(openPR) Am 10. April 2016, um 11.00 Uhr wird der Oberrhein-Römerradweg durch Markgräfler Land und Kaiserstuhl offiziell im Regionalmuseum Römervilla in Grenzach-Wyhlen eröffnet. Vertreter der jetzt sogar 17 beteiligten Gemeinden Grenzach-Wyhlen, Rheinfelden, Lörrach, Binzen, Fischingen, Efringen-Kirchen, Bad Bellingen, Schliengen, Auggen, Badenweiler, Müllheim, Heitersheim, Bad Krozingen, Breisach, Sasbach, Endingen und Riegel haben sich Anfang des Jahres 2015 getroffen, um das Touristik-Konzept für die Erweiterung des bisherigen Breisgauer-Römerradweges fortzuführen. Was lag da näher, als den bereits 2013 eröffneten Römerradweg von Badenweiler bis Riegel zu erweitern und die Sehenswürdigkeiten und Museen mit römischer Geschichte von Müllheim bis Grenzach-Wyhlen hinzuzufügen. Die bedeutendsten Plätze römischer Vergangenheit zwischen Grenzach-Wyhlen am Hochrhein und Riegel am Kaiserstuhl sind jetzt durch einen 140 km langen Radweg miteinander verbunden, der deshalb umbenannt wurde in „Oberrhein-Römerradweg“.
Mit der Konzeption und Durchführung wurde die Archäologie-Werkstatt mit Dr. Christel Bücker und Dr. Michael Hoeper beauftragt. Zusammen mit Elias Danner von den Mammut-Studios wurde ein zweiter Kurzfilm zum neuen Abschnitt des Oberrhein-Römerradweges gedreht, der auf der ergänzten Internetseite http://www.oberrhein-roemerradweg.de/ und den Internetseiten der Gemeinden anzuschauen ist. Die beiden Kurzfilme sollen den Radlern vorab einen Eindruck von den Stationen mit römischer Geschichte sowie von der schönen Landschaft am Oberrhein geben und Lust machen, sich auf dem Weg zu begeben.
Von Prunkvillen, Gutshöfen, Bergbau und Kirchen auf römischen Mauern
Schon die Römer wussten vor fast 2000 Jahren die schöne Landschaft und die fruchtbaren Böden im Markgräfler Land und am Kaiserstuhl zu schätzen. Große Teile Südwestdeutschlands gehörten zwischen dem ersten und fünften Jahrhundert nach Christus zum römischen Weltreich. Von der Zugehörigkeit zum Imperium Romanum zeugen noch heute zahlreiche Hinterlassenschaften, die entlang des Radweges zu entdecken sind.
Die Erweiterung des Römerradweges beginnt im Regionalmuseum Römervilla in Grenzach. Dort sind die ausgegrabenen Teile einer römischen Prunkvilla mit Badeanlage und Zierwasserbecken aus dem 2. und 3. Jahrhundert überdacht. Die nächste Station ist die gegenüber der Römerstadt von Augusta Raurica gelegene Ruine des Brückenkopfes von Wyhlen an der spätantiken Rheingrenze. Bei der ehemaligen Rheinbrücke lag im 4. und 5. Jahrhundert ein Kleinkastell an der römischen Fernstraße zur Donau. Weiter geht’s Richtung Rheinfelden zum Haus Salmegg. Dort ist heute das Stadtmuseum von Rheinfelden untergebracht. Auf den Dinkelberg, oberhalb von Nollingen, sind die restaurierten Mauerreste eines bescheidenen römischen Gutshofes zu entdecken. Auf dem Weg nach Lörrach im Ortsteil Brombach liegt ein weiterer kleiner römischer Gutshof. Auch er zeugt von der einfachen Bevölkerung, die mit Viehwirtschaft ihr Brot verdiente. Im Keller fand man die weltweit einzigen – durch Verkohlung erhaltenen – römischen Äpfel, die im Dreiländermuseum in Lörrach zusammen mit weiteren römischen Funden zu besichtigen sind. Durch den Grütt-Park geht es weiter nach Binzen mit seinem historischen Gasthäusern und Weingütern. Ausgrabungen belegen, dass die Peterskirche von Fischingen mit ihren mittelalterlichen Fresken auf den römischen Mauern eines Gutshofes errichtet wurde. In Efringen-Kirchen mit weiteren römischen Fundorten kann man das „Museum in der alten Schule“ besichtigen. In der Nähe liegt der historisch bedeutende Isteiner Klotz, der noch bis ins 19. Jahrhundert vom Rhein umflossen wurde. Die Römerstraße führt uns weiter zu der auf römischen Mauern errichteten Peterskirche in Blansingen. Ihre mittelalterlichen Wandmalereien sind ein bedeutendes Zeugnis religiöser Kunst am Oberrhein. Die Geschichte der Badekultur von der Römerzeit bis zur Neuzeit wird im Oberrheinischen Bädermuseum in Bad Bellingen illustriert. Beim Ortsteil Hertingen informiert eine Infotafel direkt am Radweg über die Ausgrabungen eines großen römischen Gutshofes, der im Zusammenhang mit dem Bohnerztagebau stand. Ein kleiner Abstecher des Radweges führt in den Wald, wo tiefe Trichter vom Bohnerz-Tagebau zur Gewinnung von Eisen seit der keltisch-römischen Zeit bis in das 19. Jahrhundert hinein zeugen. Bohnerztagebau und Eisenverhüttung in römischer Zeit ist ebenso auch bei Schliengen durch Ausgrabungen nachgewiesen. Westlich von Auggen in der Rheinebene sind im Acker die Überreste eines sehr großen römischen Gutshofes durch zahlreich Lesefunde und geomagnetische Messungen nachgewiesen. Einige Funde, die im Markgräfler Museum in Müllheim ausgestellt sind, weisen auf eine prunkvolle Ausstattung des Gutshofes hin. Und bis Riegel am Kaiserstuhl warten entlang des Radweges noch weitere viele Highlights der römischen Geschichte auf Entdecker, über die man sich auf der Internetseite: http://www.oberrhein-roemerradweg.de/ vorab informieren kann.
Weitere Informationen
Neben der Internetseite ist zum Oberrhein-Römer-Radweg eine 88-seitige Broschüre erschienen, die bei den Gemeinden, in den Museen und in Tourist-Informationen erhältlich ist und alles Wissenswerte zum Radweg und zu den Sehenswürdigkeiten enthält. Außerdem kann man auf der Internetseite des Radweges sowie bei den Gemeinden und Tourist-Informationen einen GPS-Track herunterladen und die Kurzfilme ansehen.













