(openPR) Bielefeld, 17. Juli 2009, Die Bandbreite der Arbeitsgebiete in einem Dentallabor ist groß und umfasst nicht nur rein technische Aufgaben, sondern auch immer mehr die Beratung von Arzt und Patient. Damit der Zahnersatz auch für Kenner kaum vom echten Zahn zu unterscheiden ist, sind viele einzelne Handgriffe notwendig.
Im Dentallabor wird Zahnersatz hergestellt, repariert oder ergänzt. Doch was zählt eigentlich alles zum Begriff „Zahnersatz“? Da wird zunächst einmal zwischen herausnehmbarem und nicht herausnehmbarem Zahnersatz unterschieden. Herausnehmbar ist zum Beispiel die Prothese wenn ein Patient keine eigenen Zähne mehr im Mund hat, zum Reinigen können die neuen Zähne heraus genommen werden. Kronen, Brücke oder Inlays sind dauerhaft im Mund des Patienten befestigt und können nicht mehr einfach herausgenommen werden.
Um mit allen zur Verfügung stehenden Materialien wie Metallen, Kunststoffen, dentalkeramische Werkstoffen, passgenau und individuell Zahnersatz herstellen zu können, sind ein paar Talente gefragt: „Natürliches Farbempfinden, viel Geduld, ein gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen und natürlich Kreativität sind wichtig in diesem Beruf“, weiß Zahntechnikermeister Holger Grundmann aus Bielefeld zu berichten. „Diese Eigenschaften werden im Laufe der Jahre perfektioniert, und erst nach einigen Berufsjahren ist man so richtig gut. Erfahrung und Know-How lassen sich nicht einfach aus dem Internet herunterladen.“
Fingerspitzengefühl ist nötig
Der Zahnersatz soll im Mund des Patienten kaum vom echten Zahn zu unterscheiden sein, und dafür kann der Zahntechniker einiges tun. Er wählt anhand des Gebisses des Patienten künstliche Zähne nach Farbe und Form und auch nach funktionellen, phonetischen und ästhetischen Gesichtspunkten aus. Um das individuell beste Ergebnis zu erzielen, arbeitet er mit vielen unterschiedlichen Materialien, darunter Gipse, Kunststoffe, verschiedene Metalle, Keramiken und Wachse. Und auch die Techniken sind sehr unterschiedlich – vom Modellieren, Gießen, Brennen und Polymerisieren reichen seine Arbeiten bis hin zum Fräsen, Schleifen und Polieren – um nur einige der häufigsten zu nennen. „Im Bereich der Zahntechnik gibt es ständig Neuerungen, sowohl was die Technik, als auch, was die Materialien angeht. Ständige Fortbildung auf allen Bereichen ist daher zwingend erforderlich“, erklärt Holger Grundmann.
Der Rat des Zahntechnikers ist gefragt
Waren Dentallabore früher eher reine Zulieferer für Zahnarztpraxen, werden Zahntechniker heute mehr und mehr auch beratend tätig. „Im Rahmen von regelmäßigen Patienten Info Abenden spüren wir ein deutliches Interesse der Patienten, sich intensiv mit den Möglichkeiten für Zahnersatz zu beschäftigen“ so Holger Grundmann. Mit dem Zahnarzt bespricht der Zahntechnikermeister beispielsweise die beste Lösung eines konkreten Falles und nimmt die Wünsche des Patienten bei der technischen Ausführungen auf. Und auch der Patient bekommt Rat – durch den direkten Kontakt zu ihm wird das Ergebnis natürlich umso besser. Denn nicht nur Form und Farbe, auch die Oberflächengestaltung kann so optimiert werden. In manchen Fällen kommt der Patient auch mit dem bereits eingesetzten Zahnersatz noch einmal ins Labor, damit die Farbe erneut angepasst werden kann. Echte Maßarbeit also – wie der Anzug beim Herrenschneider.
Diese Maßarbeit wird immer Aufgabe des Zahntechnikers bleiben. Einzelne Arbeitsschritte, die heute durch computergestützte Fertigungsschritte automatisiert werden konnten, können seine Arbeit erleichtern und optimieren, werden aber die individuelle Fertigung nicht übernehmen können. So individuell der Patientenwunsch, so einzigartig ist das handwerkliche Unikat.













