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Gibe III Damm: UN fordert Antwort von Äthiopien

Die Kwegu sind eines der indigenen Völker, die durch Gibe III in Äthiopiens Omo-Tal bedroht sind. © Survival
Die Kwegu sind eines der indigenen Völker, die durch Gibe III in Äthiopiens Omo-Tal bedroht sind. © Survival

(openPR) Aus wachsender Sorge um den Bau des kontroversen Gibe III Staudamms in Äthiopien, haben die Vereinten Nationen (UN) nun eine dringende Informationsanfrage an die Regierung gerichtet.

Das UN-Komitee gegen Rassendiskriminierung (CERD) hat der äthiopischen Regierung eine Frist bis Ende Januar 2012 gesetzt, um glaubwürdige Belege dafür vorzulegen, dass Gibe III und seine Folgen unabhängig bewertet wurden und die indigene Bevölkerung in der Region angemessen einbezogen wurde.

Das Komitee berief sich dabei auf sein "Verfahren zu Frühwarnung und dringendem Handlungsbedarf". CERD rief zu "konstruktivem Dialog" auf, wies aber darauf hin, dass frühere Informationsgesuche des UN-Sonderberichterstatters für indigene Völker ignoriert worden waren.

Auch das UNESCO-Weltkulturerbekommitee äußerte sich besorgt und rief Äthiopien auf, die "Bauarbeiten unverzüglich einzustellen". Das Komitee forderte zudem von "allen Finanzinstitutionen, die Gibe III unterstützen, ihre finanzielle Unterstützung zu suspendieren." Sowohl das Omo-Tal als auch Kenias Turkana-See, der sich aus dem Omo speist, zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Survival International hat die UN aufgefordert, wegen des Baus von Gibe III und der kommerziellen Verpachtung großer Flächen indigenen Landes in der südlichen Omo-Region aktiv zu werden. Der Staudamm wird den Flussverlauf des Omo regulieren und die Bewässerung der Plantagen ermöglichen.

Survival hatte erst kürzlich berichtet, dass 100 Angehörige indigener Völker für Kritik am Staudamm und an den Plantagen festgenommen und inhaftiert wurden.



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