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Keine Metalle in den Mund

05.07.201212:01 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Metall als Material für Implantate nichts taugt. Es kann Entzündungen hervorrufen – auch beim Einsatz im Mund, wie die Düsseldorfer Zahnärztin Dr. Hiltrud Boeger betont.


Hüftimplantate aus Metall halten nicht, was sie versprechen. Die hochgelobten Metall-Modelle versagen früher als gedacht. Dies zeigen Daten aus Großbritannien, weshalb Mediziner ein Verbot fordern. Für die Studie hatten Forscher von der Universität Bristol rund 402.000 Hüftoperationen aus den Jahren 2003 bis 2011 in England und Wales analysiert. In mehr als 31.000 Fällen hätten die Ärzte Metall-auf-Metall-Prothesen implantiert. Alternativ wurden Modelle aus Keramik oder Polyethylen genutzt.



Nach fünf Jahren mussten etwa sechs Prozent der Metall-auf-Metall-Prothesen ausgetauscht werden, weil sie gesundheitliche Probleme verursachten. Bei den anderen Implantaten war dies nur bei rund zwei Prozent nötig. Ein Gelenkkopf aus Metall reibt bei den Prothesen in einer Gelenkpfanne aus Metall, wodurch giftiger Abrieb entstehen kann, der Entzündungen auslöst. „Alle Patienten, die solche Implantate haben, sollten gut überwacht werden“, heißt es.

Dr. Hiltrud Boeger, auf ganzheitliche Methoden spezialisierte Zahnärztin aus Düsseldorf, weist anlässlich dieser Untersuchung darauf hin, dass Metalle auch im Mundraum schwere Nebenwirkungen haben können. „Dieses Problem ist in der Zahnmedizin bekannt, denn die meisten Menschen tragen Metalle in Form von Amalgamfüllungen, Kronen, Prothesen, Zahnspangen oder Implantaten im Mund.
Auch hier werden Metallionen abgegeben und gelangen über den Speichel in den Verdauungstrakt und über Zahnfleisch und Kieferknochen ins Bindegewebe. Bei Menschen mit einer genetisch bedingten Entzündungsneigung kann dies zu chronischen Darmentzündungen, rheumatischen Erkrankungen, zu Entzündungen in den Blutgefäßen, Bluthochdruck, allergischen Reaktionen des Körpers und mehr führen. Dies ist durch wissenschaftliche Studien belegt“, sagt Boeger.

Das Problem bei diesen Unverträglichkeiten gegen Materialien, die traditionell im Mundraum eingesetzt werden – ob bei der Karies- oder Wurzelkanalbehandlung bei Zahnersatz oder auch bei der Implantologie –, ist, dass der Betroffene sie nicht meiden kann, selbst wenn sie ihn krank machen. „Diese Fremdmaterialien sind ja Teil seines Körpers geworden, und dieser steht rund um die Uhr in Kontakt mit ihnen. Es kann also ständig zu Abwehrreaktionen auf Stoffe, die sich im Mund befinden, kommen“, sagt Boeger.

Die Unverträglichkeitsreaktion in der Mundhöhle selbst ist in der Regel gar nicht oder nur minimal sichtbar. „Das liegt an der besonderen immunologischen Unempfindlichkeit der Mundschleimhaut“, sagt die Zahnärztin. Diese kommt ja allein durch die Nahrungsaufnahme permanent mit Fremdstoffen in Kontakt und darf von daher gar nicht so schnell auf fremde Reize reagieren.“ Das heißt: Wenn sich Material im Mund negativ auswirkt, dann nicht unbedingt direkt dort, sondern überall im.

„Aus diesem Grunde verwenden wir in der Zahnmedizin in zunehmendem Maße metallfreie Werkstoffe für Füllungen, Zahnersatz und Implantate. Wo Metalle dennoch unverzichtbar sind – egal ob in der Zahnmedizin oder Chirurgie –, kann im Vorfeld einer Behandlung durch immunologische Tests geklärt werden, ob der Patient derartige Probleme bekommen könnte“, erläutert Hiltrud Boeger, die bereits seit vielen Jahren alternative Materialien einsetzt. Bei Verdacht auf bereits bestehende Metall-Freisetzung oder -Unverträglichkeit werde der Patient ebenfalls mit einem sicheren Verfahren getestet, und anschließend werde durch eine sogenannte Metallsanierung, bei der die schädlichen Materialien ausgetauscht werden, das Problem nachhaltig behoben.

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