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What's going on? Fokus: Die arabische Welt

02.04.201217:15 UhrKunst & Kultur
Bild: What's going on? Fokus: Die arabische Welt
Filmstill aus
Filmstill aus "I loved so much..."

(openPR) 17. - 22. April 2012 in Köln

Der Länderschwerpunkt des Internationalen Frauenfilmfestivals fokussiert den Blick auf das filmische Schaffen von Regisseurinnen einer bestimmten Region. Ein Jahr nach dem Beginn des arabischen Frühlings widmet sich das Festival der Begegnung mit Filmemacherinnen aus Nordafrika und dem Nahen Osten mit Filmen, die in der Zeit vor den Aufständen entstanden sind. Die vielschichtige künstlerische Auseinandersetzung der Regisseurinnen in und mit ihren Gesellschaften gibt Einblick in Spannungsfelder und Widersprüche der arabischen Welt. Welche Geschichten erzählen arabische Regisseurinnen und wie sehen ihre Frauenfiguren aus?



Mit Filmen aus Tunesien, Libanon, Jordanien, Marokko und Ägypten und anschließenden Gesprächen will das Festival das Bild der arabischen Welt und arabischer Frauen einer Revision unterziehen. Zu Gast werden sein Jocelyne Saab (Libanon/Frankreich), Sandra Madi (Jordanien/Palästina), Dalila Ennadre (Marokko/Frankreich), Pary El-Qalqili (München), Arab Lotfi (Ägypten) und Maysoon Pachachi (Großbritannien/Irak).

Filmprogramm:

DAS SCHWEIGEN DER PALÄSTE (Tunesien/Frankreich 1994) von Moufida Tlatli gilt als feministischer Filmklassiker – auch wenn die Regisseurin ihn nicht als feministisch definiert. Die Geschichte spielt im bereits unabhängigen Tunesien und blendet zurück in die letzten Jahre der Monarchie unter französischer Regentschaft. Mit dem Werk tritt die Regisseurin für die Republik ein und prangert gleichzeitig an, dass sich die Situation der Frauen noch nicht genug verbessert habe. Was Frauenrechte betrifft, ist die tunesische Gesetzgebung die fortschrittlichste in der arabischen Welt. In gewissem Sinne geht „Das Schweigen der Paläste”, der vom tunesischen Kulturministerium kofinanziert wurde, mit dem System Ben Alis konform – was nicht automatisch bedeutet, dass Tlatli zu seiner Gefolgschaft gehörte. Vielmehr war sie im Januar 2011 Kulturministerin im ersten Übergangskabinett, das auf Druck der Strasse hin jedoch nach zehn Tagen wieder aufgelöst wurde.

Jocelyne Saab ist eine Regisseurin, deren Name eng mit revolutionärem und internationalistischem Kino verbunden wird. Sie arbeitete als Journalistin mit internationalen Teams in der gesamten arabischen Welt und realisierte mehrere Dokumentarfilme, bevor sie sich Mitte der 1980er Jahre, während des libanesischen Bürgerkrieges, dem Spielfilm zuwendete. Die Herausforderung der Machthabenden und das Hinterfragen des Status Quo kennzeichnen ihr Oeuvre. Mit der zunehmend erdrückenden Atmosphäre der letzten Jahre in der arabischen Welt hat Saab die bekannte, und in der Region akzeptierte, kinematische Form unterbrochen und einen experimentellen Langfilm vorgelegt. WHAT’S GOING ON? (Libanon/Frankreich 2010) trauert um den Verlust der Würde der Stadt und klagt diesen durch die Rückeroberung mittels der Kunst an.

Die palästinensische Revolution, die 1936 begann und noch immer andauert, ist ein zentraler Identifikationspunkt in der arabischen Welt und spielte in den frühen Jahren arabischen Filmschaffens eine bedeutende Rolle. Heute ist sie für die meisten Herrschenden zum Lippenbekenntnis verkommen und spielt allgemein im Kino eine eher unbedeutende Rolle. In den letzten 15 Jahren hat sich eine lebendige palästinensische Filmproduktion entwickelt, ungeachtet der vollkommenen Zerstückelung des Volkes. In PERFORATED MEMORY (Jordanien 2008) portraitiert Sandra Madi eine Gruppe von Ex-Guerilla Kämpfer_innen, die Armut und Vergessenheit ausgesetzt sind. Mit ihrer behutsamen Kameraarbeit bleibt Madi revolutionären Idealen treu und klagt die Korruption der Führer an, die auf internationalem diplomatischen Parkett hofiert werden.

