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Energiewende light schont Industrie

28.11.201113:19 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Zu den allgemein als gesichert geltenden Prognosen zählt die stetig aufsteigende Strompreiskurve. Wenn immer mehr regenerativ erzeugter Strom ins Netz gespeist und über dem Marktniveau vergütet wird, so die einfache Rechnung, klettere notwendigerweise analog auch der Endkundentarif. Und zwar für die Unternehmen wie für die Privatverbraucher. So zählt das Lamento über die standortschädigende Überbelastung der heimischen Industrie zum Standard-Repertoire ihrer Lobbyisten. Zu hohe Energiekosten vernichteten Arbeitsplätze und damit Wohlstand, der aber für die Energiewende unabdingbar sei, lässt etwa Hildegard Müller vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verlauten. Auch leiste das EEG Mitnahmeeffekten Vorschub. (http://ecostamp.de/artikel-lesen/article/industrievertreter-skeptisch-ueber-jobwunder-energiewende/)



Dass die privaten Stromverbraucher die Zeche zahlen müssen, ist unbestritten. Laut einer aktuellen Mittelfristprognose rechnen die Stromnetzbetreiber mit einem Anstieg der EEG-Umlage von derzeit 3,59 auf bis zu 4,7 Cent bis 2013. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat denn auch kürzlich angekündigt, gegensteuern zu wollen. Ab Juli 2012 sollen Solaranlagen nur noch bis zu einer deutschlandweiten Kapazität von 1000 Megawatt gefördert werden. Ist die Grenze bereits erreicht, wenn eine Anlage ans Netz geht, fließt kein Geld - eine Unsicherheit, die Investoren nachhaltig verschrecken dürfte. In diesem Jahr beläuft sich die neu installierte Solarleistung immerhin auf voraussichtlich 6500 Megawatt. Sollte der geplante Deckel eingeführt werden, könnte der Markt um gut und gerne 90 Prozent einbrechen, so Branchenvertreter. Von denen abgesehen herrscht allerdings weitgehend Einmütigkeit über die notwendige Absenkung der Solarförderung. Schließlich werden die im Tiefflug befindlichen Modulpreise in Kombination mit steigendem Effizienzgrad eine staatliche Förderung ohnehin in den nächsten Jahren überflüssig machen.

Umstritten ist hingegen, wie sehr eigentlich die deutsche Industrie unter der Energiewende zu leiden hat. "Es grenzt an gezielte Desinformation, dass die EEG-Umlage immer wieder als Menetekel für eine angebliche Deindustrialisierung Deutschlands strapaziert wird", gibt etwa Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, den Industrievertretern Kontra. Die von der Erneuerbare-Energien-Branche und der Bundesregierung getragene Agentur kommt in einer Marktstudie zu dem Schluss, dass sich die Einspeisung regenerativ erzeugten Stroms dämpfend auf die Preise auswirke. "Fakt ist, dass seit der Energiewende im Frühjahr die Börsenpreise für Strom stabil sind. Die Tendenz bei den Industriestrompreisen zeigt sogar nach unten", führt Vohrer aus. Im europäischen Vergleich liegen die Industriestrompreise laut Studie im Mittelfeld, für Großverbraucher sogar darunter.

Das ficht die Industrielobbyisten jedoch nicht an, die unverdrossen ihr Zeter und Mordio schreien - und damit in Berlin nicht auf taube Ohren stoßen. Ab 2012 wird der Kreis der Unternehmen, die nur eine deutlich reduzierte oder gar keine Umlage zahlen müssen, von derzeit 600 auf rund 6000 glatt verzehnfacht. Damit ist der Großteil derer, die zu einer energieeffizienteren Wirtschaftsweise "erzogen" werden sollten, von spürbaren Sanktionen befreit. Die Regierung fürchtet jedoch um die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Großunternehmen - und drückt die Kosten der Energiewende lieber vollständig Privatkunden und Kleinbetrieben auf. Holger Krawinkel, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband, bringt das in Rage: "Die Industrie massiv zu entlasten und allein die Kleinverbraucher die Zeche zahlen zu lassen, ist eine Dreistigkeit, die bisher ohne Beispiel ist." Hildegard Müller und ihre Kollegen aber freut's.

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