(openPR) LEIPZIG. (Ceto) „Citius, altius, fortius!“ Soweit im Original das olympische Motto – hierzulande besser bekannt unter „Schneller, höher, weiter“. Nach dem vergangenen Freitag schlägt Rohöl nun zum zweiten Mal den olympischen Weg ein, entwickelt neue Bestmarken. Ein Weltrekord springt zwar nicht heraus, wohl aber ein neues 3-Monats-Hoch. Somit ist 110,50 nicht etwa der weiteste Speerwurf in Metern, sondern der Brent-Barrelpreis in Dollar. Immerhin: Die Nachricht stammt aus der Olympiastadt. Denn an Londons ICE wird das Nordsee-Rohöl gehandelt, das derzeit wohl tatsächlich ein wenig knapp ist, weil über den Sommer Wartungsarbeiten an einer Ölplattform zu Produktionsausfällen führen. Seit Erscheinen unserer Morgenmeldung hat auch WTI um einen Dollar je Barrel zugelegt (aktuell: 92,70) – der Zuwachs bei Brent war dennoch größer. Also: Silber für die USA, Gold für Europa.
Fundamental sind weitere Verknappungsnachrichten verfügbar: Im Nordirak bzw. Osttürkei eine nicht von selbst explodierte Pipeline – der Zwischenfall wird der kurdischen Arbeiterpartei bzw. Terrororganisation PKK zugeschrieben. Und nahe San Francisco brennt seit gestern Abend eine Raffinerie. Das hat so gar nichts gemein mit Olympischen Feuer – könnte aber ebenso das eingangs erwähnte „Altius!“ befeuern, zumal die ersten Prognosen über die Ölbestände in Übersee wiederum auf Abbauten deuten.
Was für Anleger tatsächlich eine „Bestmarke“ ist, ärgert deutsche Heizölkunden (und ihre Händler, denn deren Telefone klingeln seltener). Auch wenn der Euro sich heute wacker über 1,24 Dollar hält, legen 100 Liter Heizöl (bei 3.000-Liter-Lieferung) um 38 Cent auf 91,44 Euro zu. Noch einmal olympisch: Heizöl schlägt seinen Tageszuwachs von gestern, um einen Cent. Das ist aber gottlob kein Rekord.
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