(openPR) Das Start-up BluePatent lagert Schutzrechtsrecherchen über eine Internetplattform an eine globale Expertencommunity aus – ein Prinzip, das auch als Crowdsourcing bezeichnet wird. Unternehmen erhalten durch die neuartige Art der Recherche besonders hochqualitative Recherchen zu Patenten und geschützten Marken oder Designs. Nachdem die Gründer die Rechercheplattform mit eigenen Mitteln aufgebaut haben, strebt BluePatent nun eine erste externe Finanzierungsrunde an - und hat über die Plattform Seedmatch einen Finanzierungsaufruf gestartet.
Über die kommenden zwei Monate kann sich nun jeder nach einer Registrierung bei Seedmatch an BluePatent beteiligen. Das Prinzip hinter Seedmatch nennt sich Crowdfunding, im Deutschen auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet: Viele Geldgeber steuern jeweils kleine Beträge bei, gemeinsam stemmen sie so auch größere Summen. Investitionen sind ab einer Höhe von 250 Euro möglich. Die Investoren sind in Höhe ihres Anteils am Wachstum des Unternehmenswertes beteiligt. Insgesamt strebt BluePatent eine Mindestfinanzierung von 50.000 Euro an. „Mit diesen Mitteln möchten wir die Funktionalität der Plattform erweitern und Marketingmaßnahmen für den Ausbau der Recherchecommunity und für die Kundenakquise finanzieren“, sagt Petr Nemec, Mitgründer und einer der Geschäftsführer von BluePatent. „Eine Finanzierung durch Crowdfunding ist für uns besonders attraktiv, denn neben finanziellen Mitteln erwarten wir uns davon auch, die Bekanntheit von BluePatent zu steigern.“
Jedes zweite Patent potentiell ungültig
Das Patentsystem leidet weltweit unter strukturellen Problemen. So werden beispielsweise immer mehr Patente zu Unrecht erteilt, da die Patentprüfer in den Patentämtern die Schutzrechtsanträge nicht umfassend auf ihre Neuheit prüfen können. Mit erheblichen Konsequenzen für technologisch ausgerichtete Unternehmen: „Immer mehr Firmen sind durch potentiell ungültige gegnerische Patente in ihrer unternehmerischen Freiheit eingeschränkt“, sagt der Patentanwalt Jan H. Stütz, einer der Schutzrechtsexperten im Unternehmen.
Um sich gegen potentiell ungültige Schutzrechtsansprüche zu wehren, beauftragen Unternehmen eine Recherche, bei der die Gültigkeit der fraglichen Schutzrechte geprüft wird. Der Patentexperte Helge Cohausz schätzt, dass sich inzwischen jedes zweite Patent durch eine intensive Recherche zu Fall bringen ließe, wie jüngst in den VDI Nachrichten zu lesen war. Zugleich leiden immer mehr Unternehmen darunter, dass ihre Schutzrechte von Konkurrenten verletzt werden. Auch hier bedarf es einer intensiven Recherche, um die Produktions- und Vertriebswege von Plagiaten aufzudecken.
Viele Augen sehen mehr als zwei
BluePatent bietet den betroffenen Firmen eine innovative Lösung, um solchen Problemen offensiv zu begegnen. Auf der Plattform www.bluepatent.com veröffentlicht das Start-up Rechercheaufrufe, in denen etwa Beweise dafür gesucht werden, dass ein Patent zu Unrecht erteilt wurde oder Markenrechte einer Firma verletzt werden. Experten aus aller Welt beteiligen sich an den Recherchen und reichen relevante Informationen über ein speziell entwickeltes Online-Formular ein. Für Unternehmen bietet die internetgestützte Schutzrechtsrecherche einen entscheidenden Mehrwert: Durch die Beteiligung einer großen, weltumspannenden Community kommen sie an Informationen, die ihnen bei einer klassischen Recherche eventuell verborgen bleiben würden.
Dadurch kann ein Unternehmen beispielsweise Beweise dafür finden, dass eine patentierte Technologie zum Zeitpunkt der Patentanmeldung schon zum Stand der Technik gehörte. Das erlaubt dem Unternehmen, das fragliche Schutzrecht rechtlich anzugreifen und kann somit erhebliche ökonomische Vorteile mit sich bringen: Gebildete Rücklagen werden frei, zuvor unzugängliche technische Lösungen können umgesetzt, neue Märkte erschlossen werden. Genauso können Inhaber von Schutzrechten über die Plattform nach Beweisen dafür suchen, dass ihre eigenen Patente, Markenrechte oder geschützten Designs verletzt werden. Mit geeigneten Beweisen lassen sich solche Schutzrechte gerichtlich durchsetzen. Künftig wird BluePatent das Crowdsourcing-Prinzip auch auf die monetäre Bewertung von Schutzrechten und neuen Technologien ausweiten.
Für ein faires Patentsystem und höhere Patentqualität
„Crowdsourcing bringt Unternehmen einen entscheidenden Mehrwert gegenüber normalen Patentrecherchen“, ist Patentanwalt Stütz überzeugt. Und die eingehende Prüfung von Schutzrechten hilft nicht nur den direkt Beteiligten – sie steigert auch die Qualität der erteilten Patente. Letztendlich sorgt die umfassende Überwachung gültiger Schutzrechte für mehr Fairness im marktwirtschaftlichen Wettbewerb.











