(openPR) Das sinfonische Blasorchester Westfalen Winds überzeugt beim Familienkonzert in Arnsberg mit klanglicher Reife
Die Füße im Saal standen nicht ruhig. Wie auch, wenn die 60 Musiker von Westfalen Winds zum Tanz einladen? Doch weder Tango noch Walzer standen auf dem Programm – dafür intonierte das Ensemble Volkstänze aus dem jüdischen, armenischen und russischen Kulturkreis in den Vertonungen von Adam Gorb, Alfred Reed und Dmitri Schostakowitsch. Eröffnet wurde der Konzertnachmittag mit James Barnes’ „Symphonic Overture“, in der sich eindrucksvoll eine Harfe mit den Bläserklängen mischte, so dass Dirigent Uli Schmidt mit den einzelnen Klangfarben spielen konnte. Dabei überzeugte er nicht nur mit dem Taktstock, auch zwischen den Stücken führte er informativ und mit Witz durch das Programm.
Beim Thema „Tanz“ durfte ein Werk natürlich nicht fehlen: In „Incantation and Dance“ hat John Barnes Chance einen „Opfertanz“ sowie rituelle Kulthandlungen in Anlehnung an unsere westeuropäischen Vorstellungen effektvoll zu einer Komposition ausgearbeitet. Nicht nur hier glänzte Westfalen Winds mit seiner Spielfreude. Schmidt gelang es, sowohl schüchterne Töne als auch effektvolle Klanggirlanden aus seinem Orchester herauszukitzeln. Beim musikalischen Höhepunkt wird so die Energie und Ekstase des Werkes spürbar. Gebannt lauschte das Publikum im Arnsberger Kulturzentrum.
Gelegenheit zur solistischen Entfaltung bekamen die einzelnen Register in den „Yiddish Dances“ von Adam Gorb. Die schalkhafte Es-Klarinette, eine klagende Posaune, ein lyrisches Englischhorn - es zeigte sich die ganze emotionale Bandbreite. Abwechslungsreich gestalteten sich ebenfalls die „Danceries“, in denen Kenneth Hesketh Melodien einer mittelalterlichen Anleitung zum Tanz eine moderne Gestalt gab. Zwischen langsamen Wiegenliedern und raschen Sprungtänzen harmonierte das Ensemble im Zusammenspiel. Schließlich wartete mit den Alfred Reeds „Armenian Dances“ noch ein weiterer Klassiker auf das Publikum. Souverän führte Schmidt seine Musiker durch die Tänze zum furiosen Finale.
Als „Rausschmeißer“ dienten schließlich die „Folk Dances“ von Dmitri Schostakowitsch. Doch es war ganz klar, dass Westfalen Winds nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde. Hier gab es mit einem Augenzwinkern die „Serenade“ von Derek Bourgeois - denn mit ihren vielen Taktwechseln ist sie alles andere als tanzbar. Da das Fußwippen das ganze Konzert über anhielt, ist auch nach dem dritten „Klangkaffee“ eine Fortsetzung ausgemacht. „Inzwischen gehört die Veranstaltung im Herbst zum regelmäßigen Veranstaltungsangebot im Kulturzentrum Hüsten“, freut sich Schmidt schließlich auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.
Mit großen (Tanz-)Schritten folgt schon Anfang März der nächste Auftritt des überregionalen Ensembles: Dann gastiert es wieder in der Akademie Bad Fredeburg. Die Tanzschuhe werden an den Nagel gehängt und die Schatten, die die Nacht auf den Tag werfen, stehen im Mittelpunkt – vielleicht auch die Schatten einer „durchtanzten“ Nacht...
Mit verschiedenen Erfolgen machte Westfalen Winds in der Vergangenheit auf sich aufmerksam: Sowohl beim Gastspiel des Posaunenquartetts der Berliner Philharmoniker, als auch beim internationalen Wettbewerb „Flicorno d’oro“ konnte das Orchester überzeugen.













