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Auf Kulturreise im Markgräflerland

30.03.201008:39 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Auf Kulturreise im Markgräflerland
Straße mit Kirche in Kandern aus dem Jahr 1911 von August Macke (Bildnachweis: Museum für neue Kunst, Freiburg)
Straße mit Kirche in Kandern aus dem Jahr 1911 von August Macke (Bildnachweis: Museum für neue Kunst, Freiburg)

(openPR) MÜLLHEIM. Von den Römern entdeckt, von Künstlern, Literaten und Schöngeistern geliebt – das Markgräflerland und insbesondere der Kurort Badenweiler wurden Quellen der Inspiration und der Erholung. Auf den Spuren von Anton Tschechow, Johann Peter Hebel, August Macke und von vielen anderen illustren Gästen wartet die Wein- und Genussregion im Südwesten Deutschlands im Jahr 2010 mit einem vielfältigen und reizvollen Kulturprogramm auf, das einen kurzweiligen Urlaubsaufenthalt im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz verspricht.



250. Geburtstag von Johann Peter Hebel

Ein kultureller Höhepunkt sind unter anderem die zahlreichen Veranstaltungen anlässlich des 250. Geburtstages von Johann Peter Hebel (1760 - 1826), dem bekanntesten Dichter aus dem alemannischen Sprachraum, der zu Lebzeiten auch von Goethe und Tolstoi bewundert wurde. Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren und verbrachte einen Großteil seiner Jugend bei seiner Mutter in Hausen im Wiesental. Nach dem Studium der Theologie und verschiedenen beruflichen Stationen im Markgräflerland wurde er 1791 Lehrer am Gymnasium in Karlsruhe. Um die Jahrhundertwende entdeckte er seine Neigung zur Schriftstellerei, die sich in zahlreichen beachteten Werken niederschlug. Dazu gehören auch seine „Alemannischen Gedichte“, in der er seine Liebe zum Markgräflerland und zu seinen „Landsleuten“ künstlerisch zum Ausdruck brachte. Die Verbundenheit Hebels zu seinem „Paradiesgärtlein“, wie er die Region am Oberrhein gerne nannte, wird in vielen Jubiläumsveranstaltungen, die unter der Schirmherrschaft des „Literatursommers 2010“ der Landesstiftung Baden-Württemberg stehen, erlebbar. Neben Festvorträgen, Lesungen und Liederabenden wird eine zentrale von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderte Ausstellung vom 3. September bis 31. Oktober 2010 im Markgräfler Museum im Blankenhorn-Palais von Müllheim zu sehen sein. In Hausen im Wiesental, dem Geburtsort seiner Mutter, wird am 8. Mai 2010 im erweiterten Hebelhaus ein Literaturmuseum neu eröffnet und entlang des Flusses Wiese entsteht ein Hebel-Wanderweg. Der Wanderweg führt meist an der Wiese entlang von der Quelle am Feldberg im Südschwarzwald bis zum Rhein in Basel. Gewandert wird auf Wegen des Schwarzwaldvereins. Auf der rund 60 Kilometer langen Strecke erinnern rund 30 Informationstafeln an das Werk des großen Alemannendichters. Am 11. Juni 2010 findet im renommierten Kurort Badenweiler im Rahmen des „Internationalen Kulturforums Badenweiler“ eine poetische Begegnung des Freiburger Schriftsstellers und Dichters Stefan Pflaum mit Hebel, Heidegger und Goethe statt. Im September und Oktober kann man bei geführten Wanderungen auf Hebels Spuren durch die Weinberge rund um Müllheim wandern. (Termine: 26. September, 2. und 10. Oktober 2010). Weitere Informa-tionen unter www.hebeljahr2010.de und unter www.heimattage-markgraeflerland.de.

