingesetzt werden. Die grundlegenden Prinzipien der Software erlauben jedoch auch eine Anpassung an andere Branchen, bei denen mathematisch-statistische Verfahren zum Einsatz kommen wie beispielsweise in der Versicherungswirtschaft.











