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Autor von „Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten“

Bild: Autor von „Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten“
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Buchcover von "Mit dem Bösen leben"

(openPR) Stephen Batchelor, lange Jahre Mönch in der tibetischen und der Zen-Tradition, ist einer der großen Querdenker des gegenwärtigen Buddhismus und leitet weltweit Meditationsretreats.
Durch die gesamte Geschichte der Menschheit zieht sich der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, und kaum etwas fasziniert die Menschen mehr als dieser Widerstreit. Stephen Batchelor beleuchtet die vielfältigen Facetten dieses kulturprägenden Verhältnisses. Dabei bezieht er sowohl klassische religiöse Sichtweisen (Buddhismus, Christentum etc.) mit ein als auch philosophische, psychologische, mythologische und naturwissenschaftliche. Er bietet in diesem Buch einen zeitgemäßen Ansatz zu einem radikal neuen Verständnis von Gut und Böse.



Mag uns auch die Redeweise vom Bösen, gar vom Teufel oder von Mara, wie der Teufel im Buddhismus genannt wird, als Relikt eines längst überwundenen mythologischen Denkens erscheinen, so begegnen wir dem Bösen noch heute auf Schritt und Tritt, sei es in der Figur eines sadistischen Kindermörders, des Norwegers Anders Breivik, der fast 80 Menschen tötete, um ein Zeichen gegen Islam und Multikulturalismus zu setzen, einzelner Jugendlicher, die sich in hemmungslosen Gewaltakten berauschen – oder beim Blick in die Abgründe des eigenen Herzens.

Das Thema ist brandaktuell, und somit ist es umso erfreulicher, dass Stephen Batchelors großartiges Buch „Mit dem Bösen leben. Warum wir das Gute wollen und immer wieder das Böse tun“ wieder neu aufgelegt wurde. In seinem breit angelegten philosophischen Essay bebildert er Mara und den Teufel als Prototypen verschiedener spiritueller Traditionen neu, sodass sie in modernem Gewand vor uns stehen und wir ihre Verlockungen verstehen.

„Die ,Buddha-Natur‘ steht für die offene Perspektive, in der wir frei sind, auf den Ruf anderer zu antworten; die ,Mara-Natur‘ steht für die fixierten Positionen, die uns zu Reaktionen zwingen. Während sich aus einer Perspektive heraus die Möglichkeit entwickeln kann, einem Pfad ins Unbekannte zu folgen, stellt eine Position sicher, dass vom vorher abgesteckten Terrain nicht abgewichen wird.“ Und wer liebt nicht den sicheren Hafen fixierter, wenn auch eingeschränkter Sichtweisen, in denen sich ein vermeintliches Ich vor den Stürmen eines ungesicherten, freien Lebens gern flüchtet? Von hier aus mag der Weg zum „tatsächlichen Bösen“ (s. o.) weit sein, aber hier beginnt er.

„Der Teufel inkarniert sich heute als die strukturelle Gewalt, die die miteinander verbundene Welt durchdringt und zerreißt. Teile dieses globalen Netzwerks als böse zu verteufeln und andere als gut zu verherrlichen heißt, die Dinge voneinander zu trennen. Wir ignorieren, was die Geschichte wiederholt und blutig gelehrt hat, und fahren unbeirrt damit fort, das zu zerstören, was wir als das Böse wahrnehmen in der Hoffnung, dass eines Tages nur das Gute (d. h. wir und die Werte, die wir haben) vorherrscht. Nur steht jetzt viel mehr auf dem Spiel als früher. Die Erde ist zu klein und unser Zerstörungspotenzial zu immens geworden, als dass wir diese Art von Konflikt weiter aufrecht halten können.“ (Stephen Batchelor)

Stephen Batchelor: Mit dem Bösen leben. Warum wir das Gute wollen und immer wieder das Böse tun, edition steinrich 2011, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 978-3-942085-19-9, Euro 19,90

http://www.edition-steinrich.de

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