(openPR) Den Maiglöckchenduft gibt es nun mit neuer, umweltfreundlicher Note. Denn im acib (austrian centre of industrial biotechnology) hat man den Hauptgeruchsstoff des Chanel No. 5 biokatalytisch in hoher Reinheit hergestellt.
Wer an Parfum denkt, der hat einen Geruch in der Nase. Oder die opulenten Bilder des gleichnamigen Films und Buchs von Patrick Süskind im Kopf. Der gruseligen Methoden des Jean-Baptiste Grenouille bedarf dank der Biotechnologie heute aber niemand.
Der Geruch der Maiglöckchen machte Chanel No 5 seit seinem Erscheinen im Jahr 1921 zum erfolgreichsten Damenparfum der Welt. Dabei war da nicht einmal die reine Maiglöckchenessenz enthalten, sondern eine Duftmischung. Mehr war mit den technischen Möglichkeiten nicht machbar. Denn das Molekül, welches die Pflanze und das Parfum so gut duften lässt, ist "chiral". Sprich: Es existieren zwei Formen, die sich vom chemischen Aufbau her exakt gleichen. Nur sind die Atome so ausgerichtet, dass sich die zwei Formen so gleichen wie ein Bild und sein Spiegelbild. Oder wie zwei Schrauben mit gleichem Gewicht, gleicher Größe, gleicher Gewindesteigung - aber einmal mit Links- und einmal mit Rechtsgewinde, wie Prof. Kurt Faber vom acib erklärt. Das vollständige Trennen zweier Spiegelbild-Moleküle war bisher nicht möglich.
Die Forschungsgruppe um Kurt Faber hat es geschafft, diesen Maiglöckchenduft in reinster Form herzustellen. Man machte sich ein Enzym zu nutze, welches nur die gut riechende Form mit Hilfe der "chiralen Synthese" herstellen kann. Der große Vorteil des neuen Verfahrens: Im Gegensatz zur klassischen chemischen Synthese kommt man ohne Lösungsmittel und extreme Temperaturen aus. Das Verfahren ist viel umweltfreundlicher. Nun prüft ein Chemiekonzern die großtechnische Herstellung – für noch betörendere Parfums.
In der im Frühjahr 2010 gegründeten acib GmbH arbeiten rund 150 MitarbeiterInnen an neuen, umweltfreundlichen Methoden in der industriellen Biotechnologie.













