(openPR) HANNOVER. - Was würde ein Erdöl-Embargo gegen den Iran bringen, dass die EU-Außenminister zum 1. Juli 2012 beschlossen haben. Dabei muss man die Rolle und die Möglichkeiten betrachten, die der Iran bei der Versorgung der Welt mit Öl und Gas spielt. Er ist eines der bedeutendsten Länder für Erdöl- und Erdgasvorkommen und Mitglied der OPEC. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung informiert die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu Vorräten und Potenzialen von Erdöl und Erdgas sowie den Energierohstofflieferungen nach Deutschland.
„Obwohl der Iran als Erdöllieferland für Deutschland nur eine untergeordnete Bedeutung hat, wird ein europäisches Import-Embargo auf Grund der globalen Vernetzung des Erdölmarktes beispielsweise durch einen steigenden Ölpreis für uns Auswirkungen haben“, sagt Erdöl-Experte Hans-Georg Babies. „Allein die Ausfallmengen an Erdöl für Europa würden rund 40 Millionen Tonnen pro Jahr betragen. Dies könnte durch eine Steigerung der Förderung beziehungsweise eine Umverteilung von Importen aus anderen Lieferländern ausgeglichen werden“, so Babies.
Als Erdgas-Exportland ist der Iran trotz seiner enormen Reserven weniger bedeutend.
Erdöl
Mit über 20 Milliarden Tonnen an Erdölreserven liegt der Iran hinter Saudi-Arabien, Venezuela und Kanada an 4. Position in der Welt. Dies entspricht knapp 10 % der Welterdölreserven.
Seit Beginn der Erdölförderung wurden im Iran insgesamt knapp 9 Mrd. t Erdöl gefördert. Im Jahr 2010 belegte der Iran mit einer Jahresförderung von gut 203 Mio. t (etwa 5,2 % der Weltförderung) den weltweit vierten Rang. Nur die Russische Föderation (12,8 %), Saudi-Arabien (11,9 %) und die Vereinigten Staaten (8,6 %) förderten mehr. Seit 2004 schwankt die Förderung zwischen 200 Mio. t/a und 210 Mio. t/a (inkl. Kondensat) – vorgegeben durch die Quotenregelung der OPEC. Für den Iran liegt die Förderquote seit 2009 bei rund 165 Mio. t/a ohne Kondensat. Das Land ist bestrebt, seine Förderkapazitäten über die Entwicklung neuer Felder und EOR-Maßnahmen in alten Feldern auszuweiten. Gegenwärtig wurden im Iran mehr als 100 Erdölfelder entdeckt, die hauptsächlich im Südwesten des Landes konzentriert sind – onshore und offshore im Persischen Golf. Unter ihnen befinden sich mindestens 5 so genannte „Supergiants“ mit mehr als 680 Mio. t Reserven und etwa 40 „Giants“ mit mehr als 68 Mio. t, von denen sich bisher nur ein Teil in Förderung befindet. Von den bekannten Ölfeldern ist zurzeit nur etwa die Hälfte entwickelt, davon liegt ein Viertel offshore. Die sieben größten Felder steuern über 50 % der iranischen Erdölförderung bei.
Der Iran exportierte 2010 weit über die Hälfte seiner Förderung als Erdöl (112,4 Mio. t, 5,4 % der Welterdölexporte). Der Rest wird in zahlreichen Raffinerien zu Erdölprodukten für den Eigenbedarf und den Export veredelt. Grob gesehen, fließen etwa zwei Drittel der iranischen Erdölexporte nach Asien und ein Drittel nach Europa, das heißt, knapp 6 % der europäischen Ölimporte stammen aus dem Iran. Italien, Spanien, Frankreich, Niederlande und Griechenland sind die europäischen Hauptbezieher. Deutschland erhielt 2010 etwa 1,5 Mio. t Erdöl aus dem Iran, was etwa 1,6 % der gesamten deutschen Erdölimporte entsprach. 2011 fielen die Importe, nach vorläufigen Zahlen, unter 0,8 Mio. t (unter 1 % der deutschen Ölimporte).
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