(openPR) MÜLLHEIM. Das Markgräflerland bietet Urlaubern viele interessante Ausgangspunkte, von denen aus sich die Schönheiten der Landschaft sowie das vielseitige Freizeit- und Erholungsangebot der Ferienregion erschließen lassen. Einen ganz heißen Tipp hatte schon August Macke (1887 – 1914), einer der bedeutendsten deutschen Vertreter der expressionistischen Malerei, parat: „Du glaubst gar nicht, wie wohl ich mich hier fühle. Alle sind hier so gut. Solch eine kleine Stadt ist etwas Herrliches“, schrieb er im Jahr 1905 an seine damalige Freundin und zukünftige Frau Elisabeth. Mit der „kleinen Stadt“ meinte er Kandern am südlichen Ende des Markgräflerlands. Die Stadt ist in der Tat ein idealer Ausgangspunkt für erholsame Ferientage im Markgräflerland. Von hier aus lädt das großzügig ausgebaute Wander- und Radwegenetz der Region zu ausgiebigen Touren in die Weinberge am Rande der Rheinebene und auf die Gipfel des südlichen Schwarzwalds ein. Hier locken die nahen Kurorte Bad Bellingen und Badenweiler mit ihrem modernen Bäder- und Wellnessangebot, und von hier aus sind die Wege nicht weit zu den historischen und kulturellen Anziehungspunkten im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
Aber wie August Macke wusste: Auch Kandern alleine ist eine Reise wert. Der Maler, der einen großen Teil seiner Kindheit in Köln und Bonn verbracht hatte, besuchte die Stadt im Jahr 1905 zum ersten Mal. Er schloss den Ort nicht nur wegen seiner älteren Schwester Auguste, die mit dem „Kronenwirt“ verheiratet war, sofort ins Herz. Er ließ sich auch von Beginn an von dem Städtchen und seiner Umgebung bezaubern. Immer wieder kehrte er bis zu seinem tragischen Tod im ersten Weltkrieg zurück, um sich hier für seine Malerei inspirieren zu lassen. „Ich kenne keinen Ort, der derart klassische Motive aufzuweisen hätte wie dieses herrliche Kandern“, sagte der Maler einmal. Mit Begeisterung skizzierte er arbeitende Bauern, Frauen in Trachten, die hügelige Landschaft am Fuße des Südschwarzwalds. "Erde, Gras, Mist, junge Kälber …, Köchinnen, kannst du dir etwas Schöneres denken? Und die Sonne bescheint das alles, dass es nur so zittert in der frischen Frühlingsluft", schwärmte er in einem Brief an Elisabeth im Jahr 1905. Rund 20 Ölgemälde, zahlreiche Zeichnungen, mehrere Skizzenbücher und Aquarelle entstanden so bei seinen Aufenthalten.
Auf Mackes Spuren in Kandern
Die Stadt Kandern hat in den vergangenen Jahren viel unternommen, um die Erinnerung an den großen Maler mit Leben zu erfüllen. Im Mittelpunkt steht dabei der August-Macke-Rundweg, den der Kanderner Macke-Kenner Karlheinz Beyerle maßgeblich konzipiert hat. Der Weg führt in rund einer Stunde zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt und zu allen wichtigen Plätzen und Motiven, die im Leben und Wirken des Künstlers eine wichtige Rolle spielten. Zu den Werken, die in Kandern entstanden, gehören „Straße mit Kirche in Kandern“ aus dem Jahr 1911 und „Wäsche im Garten in Kandern“ aus dem Jahr 1907. Beide Werke können im Museum für Neue Kunst in Freiburg besichtigt werden. Aber auch die Stadt Kandern ist im Besitz eines Originals. Das Portraitbild „Knabe auf dem flachen Dach in Kandern“ aus dem Jahr 1907 zeigt den luxemburgischen Künstlerfreund Claus Cito. Es ist im Heimat- und Keramikmuseum der Stadt ausgestellt.
