(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Die internationalen Spannungen wachsen. Und verleihen, gemeinsam mit wirtschaftspolitischen Überlegungen aus Übersee, den Ölpreisen Flügel. So sehr, dass die OPEC-Sorgen über ein zu niedriges Preislevel – also nicht genug Ausbeute – sich zunächst in Luft aufgelöst haben. Ein zusätzliches Treffen zur Diskussion von Quotenanpassungen halte der Präsident der Organisation, Abdul Kareem Luaiby, aktuell nicht mehr für notwendig. Die Ölpreise hätten sich wieder erholt und schienen momentan stabil zu sein, zitiert Futures Services. Zudem gehe Luaiby davon aus, dass die selbstauferlegte Grenze von 30 Millionen Barrel pro Tag eingehalten wird.
Auch wenn definitive Pläne vorm US-Kongress nicht aus dem Mund von Notenbankchef Ben Bernanke kamen: Ausgeschlossen werden stützende Maßnahmen jedenfalls nicht mehr. Indes vergrößert sich offensichtlich der Preisaufschlag durch den Faktor „Risiko“: Das Bus-Attentat in Bulgarien gießt Öl ins Feuer der ohnehin hitzigen Anfeindungen zwischen Iran und Israel. Und auch in Syrien werden die Auseinandersetzungen nach dem Anschlag auf wichtige Regime-Vertreter auf einem neuen, noch gefährlicheren Niveau fortgesetzt. Nordseeöl Brent wird nicht zuletzt deswegen nun schon für 106 Dollar je Barrel gehandelt, während ein Fass vor Anbruch des Monats noch für weniger als 90 Dollar zu erstehen war.
Ein Barrel amerikanisches Leichtöl (WTI) hat die 90-Dollar-Marke in der Nacht zu heute überschritten (Ende Juni: unter 80 Dollar). Der Preisunterschied zwischen beiden Sorten ist im Zuge dieser Krisen wieder gestiegen – Europa ist näher dran an den Problemzonen, wäre von Ausfällen heftiger betroffen als die USA, deren Autarkiebemühungen den Risikoaufschlag begrenzen.
Der Euro hält sich bei knapp unter 1,23 Euro. Verglichen mit den letzten Entwicklungen könnte man das stabil nennen, den deutschen Heizölkunden hilft das aber wenig. Der fortgesetzte Aufwärtskurs der Rohölnotierungen wird deutliche Auswirkungen auf den Heizölpreis haben.
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