openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Elementarbildung in Österreich braucht Standards

08.06.201114:12 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Elementarbildung in Österreich braucht Standards

(openPR) Familienministerium verpasst erneut die Gelegenheit, den Kindergartenbesuch über die Ländergrenzen zu ermöglichen und die Einrichtungen als „Bildungseinrichtungen“ zu definieren.

Die Plattform EduCare begrüßt das Vorhaben des Familienministeriums, die aus Valorisierungsgründen eingestellte Förderung des verpflichtenden, beitragsfreien letzten Kindergartenjahres nunmehr wieder aufzunehmen.



Zahlreiche Elternbeschwerden über Diskriminierung der Kinder aus anderen Bundesländern

Trotz zahlreicher Beschwerden von Eltern über Schwierigkeiten beim „grenzüberschreitenden“ Kindergartenbesuch in einem anderen Bundesland, nimmt das Familienministerium im zur Begutachtung ausgesandten Entwurf zur Neuordnung des kostenlosen und verpflichtenden Kindergartenbesuches wieder keine Anstrengungen, hier regulierend einzugreifen.

Die Volksanwaltschaft weist in Ihrer Stellungnahme darauf besonders hin:

„In den meisten Bundesländern gibt das Land gleichsam eine „Objektförderung“, d.h. die Kindergartenbetreiber und -betreiberinnen im eigenen Bundesland (meistens Gemeinden) erhalten einen bestimmten Beitrag pro Kindergartenplatz, egal aus welchem Bundesland das Kind stammt, das ihn in Anspruch nimmt. Dies hat den Vorteil, dass hinsichtlich der Kostenfreiheit des verpflichtenden Kindergartenjahres im eigenen Bundesland nicht zwischen Auswärtigen und Einheimischen unterschieden wird.

In anderen Bundesländern – z.B. Wien – besteht gleichsam das System der „Subjektförderung“, d.h. jedes (z.B. Wiener) Kind bekommt den Kindergartenbeitrag ersetzt, egal in welchem Bundesland es den Kindergarten besucht. Dies hat den Vorteil, dass sich jedes Kind (bzw. dessen Eltern) aussuchen kann, in welchem Bundesland es das verpflichtende Kindergartenjahr absolviert.

Vereinbarungen zwischen Salzburg, und OÖ

Manche Bundesländer haben Vereinbarungen untereinander getroffen, um den reibungslosen „grenzüberschreitenden Kindergartenbesuch“ sicherzustellen, wie etwa das Beispiel von Salzburg, OÖ und NÖ zeigt. Wenn ein oö Kind in einen Salzburger Kindergarten geht oder ein Salzburger Kind in einen oö, dann überweist das jeweilige Heimatbundesland an das aufnehmende Bundesland einen bestimmten Betrag pro Kind.

Vereinbarung zwischen OÖ und NÖ

Zwischen NÖ und OÖ ist hingegen eine gegenseitige Kostenaufhebung vereinbart, d.h. die Kinder aus dem jeweils anderen Bundesland können kostenlos den Kindergarten im Pflichtjahr im Nachbarland besuchen, ohne dass ein Geldfluss zwischen den Bundesländern erfolgt.

Wien und Niederösterreich finden wenig Bereitschaft, ihre Systeme zu harmonisieren

Im Beispiel von Wien und NÖ treffen nun zwei Länder mit unterschiedlichen Systemen aufeinander, ohne dass Anstrengungen unternommen worden wären, die Systeme im „grenzüberschreitenden Verkehr“ zu harmonisieren: Wien beruft sich für sein Modell darauf, dass die Bundesmittel für das verpflichtende Kindergartenjahr nach dem Anteil der im jeweiligen Bundesland kindergartenpflichtigen
Kinder verteilt werden, woraus die primäre Verantwortung für die eigenen Kinder
folge. Wien komme dieser Verantwortung mit seinem System der „Subjektförderung“ nach.

NÖ wiederum stellt sich auf den Standpunkt, es könne ohnehin jedes Kind unabhängig von seiner Herkunft das verpflichtende Kindergartenjahr kostenlos in NÖ absolvieren, und verlangt dasselbe auch von Wien, insbesondere hinsichtlich der nö Kinder.

NÖ hat sich jedoch bereiterklärt, in begründeten Ausnahmefällen (!) den kostenlosen Besuch des Pflichtkindergartenjahres in Wien zu ermöglichen.“

Volksanwaltschaft fordert „Automatik“

Eine „Automatik“ – jede Familie soll die freie Wahl haben, wo bzw in welchem Bundesland ihre Kinder das Pflichtkindergartenjahr absolvieren – konnte bis dato jedoch trotz Verhandlungen zwischen der Volksanwaltschaft und der ehemals zuständigen Staatssekretärin Marek nicht erreicht werden konnte.

Die Volksanwaltschaft regt daher an „ in die novellierte Fassung der Vereinbarung eine Verpflichtung der Länder zu verankern, den „grenzüberschreitenden“ Kindergartenbesuch im verpflichtenden letzten Jahr im gesetzlich vorgegebenen Umfang nach Maßgabe der im „Zielland“ vorhandenen Plätze ohne negative Kostenfolgen für die Eltern zu ermöglichen.“

Bedeutung von früher Bildung

Zahlreiche Studien belegen die Bedeutung der elementarpädagogischen Einrichtungen für die nachfolgende Bildungskarriere. Mit der Möglichkeit den Kindergarten beitragsfrei zu besuchen ist auch für Kinder mit geringem ökonomischen, sozialen und kulturellem „Kapital“ ein guter Start für die weitere Schul- und Berufslaufbahn sichergestellt.

