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Pal Dragos: Was bedeutet Postmoderne? – Strukturlosigkeit – Selbstzerstörung

17.01.201210:44 UhrKunst & Kultur

(openPR) In diesem Jahrzehnt beginnt das Ende einer Kulturepoche, die wir als Postmoderne bezeichnen. Historiker späterer Zeiten werden diese Zeit als das Paradebeispiel des dualistischen Denkens reflektieren. Entweder die väterlich vermittelte kollektive Moral, wie die Tradition sie verlangte oder keine Moral, wofür sich letztlich die Postmoderne entschied. Das digitale Denken unserer Zeit (entweder O oder 1) ist nur eine Mutation des Dualismus und seines Nachfolgers, dem Nihilismus.

An die Stelle des bürgerlichen Über-Ichs, dem nur noch wenige nachweinen, kam die Trieborientierung als Abwehr gegenüber dem digitalen Nihilismus. Der Selbstschutz im Vakuum tarnte sich als Egoismus. Deswegen ist die Postmoderne eine Zeit des „Superegos“ als Kompensation der Strukturlosigkeit dieser Epoche und der Zeit der suchtartigen Zunahme der nicht beabsichtigten Selbstzerstörung. Wir könnten unzählige Beispiele aus der Wirtschaft oder Politik aufzählen.

Der kopflastige Intellektualismus bildet sich ein, die Strukturlosigkeit durch Spekulation zu überwinden, so wie der Lügen-Baron (gemeint ist hier Münchhausen) durch die Machtsymbolik seiner Haare versucht hatte, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen.

Man kann in der Endphase der Postmoderne eine Zuspitzung dieser Problematik erwarten. In den kommenden Jahren darf genauso eine mächtige Virus-Pandemie erwartet werden, wie eine zweite Stufe der weltweiten Wirtschaftskrise (double deep).

Gegen solche mächtigen Zerstörungswellen hilft nur die Kraft der individuellen und kulturellen Immunität, die sich gerade in dieser Krise der Vernunft als Chance aufdrängen muss.
Zur Wirtschaftskrise in der Postmoderne siehe auch vom selben Autor: „Die Struktur des globalen Kapitalismus“ Bd.1 und Bd.2, Norderstedt, 2006 und „Kapital in der Staatsfalle –Deflation und Inflation“, Norderstedt, 2009
Kostenfreie Leseproben: www.pal-dragos.de
Weitere Infos: www.wachstumstrend.de

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