openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Millionen Tiere können vor Tierversuchen gerettet werden

25.08.201112:20 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Millionen Tiere können vor Tierversuchen gerettet werden
Millionen Tiere können vor Tierversuchen gerettet werden

(openPR) (Bonaduz, 25. August 2011) Erfolg: OECD anerkennt neue Testvorschrift für Giftigkeitsversuche

In «Rekordzeit» von vier Jahren hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine neue Richtlinie zur Prüfung von Chemikalien anerkannt. Dadurch müssen Chemikalien nicht mehr an mehreren Generationen von Tieren getestet werden, was zu einer deutlichen Reduktion von Tierversuchen führt. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner (AG STG) fordert die Schweizer Regierung auf, diese Richtlinie so schnell wie möglich umzusetzen und gleichzeitig die entsprechenden Tierversuche zu verbieten.



Die Überprüfung möglicher schädlicher Wirkungen von Chemikalien auf Menschen ist international vorgeschrieben. Dabei gibt die OECD ihren Mitgliedsstaaten (die Schweiz ist Gründungsmitglied) Richtlinien zur gegenseitigen Anerkennung von Testmethoden vor. Die neue Testvorschrift steht nun weltweit Firmen und Behörden zur sofortigen Anwendung zur Verfügung. Nun gilt es, diese neue Richtlinie möglichst schnell national umzusetzen.
«Die Schweiz gehörte in den vergangenen Jahren leider öfters zu praktisch den letzten Ländern, die (medizinisch) innovative und zukunftsorientierte Forschungs- und Testmethoden zulassen und umsetzen», so Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG. «Dieses verhaltene Vorgehen ist ethisch inakzeptabel und schadet dem Forschungsstandort Schweiz. Je früher Firmen innovative, schnelle und kostengünstige Testmethoden einsetzen können, umso mehr gewinnen sie dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten.»

Gegenwärtig werden für die Testung einer chemischen Substanz auf ihre Schädlichkeit bei Nachkommen bis zu 2600 Tierversuche durchgeführt. Sehr viele Tiere werden dabei insbesondere für die Zwei-Generationen-Studie verbraucht. Bei dieser wird den Tieren während Trächtigkeit und Säugezeit die Substanz täglich in den Magen gepumpt. Dasselbe danach ebenfalls ihren Jungen, bis diese selbst Junge haben und diese abgestillt sind. Mit der neuen Testvorschrift wird auf die Tierversuche an der zweiten Generation verzichtet. Dadurch müssen nach Angaben der Ärzte gegen Tierversuche e.V. pro Substanz bis zu 1400 Tiere weniger leiden und sterben. Somit können insgesamt mehrere Millionen Tierversuche eingespart werden.

Es dauerte vier Jahre, bis die OECD die neue Ein-Generationen-Reproduktionsgiftigkeitsstudie anerkannt hat. Normalerweise dauert dies bis zu 15 Jahre. Die beschleunigte Anerkennung wurde massgeblich von Tierversuchsgegnern, darunter ICAPO, einem weltweiten Zusammenschluss von Tierschutzorganisationen, vorangetrieben.
Der Zwei-Generationen-Test wird von Tierversuchsgegnern schon lange als wissenschaftlich überflüssig und ethisch inakzeptabel kritisiert.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Schweizer Regierung auf, Tierschutz und Wissenschaft Rechnung zu tragen und diese neue Richtlinie so schnell wie möglich zu akzeptieren und umzusetzen. Die AG STG hofft, dass die Schweiz zum Nutzen für Wissenschaft und Tierschutz in Zukunft mutiger handeln wird.
Ebenfalls fordert die AG STG mit der Umsetzung dieser Testvorschrift gleichzeitig ein Verbot der bisher angewandten Tierversuche.

