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Out Now-Jürgen Friedrich: Monosuite VÖ 1.6.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)

30.05.201218:00 UhrFreizeit, Buntes, Vermischtes
Bild: Out Now-Jürgen Friedrich: Monosuite VÖ 1.6.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)
Out Now-Jürgen Friedrich: Monosuite VÖ 1.6.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)
Out Now-Jürgen Friedrich: Monosuite VÖ 1.6.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)

(openPR) So klang er noch nie. Der Kölner Jazzmusiker Jürgen Friedrich - 1997 gewann er als erster Europäer den amerikanischen Gil Evans Award for Jazz Composition - lässt hier die Streicher tanzen. Oder besser: auf sanften Klangwellen reiten. Mit fein bewegten, organisch fließenden Klängen eines Streich-Ensembles beginnt diese CD, mit Tönen, die sich in einem kraftvollen, klaren Fluss ergießen. Und in die sich erst später andere Instrumente mischen werden: Altsaxophon, Klavier, Bass, Schlagzeug. Einen völlig eigenen Zauber entwickeln diese Klänge, sie ziehen den Hörer gleich von Anfang an in einen Strudel voller unentdeckter Schönheiten. Es ist Musik für ein 22-köpfiges Streichorchester und vier hochrangige Solisten aus der aktuellen Jazzwelt. Und schon eines ist bemerkenswert: Jürgen Friedrich, selbst ein herausragender Jazzpianist, spielt hier keine Solistenrolle, sondern ist ausschließlich Komponist und musikalischer Leiter. Die vier Solisten, die er hier präsentiert, eingebettet ins von der Konzertmeisterin Gerdur Gunnarsdóttir eigens zusammengestellte Sequenza String Orchestra, sind der Saxophonist Hayden Chisholm, der Pianist Achim Kaufmann, der Bassist John Hébert und der Schlagzeuger John Hollenbeck. Monosuite heißt das faszinierende, klanglich schillernde und flirrende Werk. In neun Sätzen, die Namen wie Waves, Breaks, Loops und Ritual tragen, hat er seinen Solisten und dem Streichorchester viele wunderschöne Präsentationsflächen bereitgestellt. Es ist durchweg aufregend, wie die Beteiligten sich hier entfalten können. Die Solisten und das Orchester sind gleichberechtigt – das heißt: Die Streicher liefern auf keinen Fall nur das „Bett“ für die Solisten, sondern haben ganz eigene, starke Farbwerte, treten in Dialoge mit den Solisten.



Jürgen Friedrich ist seit langem ein hervorragender Instrumentalist und zugleich ein ungewöhnlicher Erschaffer musikalischer Welten. Daher ist dieses neue Stück, das von der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen und der Initiative Musik des Bundes gefördert wurde, ganz folgerichtig in der Entwicklung dieses Künstlers. Er selbst sagt über die Entstehung des Stücks: „Angefangen hat alles mit Waves. Ich bin vom Fließen von Wasser in einer Welle ausgegangen, habe die Streicher in Schichten übereinander gelegt. Danach konnte ich nicht mehr aufhören, habe neun Teile konzipiert, Soundscapes und Texturen gebaut, Tonmaterial und Metren gesucht, neue Wege erprobt, bis es fertig war. Ich bin dabei immer nur von einer Idee ausgegangen und wollte das jeweilige Material auch immer nur von einer Seite beleuchten, schlicht, einfarbig, mono.“ Soweit der Komponist über sein Stück. Und zum Titel Monosuite. Die Worte „schlicht, einfarbig, mono“ sind dabei bewusst zugespitzt. Denn so einfarbig und so schlicht, wie man daraufhin annehmen könnte, klingt die Suite nicht. Es ist ein etwa fünfzig Minuten langes Stück, das in der Entscheidung für eine Grund-Farbe sehr viele Nuancen entwickelt, viele Abtönungen der zentralen Farbe. Und das „Schlichte“ ist ebenfalls zugleich komplex: Friedrich hat das Material eingeschränkt, aber in der Verarbeitung des Materials ist er äußerst subtil und legt dabei unterschiedliche Schichten übereinander. Von daher ist diese Monosuite eine Art musikalischer Wolf im Schafspelz, denn ganz hohe Kunst auf unterschiedlichen Ebenen kommt hier bewusst einfach und unprätentiös daher.

+++Jürgen Friedrich über Monosuite+++

"Die Monosuite hat neun Teile und ist knapp eine Stunde lang. Ich habe zunächst die Teile grob konzipiert und dann später im Detail ausgearbeitet. Ich wusste also die Dramaturgie und die Kontraste so ungefähr schon im Vorfeld, was die einzelnen Teile dann beeinflusst hat. Und zwar insofern, dass ich nicht das Bedürfnis hatte, innerhalb der Teile viele unterschiedliche Dinge zu machen. Im Gegenteil, ich habe für jeden Teil nur einen Ansatz ausgesucht, ganz bestimmtes musikalisches Material gefunden und das dann auch nur von einer Seite beleuchtet (wie Zustände, Farbfelder, Säulen), daher mono. (...) Ich habe versucht, für mich neue Wege zu gehen. Insgesamt ist die Musik oft in Schichten angelegt, polyphone Texturen. Einfach und komplex zugleich. Das Streichorchester und die Solisten sind dabei gleich wichtig. Die Streicher improvisieren nicht, haben aber einen sehr anspruchsvollen notierten Part. Die Solisten übernehmen nicht so viel notierte Passagen, haben aber viel Raum für Improvisation. Der Ansatz ist, jeder tut das, was er am besten kann und von da aus noch einen Schritt weiter. Ich habe vier meiner absoluten Lieblingsmusiker angesprochen, herausragende Protagonisten der heutigen Jazz- und Improvisationsszene, und freue mich wahnsinnig, dass sie dabei sein konnten und so wunderbar gespielt haben. Das Streichorchester hat Gerdur, die Konzertmeisterin, speziell für die Monosuite zusammengestellt. Es sind professionelle Streicher aus Kölner und Berliner Orchestern und der freien Szene, alles Musiker, die diese Musik nicht nur ganz hervorragend spielen können, sondern auch bereit waren, sich auf dieses Wagnis einzulassen. Es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit und Atmosphäre. Wir hatten tolle Konzerte und viel Spaß im Studio. Ich freue mich, wenn diese Aufnahme in Zukunft auch andere Musiker, Orchester wie Solisten, dazu inspiriert, die Monosuite zu spielen. (Eine andere Instrumentierung bei den Solisten ist möglich).