SCHILDKRÖTENWUT (D 2012) von Pary El-Qalqili ist durchaus repräsentativ für die junge Generation arabischer Filmschaffender, oder Filmschaffender arabischen Ursprungs. Sie versuchen verzweifelt, die revolutionäre Vergangenheit ihrer Eltern zu verstehen, die für sie zum Synonym für nicht gehaltene Versprechen, Versagen und Schmerz geworden ist.

Die beiden sehr unterschiedlichen marokkanischen Filme in dem Programm stellen den europäischen Blick auf arabische Gesellschaften in Frage. Leila Marrakchis MAROCK (Marokko/Frankreich 2005) spielt in der Oberschicht von Casablanca. Der teure Mainstreamfilm erzählt, angelehnt an Marrakchis Biografie, die Geschichte einer 17-Jährigen aus einer liberalen muslimischen Familie, die sich kurz vor dem Abitur in einen gutaussehenden Juden verliebt. In Marokko hat der Film eine harte Debatte ausgelöst, vor allem, weil er an islamischen Werten kratzt. Dennoch war er im Jahr seiner Erscheinung der erfolgreichste Film an der Kinokasse des Landes.

Dalila Ennadre portraitiert, oder gibt die Bühne frei für eine alte Berberin, die als Prostituierte bei der französischen Armee gedient hat und heute als Bettlerin ihr Geld verdient. Die sprühende Energie der Protagonistin lädt ein zuzuhören, zu sympathisieren und mehr über marokkanische Geschichte zu lernen. Nach der Vorführung von I LOVED SO MUCH… (Marokko/Frankreich 2008) gibt es ein Gespräch mit Dalila Ennadre über Frauenbilder aus der arabischen Welt. Wer produziert sie? Wie entsteht das Klischee? Wie arbeitet Ennadre an der Erschaffung einer sehr anderen Darstellung ihrer Protagonistinnen?

FORBIDDEN (Ägypten 2010) von Amal Ramsis ist ein Akt des Ungehorsams. Am 25.1.2011, dem ersten Tag der Massenproteste in Ägypten, fertig gestellt, befasst sich der Film mit Verboten, die im Zusammenhang mit den Notstandsgesetzen erlassen wurden. Das Überleben schien nicht möglich, folgte man den Regeln, daher haben die Menschen jeden Tag Verbotenes getan. Ramsis und Gleichgesinnte gingen noch einen Schritt weiter, sie haben ihren Ungehorsam laut und deutlich in die Kamera gesprochen.

Werkstattgespräch mit Maysoon Pachachi
Die politischen Turbulenzen und Notstände der letzten Dekaden haben natürlich zu Exil und permanentem Unterwegssein von zahllosen Menschen aus der Region geführt. In ihren Dokumentarfilmen fängt die irakische, in London lebende Regisseurin Maysoon Pachachi Frauengeschichten von Vertreibung, Reise und Rückkehr ein, seien sie aus Palästina, dem Iran oder dem Irak. Neben ihrer Regiearbeit ist sie als Schnittmeisterin tätig und hat in Gaza und Jerusalem Film und Video unterrichtet, bevor sie 2003 nach Bagdad zurück gekehrt ist und dort (zusammen mit Kasim Abid) das Independent Film and TV College gründete. Maysoon Pachachi wird ihre Arbeit in einem Werkstattgespräch vorstellen.

Das Programm „What’s going on? – Fokus: Die arabische Welt“ wird von Irit Neidhardt, Betty Schiel und Sonja Hofmann kuratiert.
Es entsteht in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und mit Unterstützung durch den Evangelischen Entwicklungsdienst.

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Festivalorte: Odeon, Filmpalette, Filmforum NRW (im Museum Ludwig), COMEDIA Theater Köln, KunstSalon, Altes Pfandhaus

Förderer des Festivals: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, Stadt Köln, Kulturbüro Stadt Dortmund, Film- und Medienstiftung NRW, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW

Sponsoren: art’otel cologne, Volvo, choices

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