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Reform des Steuersystems: Kirchhof nicht radikal genug

06.09.200517:19 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Die Nominierung des ehemaligen Verfassungsrichters Paul Kirchhof in das Kompetenzteam der Kanzlerkandidatin der Unionsparteien, Angela Merkel, hat die Debatte um eine Steuerreform weiter angefacht. „Radikal“ und „visionär“ sind nur zwei Attribute, die Kirchhofs Vorstellungen in den Medien zugeschrieben werden. „Das klingt gerade so, als könne man sich keine weitergehende Reform vorstellen“, kommentieren die Buchautoren Volker Freystedt und Eric Bihl die Wahlkampf-Schlagzeilen. Kirchhofs Ansatz sei zu kurz gegriffen. „Wirklich visionäre Konzepte müssen auf den Tisch“, so die beiden Autoren – so zum Beispiel die Vorschläge des Wirtschaftsanalytikers Helmut Creutz. In Ihrem vor wenigen Monaten erschienenen Buch „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“ haben sich Freystedt und Bihl mit dem Konzept von Creutz auseinandergesetzt.

Helmut Creutz habe ein System mit acht Steuerarten umrissen. Der wichtigste Schritt sei die Verschiebung der Bemessungsgrundlagen weg von Verdienst und Gewinn hin zu den Ausgaben, zum Verbrauch. „Dies hätte den großen Vorteil der leichten Ermittlung und Einziehung. Außerdem würde sich der Verwaltungsaufwand stark reduzieren. Wenn Arbeit nicht mehr besteuert wird, gibt es auch keine Schwarzarbeit mehr“, heben Freystedt und Bihl einige Vorteile hervor.

Durch das von Helmut Creutz entwickelte System würde der Bürger lernen, Ressourcen zu schonen. Dieser Ansatz sei einfach, transparent und gerecht. „Er trägt zur Umwelt-, Lebens- und Zukunftssicherung bei und fördert demokratische Strukturen“, sagen die beiden Münchner.

Die Steuerarten nach Creutz wären:
1. Umsatzsteuer (progressiv)
2. Rohstoff- und Energiesteuer
3. Bodennutzungssteuer
4. Wassernutzungs- und Wasserverschmutzungssteuer
5. Luftbelastungssteuer
6. Gesundheitssteuer
7. Verkehrssteuer
8. Geldnutzungssteuer

Literatur:
Helmut Creutz: Die 29 Irrtümer rund ums Geld, Signum-Verlag, August 2004
Volker Freystedt und Eric Bihl: Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht, Signum-Verlag, Februar 2005

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