Töpfer- und Keramikkunstszene
Dass Kandern im Laufe der Jahre ein attraktiver Anziehungspunkt und Lebensort für Künstler blieb, ist aber nicht nur August Macke zu verdanken, sondern liegt auch in der Entwicklung der Stadt begründet. Schon im Mittelalter war der Ort ein zentraler Marktflecken der markgräflichen Herrschaft Sausenburg. Vor allem das Töpferei- und Zieglereihandwerk, das seit dem 16. Jahrhundert eine immer größere Rolle spielte, sorgte für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Neben eher praktischen Produkten wie Ölkrügen, Fett- und Gugelhupf- und Puddingformen sowie Kaffeegeschirr entwickelte sich die Töpferei in Kandern auch als künstlerisches Ausdrucksmittel. Dafür stehen Namen wie Max Laeuger (1864 - 1952), Richard Bampi (1896 - 1965) und Horst Kerstan (1941-2005), die der Keramikkunst in Deutschland wichtige Impulse gaben. Jährlicher Höhepunkt der Keramikkunstszene ist der Kanderner Töpfermarkt Ende September (in diesem Jahr am 24. und 25. September) auf dem Blumenplatz im Herzen der Stadt. Dort präsentieren Aussteller aus Deutschland und dem europäischen Ausland die gesamte Vielfalt der Stilrichtungen in der zeitgenössischen Keramikkunst. Ein Muss ist auch ein Besuch des Heimat- und Keramikmuseum, das alles über die Töpferei und Ziegelherstellung in Bildern und Exponaten erzählt. Bis zum 30. Oktober 2011 ist hier noch die Sonderausstellung „Kandern – Kleine Stadt & Große Künstler“ zu sehen. Sie zeigt unter anderem Werke von Macke und den bedeutenden Keramikkünstlern Max Laeuger und Horst Kerstan.
Eisenbahnromantik mit dem „Chanderli“
Eine Attraktion ganz anderer Art nicht nur für Eisenbahnfreunde ist das „Chanderli“, die historische Kandertalbahn. Die 13 Kilometer lange Bahnlinie durch das liebliche Kandertal zwischen Weil-Haltingen und Kandern wurde am 1. Mai 1895 Betrieb genommen. Bis in die 1960er Jahre fuhren regelmäßig Dampfzüge auf dieser Strecke, ehe nach einem Hochwasser 1978 der Schienenverkehr eingestellt wurde. Die Wiederinbetriebnahme ist der Initiative der europäischen Vereinigung der Eisenbahn- und Dampflokfreunden „Eurovapor“ zu verdanken, deren Engagement dafür sorgte, dass die Dampfloks seit 1986 wieder für sonntägliche Ausflugsfahrten von Mai bis Oktober unterwegs sind. Glanzstück des Fuhrparks ist die „Chanderli“ - eine Dampflok, die 1905 in den Borsig-Werken Berlin gebaut wurde. Zum Fuhrpark gehören außerdem der älteste betriebsbereite Dieseltriebswagen Kontinentaleuropas aus dem Jahr 1928 und eine weitere Dampflok aus dem Jahr 1915. Die Personenwagen stammen aus den Jahren 1878 bis 1945. Lokomotiven und Wagen der Kandertalbahn sind am Bahnhof in Kandern beheimatet. Eisenbahnfreunde können bei einer Depotführung alles Wissenswerte über die Fahrzeuge sowie die Geschichte der Bahn erfahren und den Mitarbeitern bei ihren Unterhaltungsarbeiten über die Schulter schauen.
Infos über Wandern und Mountainbiken
Der Erholungsort Kandern bietet seinen Urlaubsgästen ein sehr gut ausgebautes Wanderwegenetz. Neben dem August-Macke-Rundweg lädt eine Vielzahl von Touren zum Entdecken der Umgebung ein.
Wolfsschlucht:
Abenteurlich und spannend gerade für Familien ist eine Wanderung durch die Wolfsschlucht mit ihren steilen Felsen und meterhohen Abbrüchen. Der beindruckende Felsenweg ist Teil des Schwarzwald-Westwegs.
Walderlebnispfad:
Der Walderlebnispfad bietet vielfältige Einblicke in die Natur. An 15 Stationen (unter anderem Pirschpfad, Tierweitsprung, Imkerei, Tierspuren und Barfußpfad) gibt es viel Spannendes und Wissenswertes zu erleben und zu entdecken.
Planeten-Zeitweg:
Auf dem sechs Kilometer langen Planetenweg Egerten-Kandern durchwandert man ein maßstabgetreues Modell unseres Sonnensystems. Die Angaben auf den 13 Texttafeln sind mit zahlreichen aktuellen Informationen und faszinierenden Originalfotos ausgestattet.
Sausenburg:
Mit kleinem Proviant kann man ab Kandern gemütlich zur verträumten Sausenburg wandern. Markgraf Hermann V. hat sie im 13. Jahrhundert auf dem Sausenberg erbaut. Wer es bis zur Sausenburg geschafft hat, kann aus dem großen Spaziergang auch eine Tagestour zum Hochblauen auf 1.165 Meter Gipfelhöhe machen. Dort gibt es auf dem Aussichtsturm einen traumhaften Blick auf die Schweizer Alpen.
Kanderner „Gemarkungsmarathon“:
Diese Rundtour für Mountainbiker ist 48 Kilometer lang und führt auf Waldwegen und kleinen Straßen dicht an der Gemarkungsgrenze um Kandern herum. Es sind Steigungen von über 1.200 Höhenmeter zu bewältigen.
Weitere Informationen unter:
www.kandern.de
www.kandertalbahn.de
www.markgraefler-land.com