Weiterführende Informationen:

OECD Guidelines for the Testing of Chemicals, Section 4: Health Effects; Test No. 443: Extended One-Generation Reproductive Toxicity Study, 28.06.2011: http://www.oecd-ilibrary.org/environment/test-no-443-extended-one-generation-reproductive-toxicity-study_9789264122550-en;jsessionid=hmrebwtuc4y3.delta

OECD TG 443-Extended 1-Generation Reproductive Toxicity Study officially approved. 04.08.2011: http://www.icapo.org/news.html

Wissenschaftliche Abhandlung «Tierversuche aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht»:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 565000
 976

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Millionen Tiere können vor Tierversuchen gerettet werden“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner

Bild: Mahnwache gegen 'gesetzeswidrige' AffenexperimenteBild: Mahnwache gegen 'gesetzeswidrige' Affenexperimente
Mahnwache gegen 'gesetzeswidrige' Affenexperimente
(Zürich/Rotkreuz) Regierungsrat befürwortet Affenversuche Im Juli 2015 haben drei Mitglieder der Zürcher Tierversuchskommission gemeinsam Rekurs gegen die geplanten Affenversuche am Institut für Neuroinformatik (INI) der Universität und ETH Zürich eingelegt. Wie anfangs dieses Monats bekannt gemacht wurde, hat der Zürcher Regierungsrat den Rekurs gegen die geplanten Experimente nun abgewiesen. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, hielt am Dienstag 22. Dezember eine Mahnwache als Zeichen gegen die geplanten Versu…
Bild: Ist der Mensch ein Schaf, ein Affe oder ein Huhn?Bild: Ist der Mensch ein Schaf, ein Affe oder ein Huhn?
Ist der Mensch ein Schaf, ein Affe oder ein Huhn?
(Aarau) Engel verteilen vergiftetes Weihnachtsgebäck «Möchten Sie gerne einen Arsen-Weihnachtskringel oder einen Zyankali-Spekulatius probieren?» fragten heute Engel in der Aarauer Altstadt. Viele Passanten blieben daraufhin irritiert, teils schockiert stehen, wurden dann aber gleich über den Hintergrund dieser Aktion aufgeklärt. Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) zeigte mit der Aktion «Vergiftetes Weihnachtsgebäck» auf, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar sind. Jährlich werden in …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Tierversuchszahlen 2024 veröffentlicht: über 3 Millionen Tiere in Tierversuchen verwendet
Tierversuchszahlen 2024 veröffentlicht: über 3 Millionen Tiere in Tierversuchen verwendet
Insgesamt erfasst die offizielle Statistik der Bundesregierung 3.063.569 Tiere, die 2024 im Zusammenhang mit Tierversuchen verwendet und allergrößtenteils getötet wurden (1). Das sind rund 438.000 Tiere weniger als im Jahr zuvor. Der bundesweit tätige Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) begrüßt diesen Rückgang, fordert jedoch, ihn deutlich zu beschleunigen. …
Neue Statistik: Immer mehr Tierversuche - 2,82 Millionene Tiere gequält und getötet
Neue Statistik: Immer mehr Tierversuche - 2,82 Millionene Tiere gequält und getötet
… gegen Tierversuche (ÄgT). Die gestern veröffentlichte Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bezieht sich wie im Vorjahr auf die in Tierversuchen verwendeten Tiere. Bis 2016 wurden jedoch auch Tiere mitgezählt, die etwa zur Organentnahme getötet wurden (Kategorie „zu wissenschaftlichen Zwecken getötet“). „Die tatsächliche …
3,9 Millionen verschwiegene Tieropfer - Rechtsstudie: Tötung überzähliger „Versuchs“tiere ist rechtswidrig
3,9 Millionen verschwiegene Tieropfer - Rechtsstudie: Tötung überzähliger „Versuchs“tiere ist rechtswidrig
Gemeinsame Pressemitteilung Ärzte gegen Tierversuche e.V. Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. 30.04.2020 Zusätzlich zu den 2,8 Millionen Tieren, die in Deutschland in Tierversuchen leiden und sterben, werden – laut einer aktueller Information der Bundesregierung – weitere 3,9 Millionen Tiere in Tierversuchseinrichtungen gezüchtet, …
