(openPR) München - Hasta la Vista, baby? Angela Merkel als Terminator - so würde sie der bekennende Terminator Fan und Chef der Politikredaktion "NewStatesman", Mehdi Hasan, gerne sehen.
In einer aktuellen Ausgabe versucht sich der Redakteur selbst zu inszenieren, indem er auf den Zug anderer polemischer Pressemeldungen mit aufspringt und Angela Merkel als Mittäterin für die erfolglose Finanzpolitik seines Landes denunziert.
Die britische Labour-Party hat sich dazu zwar noch nicht geäußert, dennoch ist davon auszugehen, dass der Pressebericht den Tenor der aktuellen britischen Politik trifft.
Nur kein Neid - würde jetzt der ein oder andere denken - Deutschland als Konjunkturmotor, wirtschaftskräftigstes Land und zahlungskräftiger Investor in vielerlei anderer EU-Länder wird gerne für missglückte Wirtschaftspolitik in eben diesen verantwortlich gemacht. Der Hintergrund der politischen Fehde zeigte sich zuletzt in Griechenland oder Polen, auch hier wurde die Kanzlerin mit Nazi-Uniform oder anderen Bildmontagen verunglimpft. "Man könne wohl sagen, dass Merkel inzwischen die gefährlichste deutsche Regierungschefin seit Adolf Hitler ist", so Hasan weiter. Politische Vergleiche dieser Art sorgen natürlich für Aufsehen - in dieser untergehenden Sonne räkelt sich der britische Journalist ins Rampenlicht. Dass die weniger geistreichen Meldungen von Hasan auch bei den britischen Lesern für Empörung sorgten, zeigen Leserkommentare, die seine Meldung mit "absoluten Mist" und "kaum mehr als eine Schimpftirade" betiteln.
Trotzdem manövriert sich die eigentlich renommierte Zeitung "NewStatesman" weiter ins Abseits. "Wie unter Hitler sei Deutschland wieder international isoliert, verabscheut und gefürchtet zugleich", so Mehdi Hasan weiter.
Meist resultiert die Ablehnung anderer Nationen durch historische Ereignisse. Geht man etwas in der Geschichte zurück, so wird klar, dass nicht nur Europa, sondern viele verschiedene Länder historische Fehler begangen haben. Weltkriege, Diktatoren wie Hitler, die Kolonialisierungen durch das vereinigte Königreich, die amerikanischen Atombombenabwürfe über Japan, die napoleonischen Kriege Frankreichs, die Unabhängigkeitskämpfe Amerikas gegen England- man könnte endlos in der Geschichte zurückgehen. Die Geschichte darf ruhen, nur der geistige Anspruch dieser historischen Lektionen sollten nicht falsch verstanden oder weitergegeben werden. Bei der Eurokrise einen Schuldigen zu suchen ist zwar menschlich verständlich, da keiner gern vor der eigenen Türe kehrt. Aber es darf nicht zum Realitätsverlust oder politischer Polemik führen, wie es der "NewStatesman" unter Mehdi Hasan illustriert.
Ja, es gibt Spannungen bezüglich des Euros, der Finanzhilfen in der EU und den betroffenen Ländern. Ja, es gibt wirtschaftlich schwache und starke Länder – nicht nur in der EU, sondern weltweit. Und ja – der Export kurbelt die Wirtschaft an, nicht der Import. Die EU ist allerdings kein Sparschwein, das man plündern kann, wenn man seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Deshalb wirkt es auch befremdlich, dass für Subventionen und Kreditvergaben in dreistelligen Milliardenbereichen regelrechte Abneigung entsteht - z.B. kämpft Griechenland heute im Viertelfinale nicht gegen unsere National Elf, sondern gegen Angela Merkel. Hier wird deutlich, wie Meinungsmacher wie Hasan die Gradwanderung zur politischen Hetze überschreiten und genau das tun, was sie selbst verurteilen. Aufhetzen, abgrenzen, verunglimpfen, denunzieren – all das, was eine unabhängige Berichterstattung unmöglich macht. Aber es hört sich gut an. Und was die Griechen betrifft - keiner kann es den finanzgebeutelten Griechen verdenken sich einen Schuldigen für ihre Staatskrise zu suchen.
Schlussendlich muss aber auch gesagt werden, dass Mehdi Hasan recht hat, wenn er Angela Merkel mit dem Terminator vergleicht, denn nur der erste Terminator war "böse" - Angela in Ihrer zweiten Amtszeit ist dann wohl eher die Retterin der Welt. Sie konsolidiert, finanziert, reagiert - wer auch sonst in Europa kann Frau Merkel das Wasser reichen? Dass da manch eine britische Redaktion Verlustängste bezüglich der eigenen königlichen Autorität hat ist verständlich, wenn man keine Mrs. Thatcher mehr hat und der britische Thronfolger Charles das neue Gesicht Englands werden wird.