Badenweiler würdigt Anton Tschechow

Anton P. Tschechow, Stephen Crane, Emil Bizer, René Schickele, Annette Kolb und Hermann Hesse - sie alle fanden in Badenweiler Ruhe und Motivation für ihr kreatives Wirken. Der literarische Salon im Wiesengeschoss des Kurhauses erinnert an die brühmtesten Gäste Badenweilers und widmet sich zugleich dem russischen Schriftsteller Anton P. Tschechow und seiner Beziehung zu Badenweiler. Vom 12. bis 18. Juli 2010 wird der Kurort im Rahmen einer „Tschechow-Woche“ den 150. Geburtstag des russischen Schriftstellers (1860 – 1904) feiern. Auf dem Kulturkalender stehen Lesungen, Vorträge, Theateraufführungen und Konzerte zu Ehren Tschechows, der am 15. Juni 1904 in Badenweiler verstarb.

August Macke in Kandern

Wie die Provence mit ihrem besonderen Licht des Südens van Gogh und viele andere Meister in ihren Bann gezogen hat, entdeckten viele darstellende Künstler den sonnigen Südwesten Deutschlands für ihr Schaffen. Das wohl berühmteste Beispiel war August Macke (1887-1914). Der bekannte Maler und Expressionist, der in Bonn lebte, entdeckte die Reize der Region, als seine älteste Schwester Auguste im Jahr 1903 in Kandern den Kronenwirt Karl Giss heiratete. Von da an verbrachte Macke regelmäßig kreative Wochen in Kandern, bei denen er sich viele Anregungen für seine Malarbeiten holte. So entstanden bei seinen Aufenthalten rund 20 Ölgemälde, zahlreiche Zeichnungen, mehrere Skizzenbücher und Aquarelle. „Ich kenne keinen Ort, der derart klassische Motive aufzuweisen hätte wie dieses herrliche Kandern“, sagte der Maler einmal. Kunstinteressierte können in dem historischen Keramikstädtchen den Spuren Mackes folgen: Der rund eineinhalbstündige August-Macke-Rundweg führt zu wichtigen Plätzen und Stationen, die für das Leben und Werk des Künstlers eine wichtige Rolle spielten. Zehn Tafeln mit Bildreproduktionen und Textinformationen weisen auf sein Leben hin. In Freiburg in der Nachbarschaft von Kandern ist darüber hinaus bis zum 9. Mai 2010 im Museum für neue Kunst die Ausstellung „August Macke – ganz privat. Eine Reise durch das Leben von August Macke“ zu sehen. Die Ausstellung zeigt rund 140 Arbeiten, darunter Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzen und Kunsthandwerk. Viele der ausschließlich aus der Familie stammenden Werke werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dass das Markgräflerland ein Künstlerland geworden ist, belegen auch die Namen vieler weiterer Künstler wie Hermann Scherer, ein Expressionist, der zur Gruppe „Rot-Blau“ und zu den wichtigsten Anregern der Kunstszene in Basel zählte. Max Laeuger gilt als einer der bekanntesten Keramiker Deutschlands, Kurt Lehmann war einer der wichtigsten figurativen Bildhauer der ersten Nachkriegsjahre und der Bildhauer Konrad Winzer lebt und arbeitet heute in Egisholz bei Kandern. Seine Werke sind in Ausstellungen in Weltmetropolen wie Berlin, New York zu sehen.

Diese künstlerische Tradition spiegelt sich auch in einigen schönen Kunsthandwerkermärkten wider, bei denen Liebhaber immer wieder auf ihre Kosten kommen. Dazu zählt insbesondere der Kunsthandwerkermarkt im alten Bergbaustädtchen Sulzburg am Pfingstwochenende vom 22. bis 25. Mai 2010. Der Sulzburger Marktplatz, umgeben vom Alten Schloss, ehemaliger Stadtkirche sowie vom heutigen Landesbergbaumuseum, bietet hierfür das ideale Ambiente. Auch in diesem Jahr reisen die Teilnehmer für diesen dreitägigen Event aus ganz Baden, dem Elsass und der Schweiz an. Im Angebot haben sie traditionelles wie ausgefallenes Kunsthandwerk, originelle und ungewöhnliche Objekte.


Weitere Informationen unter:
www.markgraefler-land.com
www.heimattage-markgraeflerland.de
www.literatursommer.com
www.hebeljahr2010.com
www.sulzburg.de
www.kandern.de
www.museen.freiburg.de

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