(openPR) Am 30. Oktober wird wieder die Uhr umgestellt und es wird uns eine Stunde "geschenkt". Doch bereichert die Extra-Stunde wirklich, oder bringt sie eher Chaos?
Die Umstellung auf die Normalzeit ist für unsere Innere Uhr ein Festtag. Ist es doch der einzige Tag im Jahr, an dem Biorhythmus und Tagestakt gleich schlagen, denn der innere Tag hat 25 Stunden. Doch ob wach oder nicht: Auf die Nacht zum letzten Sonntag im Oktober sollte jeder gut vorbereitet sein.
Wer davon wirklich profitieren will, sollte schon am Freitag und Samstag eine Stunde später schlafen gehen, und dann länger schlafen. Ansonsten wird das "Zeitgeschenk" statt für erhoffte Erholung zu sorgen, eher Schlafraubend wirken. Der eigene Schlafrhythmus wird nicht von einem auf den anderen Tag geändert. Wer normal weiter schläft, wird sonst um sieben statt um acht wach und verschenkt die zusätzliche Stunde. Idealerweise sollte jeder sieben Stunden Schlaf finden - plus/minus zwei Stunden.
Die Zeitumstellung gibt es in Deutschland seit 1980. Es sollte nach den Erfahrungen der Ölkrise 1973 durch eine bessere Nutzung von Tageslicht Energie gespart werden. Bis 1995 wurde in Deutschland, wie in den meisten Nachbarländern, stets Ende September von der Sommer- auf Normalzeit umgestellt. Nur England und Irland ließen die Sommerzeit bis Ende Oktober laufen. Laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt einigten sich die EU-Staaten nach einer Umfrage schließlich auf eine einheitliche Regelung, die seit 1996 zu Gunsten des britischen Modells ausfällt.
Während sich die meisten Menschen in jedem Herbst über die Extra-Stunde freuen, bringt sie allen Nachtdienstlern Mehrarbeit. In Krankenhäusern, Gaststätten und anderen Einrichtungen ist die XXL-Nacht ein Glück-Pech-Spiel: Jedes Jahr trifft es einige, die die Stunde länger bleiben müssen. Manchmal übernimmt aber auch der Frühdienst die zusätzliche Stunde. Oder die Stunde wird geteilt auf je eine Hälfte für Früh- und Spätdienst. Auch andere Nachtarbeiter müssen laut Industrieverbänden eine Stunde länger ran.
Mit gemischten Gefühlen betrachten auch Fuhrunternehmer die winterliche Zeitumstellung. Da sie immer auf einen Sonntag fällt, wird das LKW-Fahrverbot noch eine Stunde länger. Das ist aber immer noch besser als überraschende Fahrverbote. Die eine Stunde mehr oder weniger im Jahr kann vom Güterkraftverkehr in die Logistik eingeplant werden.
Alle, die zur Zeitumstellung im Nachtzug sitzen, müssen mit einer längeren Fahrzeit rechnen. Die gut 50 Nachtzüge werden rund um den Zeitwechsel an geeigneten Bahnhöfen angehalten und müssen diese Stunde dort warten. Dann fahren sie im Zeitplan weiter und kommen wie gewohnt an. Gute Nachrichten aber für die Nachtschwärmer: Die S-Bahnen im Nachtbetrieb fahren in der Stunde im selben Rhythmus weiter.
Ob am Samstag vor dem Schlafengehen oder am Sonntagmorgen: Die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt. Offiziell wird die Extra-Stunde am Sonntag um 3.00 Uhr fällig. Dann gut ausgeschlafen, möglichst viel Zeit im Freien verbringen: Sonst schließt sich an das Zeitgeschenk möglicherweise gleich die Winterdepression an. Wir müssen akzeptieren, dass nach unserem Biorhythmus im November langsam unser "Winterschlaf" beginnt. Die stärkere Müdigkeit wird meist mit Essen kompensiert. Etwas weniger Sport machen, kommt dem Körper entgegen. Aber dann bitte auf die Ernährung achten.
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