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Bürger stellen Forderungen an neues Gutachten zu ECE

(openPR) Bürgerinitiative Ludwigsstraße mahnt Transparenz beim Auswahlverfahren zum ECE-Zweitgutachten an

Mainz, 27. September 2011 - Nach der Vorstellung des Gutachtens zur geplanten ECE-Shopping-Mall auf dem zweiten LuFo befürwortet die Bürgerinitiative Mainzer Ludwigsstraße ebenfalls die Erstellung eines weiteren, unabhängigen Gutachtens.



„Die Präsentation der Zahlen und deren Interpretation hinsichtlich der Einzelhandelsverträglichkeit einer ECE-Shopping-Mall in Mainz durch BulwienGesa hat nicht nur bei uns Zweifel an der Unabhängigkeit dieses Gutachters genährt“, so Hartwig Daniels von der Bürgerinitiative Ludwigsstraße. „Bereits bei der Vorstellung im Stadtrat am Vortag war kritisch nach der Vergleichbarkeit der Daten zur Entwicklung der Zentralität von Mainz mit den als Referenz angeführten Nachbarstädten gefragt worden.“ In der Diskussion auf dem LuFo war im Hinblick auf die grafische Aufbereitung des Datenmaterials sogar von „offenkundigem Manipulationsversuch“ die Rede. In beiden Fällen war seitens BulwienGesa keine befriedigende Erklärung geliefert worden.

An ein weiteres Gutachten seien klare Anforderungen zu stellen, wie etwa ein öffentliches und methodisch durchdachtes Auswahlverfahren des Gutachters und dessen nachprüfbare Neutralität. Bei dem Gutachten sollen zudem nach Vorstellung der BI insbesondere empirische Daten berücksichtigt werden, wie sich die Ansiedlung vergleichbarer ECE-Shopping-Malls in anderen Städten im Hinblick auf Gewerbestruktur, Gewerbesteuereinnahmen, soziokulturelle Strukturen, Energieverbrauch und Kleinklima,

Verkehrsströme etc. ausgewirkt hat. So könne man die durch ECE in Aussicht gestellten Vorteile für die Stadt mit den tatsächlichen Folgewirkungen vergleichen. Daniels weist darauf hin, dass hierzu bereits Datenmaterial aus unabhängigen wissenschaftlichen Studien, z.B. vom unabhängigen „Deutschen Institut für Urbanistik“ (das auch von der Stadt Mainz mit finanziert wird) zur Verfügung steht.

„Vor allem kann und darf es hier nicht nur um die betriebswirtschaftlichen Belange eines solchen Centers gehen. Vielmehr ist eine städtebauliche, kommunalwirtschaftliche und raumordnerische Auswirkungsanalyse unerlässlich“, so Daniels. Diese sei nur zu leisten, wenn das Gutachten sich an politischen Vorgaben und Zielen für die Entwicklung der Altstadt orientiert.„Hier ist die Politik gefordert, endlich Klarheit zu den städtischen Konzepten der Stadtplanung und Stadtentwicklung zu schaffen, denn nur diese können einen sinnvollen Rahmen für eine zukunftsfähige Stadtreparatur am Standort Karstadt bieten. Unabhängig von allen Zahlenwerken und Spekulationen wird es letztlich eine rein politische Entscheidung sein müssen: Wie soll Mainz sich entwickeln? Das kann nicht die Entscheidung von Investoren oder Gutachtern sein.“

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