(openPR) München, 27. Oktober 2016 (kk) – Sicherlich hat August Macke dem Herzöglichen Bräustüberl am Tegernsee so manchen Besuch abgestattet. Doch 1910 malte er die Kinder des dortigen Brauburschen Meier, die damals in der Nachbarschaft der Familie Macke lebten. Nun kommt das einzigartige Ölgemälde bei den Auktionen vom 8.-10. Dezember bei Ketterer Kunst in München mit einem Schätzpreis von EUR 300.000-400.000 zum Aufruf.
Bei der Arbeit handelt es sich um eine von zwei Versionen, die August Macke anfertigte. „Kinder am Brunnen I“ war einst Teil der bedeutenden Sammlung von Bernhard Köhler, seines Zeichens früher Förderer von August Macke und Franz Marc. Diese Version wurde allerdings während eines Luftangriffs auf Berlin im zweiten Weltkrieg mit zahlreichen weiteren Kunstwerken zerstört.
Das Entstehungsjahr 1910 war für August Mackes Œuvre sehr bedeutungsvoll, denn erstmals hatte er am Tegernsee die Ruhe, in der Malerei seine Persönlichkeit zu entfalten. Die in dieser Zeit entstanden Werke sind von ungeheurer Klarheit, so wie in diesem Ölgemälde deutlich erkennbar. Besonders reizvoll ist hier zudem die spannungsreiche kompositorische Aufteilung. Das Mädchen links, fest auf dem Boden stehend umfasst den Krug mit sicherer Hand, während der Junge, rechts auf dem Brunnenrand sitzend, die Wasserfläche im Blick zu haben scheint. Macke erfasst die Personen in dem sie umgebenden Raum, dem er sie stilllebenhaft zuordnet. So wird das Grundkonzept der Kontemplation nicht gestört, sondern vermittelt sich direkt und leise.
Zu den weiteren Toplosen der Abteilung Klassische Moderne zählt Emil Noldes mit EUR 500.000-700.000 bewertetes Ölgemälde „Figur und Clematis“. Der Künstler lässt hier Pflanze und Objekt einen subtilen Dialog eingehen und erzeugt mit viel Raffinesse eine ganz besondere Magie, die auch in der Explosion der Farben in einigen Aquarellen zu spüren ist, die ebenfalls zum Aufruf kommen. Hier begeistert vor allem das tiefe Blau, in das die „Landschaft (Marschlandschaft in der Dämmerung)“ getaucht ist, und das leuchtende Rot von „Schwüler Abend“ (Taxen: EUR 100.000-150.000 bzw. EUR 70.000-90.000).
Die Strahlkraft der Farbe betört auch in Hermann Max Pechsteins Ölgemälde „Rote Häuser“. Das kleinformatige 1932 entstandene Werk, das mit EUR 200.000-300.000 an den Start geht, wird erstmals auf dem Kunstmarkt angeboten. Dem gegenüber steht eine eher zurückhaltende Farbigkeit in Pechsteins „Wintermorgen“ (Taxe: EUR 80.000-100.000), die eine Hinwendung zu mehr Sachlichkeit erkennen lässt.
Eine ausgeglichene, durch Toninhalte geprägte Farbigkeit bestimmt auch Gabriele Münters 1924 entstandenes Ölgemälde „Murnau, Hauptstrasse am Sonntag im Mai“. Die ungewohnte Dynamik dieser Komposition ist in der kühnen Perspektive begründet und dürfte bei einer Schätzung von EUR 140.000-180.000 sicherlich für viel Bewegung im Auktionssaal sorgen.
Weitere beeindruckende Werke kommen neben Georg Schrimpfs Ölgemälde „Im Hof/Geschwister“ (Taxe: EUR 80.000-120.000), mehreren Losen von Otto Dix, Karl Hofer, Ernst Ludwig Kirchner und Paul Klee u.a. auch von Cuno Amiet, Auguste Herbin, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Otto Mueller, Georg Tappert, Marianne von Werefkin und Eugeniusz Zak
Für die Werke der Abteilungen Kunst nach 1945 und Contemporary Art, die ebenfalls in der Auktion vom 8.-10. Dezember in München zum Aufruf kommen, siehe separate Presseemeldungen.
Vorbesichtigung:
03.-05. November, Ketterer Kunst, Holstenwall 5, 20355 Hamburg*
08./09.November, Galerie elten & elten, Wilfriedstr. 19, 8032 Zürich, CH*
14./15.November, Galerie Schwind, Fahrgasse 8, 60311 Frankfurt*
18.-21. November, Ketterer Kunst, Malkastenstr. 11, 40211 Düsseldorf*
25. Nov.-02. Dez., Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, 10719 Berlin*
04.-09. Dezember, Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, 81829 München**
* ausgewählte Werke ** alle Werke