+++Besetzung+++

Jürgen Friedrich composer, conductor
Hayden Chisholm alto saxophone
Achim Kaufmann piano
John Hébert bass
John Hollenbeck drums

Sequenza String Orchestra
1st violin: Gerdur Gunnarsdóttir, Constanze Sannemüller, Elias Schödel, Adrian Bleyer, Kira Kohlmann, Christine Rox
2nd violin: Irmgard Zavelberg, Mirjam Steymans, Alwin Moser, Naomi Binder, Adi Czeige
viola: Marla Hansen, Pauline Moser, Yodfat Miron, Andrea Sanz-Vela, Valentin Alexandru
cello: Ulrike Zavelberg, Teemu Myöhänen, Nil Kocamangil, Marnix Möhring
bass: Axel Ruge, Matan Gurevitz

+++Tracks+++

1. Waves 2 :02
2. Breaks 2:16
3. Fiddlesticks 2:31
4. Blossom 3:55
5. Low Tide 2:03
6. Loops 12:13
7. Ritual 7:02
8. Chacaglia 9:53
9. Weave 7:11

+++Pressestimmen Jürgen Friedrich: Pollock (Pirouet 2009)+++
(Jürgen Friedrich, p; John Hébert, b; Tony Moreno dr)

+Auszeichnungen+
Jazz-CD des Monats: Audio
Jazz-CD des Monats: Stereo
Jazz-CD des Monats: Fono Forum
Jazz-CD des Monats: Piano News
"Die Audiophile" Jazz-CD des Monats: Stereoplay

"Hier hat jeder Ton seine Bedeutung - und dies ist in der Jazzgeschichte überaus selten. Jürgen Friedrich und seine amerikanischen Partner etablieren sich mit diesem Coup als eines der interessantesten Trios der aktuellen Jazzszene." (Werner Stiefele, Audio-CD des Monats)

"Was sich schon auf der 2006 veröffentlichten CD 'Seismo' andeutete, wird mit 'Pollock' bestätigt: Die drei zelebrieren kammermusikalischen Jazz auf Augenhöhe mit den großen Trios von Bill Evans und Keith Jarrett." (Reiner H. Nitschke, Fono Forum-CD des Monats)

"Aufnahmeleiter Jason Seizer fing jede Nuance in Friedrichs höchst differenziertem Klavierspiel, jedes noch so zarte Geräusch des aufs Wesentliche konzentrierten Drummers Tony Moreno und den warmen Klang von John Héberts Kontrabass ausgewogen ein." (H. Sterner, Stereoplay-Die Audiophile des Monats)

"Es ist schon beeindruckend, mit welch spielerischer Leichtigkeit Friedrich, der schon mit 27 als erster Europäer den Gil Evans Award for Jazz Composition erhielt, eine befreiende Luftigkeit erzeugt." (Reiner H. Nitschke, Stereo-CD des Monats)

"Ein ausgezeichner Pianist, der sich dem Fließen der Elemente entgegenzustellen weiß ..." (Tom Fuchs, Piano News-CD des Monats)

"Eine durch besondere Kohärenz der Akteure faszinierende Pianotrio-CD, stimmiges Meisterwerk einer über Jahre gewachsene Zusammenarbeit! Was nicht zuletzt die CD auszeichnet, ist ihr makelloser Klang." (Tobias Böcker, Jazzzeitung)

"Eine kontrastreiche, breit gefächerte, eigenständige und trotz feiner Komplexität unmittelbar zugängliche Triomusik auf höchstem Niveau." (Jürg Sommer, Mittelland Zeitung)

"Drei leidenschaftliche Soundmaler, die mit dem wertvollsten aller Farben agieren: Herzblut." (Reinhard Köchl, Jazz thing)


+++Pressestimmen Jürgen Friedrich: Seismo (Pirouet 2006)+++
(Jürgen Friedrich, p; John Hébert, b; Tony Moreno dr)

+Auszeichnungen+
Jazz-CD des Monats: Rondo

"Sagenhaft, was dem Pianisten Jürgen Friedrich auf dieser Trio-CD gelingt. 'Seismo' ist ein fast schon schmerzhaft feinsinniges Zusammentreffen, bei dem manchmal Andeutungen genügen, um die fragile Schönheit freizulegen, die die Kombination aus Klavier, Schlagzeug und Bass ausmachen kann." (Jazz thing)

"In der Jazzgeschichte gab es nur wenige Trios, deren Mitglieder so untensiv miteinander kommunizieren. Eine herrliche Platte" (Werner Stiefele, Rondo)

"Friedrich is both harmonically acute and a quality soloist in whose work the silences are as eloquent as the notes." (Ray Comiskey, The Irish Times)

"Der in Köln lebende Pianist hat mit 'Seismo' erneut eine Trioplatte von internationalem Top-Format vorgelegt. Eine bemerkenswert rund Einspielung." (Volker Dobenstein, Jazz Podium)

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