(openPR) Biologische Kunststoffe oder Biokunststoffe zählen zu einer relativ neuen Materialklasse für Verpackungen im Lebensmittelbereich. Biopolymere basieren auf nachwachsenden Rohstoffen, z.B. Cellulose, Stärke oder Milchsäure und sind biologisch abbaubar und kompostierbar. Auf diese Weise lassen sich die CO2 – Emissionen verringern und fossile Ressourcen schonen.
Die Verbraucher achten zunehmend auf Verpackungen, die solchen Ansprüchen genügen. Dabei müssen gerade Lebensmittelverpackungen auch besonderen Kriterien genügen, die die Produktsicherheit gleichermaßen bedienen wie die Informations- und Werbemöglichkeit.
Die Branchentransferstelle Ernährungswirtschaft im ILU Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. organisierte daher für Lebensmittelhersteller und Verpackungsindustrie einen Workshop, um diese Fragestellungen zu diskutieren.
Welche Entwicklungen hier denkbar sind wurden in diesem Workshop an Hand von praktischen Demonstrationen in Berlin im Center of Food Packaging der Beuth- Hochschule von Prof. Dr. Robert Kabbert und seinen Mitstreitern vorgestellt.
Das »Center of Food Packaging« (CFP) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt des Fachbereiches Life Science and Technology der Beuth Hochschule für Technik Berlin mit dem Fachbereich Gestaltung und Kommunikationsdesign der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.
Im Center of Food Packaging werden verschiedene Mono- und Mehrschichtfolien mit verbesserten Material- und Gebrauchseigenschaften an der eigenen Folienblasanlage hergestellt und hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen mit verschiedenen Modelllebensmitteln geprüft. Die zu untersuchenden Biopolymer- Folien mit unterschiedlich großen Polylactatanteilen von 32 % und 38 % werden mit Referenzfolien aus konventionellem Polyethylen verglichen. Die Verpackung und das darin verpackte Lebensmittel werden typischen Verarbeitungsprozessen wie Erhitzen, Kühlen, Tiefgefrieren ausgesetzt, um dann resultierende Veränderungen im Hinblick auf die Lebensmittelqualität, die Gasdurchlässigkeit, die Stoffübergangstheoreme und den Hygiene-Status zu erfassen. Parallel dazu werden Materialeigenschaften der Verpackungen ermittelt und Zusammenhänge zwischen diesen und den Veränderungen der Lebensmittel abgeleitet. Anschließend sollen farbige und antimikrobiell beschichtete Folien entwickelt und unter Anwendung der entsprechenden Testverfahren bewertet werden.
Im Center of Food Packaging vereinen verschiedene Labore ihre Kompetenzen. So arbeiten Lebensmittelmikrobiologie, Lebensmittelchemie, Lebensmitteltechnologie, Verpackungs-technik und Verpackungsdesign eng zusammen.
Erste Ergebnisse zeigen, dass die Polylaktatfolien gegenüber konventionellen Folien durchaus konkurrenzfähig sind. Des Weiteren stellte sich heraus, dass z.B. die Lagerungstemperatur einen sehr viel größeren Einfluss auf qualitätsrelevante Veränderungen - wie den Vitamin C-Abbau oder den Fettverderb – hat, als die Folienart.
Mit den Teilnehmern des Workshops wurden Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen von bilateralen oder aber Kooperations- Projekten besprochen.