Bild: Tierversuche: Aktuelle Negativ-Rangliste der Bundesländer
Tierversuche: Aktuelle Negativ-Rangliste der Bundesländer
Deutschlandweit die meisten Tierversuche in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg führen auch 2024 die Negativ-Rangliste zu Tierversuchen an, die der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) erstellt hat (1). Zwar ging die Gesamtzahl der erfassten Tiere im Vergleich zum Vorjahr um …
Neue Statistik: Tierversuchszahlen in der EU auch 2017 nicht gesunken - Deutschland auf Platz 2
Neue Statistik: Tierversuchszahlen in der EU auch 2017 nicht gesunken - Deutschland auf Platz 2
… liegt vor und zeigt, dass im Jahr 2017 um die 22 Millionen Tiere in europäischen Laboren getötet wurden. Darunter fallen rund 10 Millionen Tiere, die in meldepflichtigen Tierversuchen eingesetzt wurden – das sind genauso viele wie in den letzten Jahren auch. Deutschland nimmt in der traurigen Statistik den 2. Platz ein. Dieser alarmierende Zustand zeigt …
Zum Welttierschutztag: 'Tierversuchsfreie Forschung jetzt in Spitzenposition befördern'
Zum Welttierschutztag: 'Tierversuchsfreie Forschung jetzt in Spitzenposition befördern'
… kratzen am Goldstandard Tierversuch.“ So weisen Tierversuche z. B. im Bereich Medikamententestung heute eine noch stärkere Versagerquote auf als vor 10 Jahren: 95 % der in Tierversuchen für sicher und wirksam befundenen Arzneien fallen beim Test an Menschen (Klinische Prüfung)* durch. 2004 waren es laut der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA 92 %, …
Bild: EU-Tierversuchsstatistik 2023
EU-Tierversuchsstatistik 2023
… Zahlen. Selbst behördlich anerkannte tierversuchsfreie Methoden werden weiterhin nicht konsequent eingesetzt.2023 wurden in der EU und Norwegen 7.974.226 Tiere erstmals in Tierversuchen eingesetzt. Hinzu kamen 102.369 „wiederverwendete“ Tiere, sodass insgesamt 8.076.595 Tiere direkt in Versuchen verwendet wurden. Weitere 330.458 Tiere wurden für die …
Uni Gießen will Tierversuche zementieren - Neues 3R-Zentrum soll von Tierexperimentator geleitet werden
Uni Gießen will Tierversuche zementieren - Neues 3R-Zentrum soll von Tierexperimentator geleitet werden
… bei dem Leiter und Lehrstuhlinhaber mit Tierexperimentatoren besetzt werden sollen. Zwei neue Professuren an den Universitäten Frankfurt und Gießen sollen zur Vermeidung von Tierversuchen beitragen, so der vor rund anderthalb Jahren bekannt gegebene Plan des hessischen Wissenschaftsministers Boris Rhein. Über einen Zeitraum von fünf Jahren steckt das …
Zum Welttierschutztag schlagen Ärzte gegen Tierversuche Alarm:
Zum Welttierschutztag schlagen Ärzte gegen Tierversuche Alarm:
… andere Tiere in deutschen Laboren getötet. Die Gesamtstatistik für 2015 wird in den nächsten Monaten erwartet. Der Ärzteverein führt seit Jahren eine Negativrangliste zu Tierversuchen im Bundesländervergleich. Bislang sind für 2015 Zahlen aus fünf Bundesländern verfügbar. In Niedersachsen sind die Tierversuche besonders massiv um über 42 % von 237.866 …
Bild: Presseerklärung Tierschutz hier! – DAS ORIGINAL vom 21.03.2019
Presseerklärung Tierschutz hier! – DAS ORIGINAL vom 21.03.2019
… Millionen Tiere sterben jährlich alleine in deutschen Versuchslaboren. Tierversuche sind durch den Einsatz von tierversuchsfreien Verfahren zu ersetzen. Viele Erkenntnisse aus Tierversuchen sind auf dem Menschen nicht übertragbar und damit überflüssig. Versuche an Menschenaffen wollen wir grundsätzlich verbieten. Wir fordern eine europaweite Strategie …
Sie lesen gerade: Millionen Tiere können vor Tierversuchen gerettet werden