(openPR) In Deutschland gibt über 70 sogn. Gesundheitsregionen, einige davon sind noch in der Ideen- oder Gründungsphase. Neben dem Gesundheitstourismus als stetig wachsendem Markt, fördern besonders die zunehmenden lokale bzw. regionale Vernetzung und die sektorübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitsmarkt ihr Entstehen. Dazu kommt, dass der Stellenwert einiger stark exportorientierten Branchen, der Zulieferunternehmen sowie zahlreicher branchennaher Dienstleistungen auch von der Politik (häufig zusammengefasst unter dem Schlagwort Gesundheitswirtschaft), nicht zuletzt in den betroffenen Bundesländern und Regierungsbezirken, als Chance auch für eine wachstumsorientierte Strukturpolitik erkannt wird.
Die sogn. Gesundheitsregionen zielen häufig auf ein gesundheitlich-medizinisches Innovationsmanagement, eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung und damit einer generellen gesundheitlichen Lebensqualität in den Regionen, eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in den gesundheitsbezogenen Einrichtungen und Unternehmen sowie einer entsprechenden Netzwerkbildung zum Informationsaustausch. In den seltensten Fällen richten sie allerdings - im Gegensatz zum wachsenden Gesundheitstourismus - direkt an den Verbraucher. Für mehr Transparenz sorgt nunmehr eine Untersuchung der Marktforscher der dostal & partner management-beratung gmbh aus Vilsbiburg.
Determiniert werden diese Regionen durch die spezifische Ausrichtung, Positionierung, Zielsetzung und nicht zuletzt auch ihren Aktivitäten von den Initiatoren. Zentrale Erkenntnis der Marktforscher ist, dass die untersuchten Gesundheitsregionen kaum aus gesundheitstouristischen Motiven entstanden sind, sondern in recht hohem Maße aus der Medizin (Kran-kenhausunternehmen, Reha- und Pflegeeinrichtungen, Ärzte), der Universitätslandschaft und einigen Branchen der Gesundheitswirtschaft heraus sich etablieren. Häufig orientieren sie sich daher an den regionalen Gebietsstrukturen und deren Verwaltungs- und Förderungseinrichtungen. Die Kostenträger aus der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zeigen dabei - läßt man den Norden Deutschlands unberücksichtigt - eine deutliche Zurückhaltung.
Die Analyse von 59 Gesundheitsregionen, von über 70 bei fließenden Grenzen zu etwa 200 - 300 „reinen“ Medizin- und Tourismusregionen bundesweit, dazu kommen wohl um die 1.000 lokale, meist kommunale Tourismusstellen, ergibt folgende anteilige Typologisierung: „Wirtschafts- / Regionalförderung“ i.d.R. angebunden an Wirtschaftsförderungs-Firmen der öffentlichen Hand oder an Industrie- und Handelskammern (29%), „Wirtschaftsclub“ u.a. zum innovativen Erfahrungsaustausch über die Branchengrenzen hinweg und zur Organisation von meist innengerichteten Veranstaltungen (20%), „Medizinisches Netzwerk“ u.a. zur Realisierung von medizinischen „Modellvorhaben“ oder der Vermarktung der (eher lokalen) Medizinregion (17%), „Verbraucherorientierung“ zur Stärkung der Gesundheit Arbeitnehmerschaft bzw. zur Erzielung Mehrumsatz von (medizinischen) Leistungs- und sonstigen Gesundheits(tourismus)anbietern (15%), „Regionale Informationsplattform / Internetportal für die Daseinsvorsorge / für das Gesundheitswesen“ (8%) und „Sonstige“ (10%) mit recht individuellen Ausrichtungen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass in der letztendlich divergierenden "Landschaft" der Gesundheitsregionen der Gesundheitstourismus noch eher ein „stiefmütterliches Dasein“ führt. Dies liegt daran, dass einerseits der Gesundheitswirtschaft, den medizinischen Leistungsanbietern und den Universitäten der Zugang zum Tourismus fehlt und es andererseits dem staatlich geprägten, lokalen bzw. regionalen Tourismus nicht gelingt, die Potentiale für die „Gesundheit“ gezielt zu erkennen und zu kommunizieren. Inwiewiet diese Regionen zum "Renner" werden, ist also noch nicht erkennbar.