Kinderbildungseinrichtung statt Kinderbetreuungseinrichtung

Die Bundesarbeiterkammer fordert in ihrer Stellungnahme die Verwendung des Begriffs „Kinderbildungseinrichtung“ statt Kinderbetreuungseinrichtung, womit auch vom Gesetzgeber nachhaltig der Bildungscharakter der Kinderbetreuungseinrichtungen deutlich gemacht würde.

Bundeseinheitliche Standards gefordert

Die Plattform EduCare schließt sich den zitierten Forderungen von Bundesarbeiterkammer und Volksanwaltschaft vollinhaltlich an.

Wir fordern die Regierungsmitglieder auf, die Wiedereinführung der Förderungen nur als „Anlauf“ für eine umfassende Reform des Elementarbildungswesens zu sehen!

Das elementare Bildungswesen braucht dringend eine einheitliche Regelung von quantitativen und qualitativen Standards, die sämtliche Einrichtungen der Bildung und Betreuung von 0-6jährigen Kindern miteinschließt.

Ausbildung der ElementarpädagogInnen

Die Tertiärisierung der Ausbildung der ElementarpädagogInnen ist auf Schiene – die praktische Umsetzung – insbesondere in der Übergangszeit – muss unter Einbeziehungen aller betroffenen Personengruppen und Institutionen schnellstens in Angriff genommen werden.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 544725
 158

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Elementarbildung in Österreich braucht Standards“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Plattform EduCare

Bild: Plattform EduCare unterstützt Gewerkschaftsforderung nach bundesweitem KollektivvertagBild: Plattform EduCare unterstützt Gewerkschaftsforderung nach bundesweitem Kollektivvertag
Plattform EduCare unterstützt Gewerkschaftsforderung nach bundesweitem Kollektivvertag
Die Gewerkschaft der Privatangestellten sowie die Gewerkschaft vida fordern einen österreichweit gültigen Kollektivvertrag für alle privaten Kinderbetreuungseinrichtungen (und österreichweite einheitliche Regelungen im öffentlichen Dienst?), um einheitliche Rahmenbedingungen und Bezahlung der Beschäftigten in Krippen, Kindergärten und Horte abzusichern. Die Bezahlung der in den Kindertagesstätten arbeitenden MitarbeiterInnen ist ein wichtiges, aber bei weitem nicht d a s wichtigste Thema: was nützt es den PädagogInnen, zwar einheitlich bezah…
EleMENtar - Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern
EleMENtar - Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern
Das österreichische Forschungsprojekt „Elementar“ hat in den Jahren 2008-2010 die Situation männlicher Pädagogen im Elementarbereich umfassend untersucht. Die vielfältigen Ergebnisse betonen die Chancen, die mit einer Beteiligung von Männern verbunden sind, fordern aber auch zu einer kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit der Genderthematik im Elementarbereich auf. Aufbauend auf einem umfangreichen Überblick über den aktuellen Forschungsstand wurden sowohl Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende als auch in der Praxis tät…

Das könnte Sie auch interessieren:

Schwarzgeld im Ausland
Schwarzgeld im Ausland
Rechtsanwalt Herbert Kaupert aus der Steuerberatungsgesellschaft Sedemund Kaupert und Partner verweis auf ein neue zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen Deutschland und Österreich, die die Situation von Steuersündern, die „Schwarzgeldkonten“ in Österreich haben verschärft. Die beiden Staaten haben am 29.12.2010 ein Revisionsprotokoll zum deutsch-österreichischen …
Bild: Plattform EduCare fordert: in Bildung und Forschung investierenBild: Plattform EduCare fordert: in Bildung und Forschung investieren
Plattform EduCare fordert: in Bildung und Forschung investieren
… Plattform EduCare weist angesichts der aktuellen Diskussionen um die Budgetkonsolidierung neuerlich darauf hin, dass gerade auf dem Gebiet der Elementarbildung in Österreich vieles im Argen liegt: • bestehende Kompetenztatbestände/Landesgesetze erfordern eine Bereinigung, Zusammenführung und zeitgemäße Benennung; • „Querschnittsmaterien", und Materien, …
Bild: Österreich hat einen bundesweit gültigen BildungsRahmenPlan für elementarpädagogische Einrichtungen.Bild: Österreich hat einen bundesweit gültigen BildungsRahmenPlan für elementarpädagogische Einrichtungen.
Österreich hat einen bundesweit gültigen BildungsRahmenPlan für elementarpädagogische Einrichtungen.
… öffentlichen Gesamtausgaben für Bildung auf die verschiedenen Bereiche des Bildungswesens zeigt den geringen Stellenwert der Elementarbildung in Prozentzahlen auf (Quelle: Nationaler Bildungsbericht 2009): 27% Tertiärbereich 24% Sekundarstufe 1 22% Sekundarstufe 2 19% Primarbereich 7% Elementarbereich Diese Relationen sind bildungspolitisch nicht vertretbar! …
Bild: Mahrer vs. Karmasin: Bröckelt mehr als die Fassade?Bild: Mahrer vs. Karmasin: Bröckelt mehr als die Fassade?
Mahrer vs. Karmasin: Bröckelt mehr als die Fassade?
… Österreich vom Zusammenbruch verschont wird! Der Vorstand des ÖDKH* freut sich auf das Outen weiterer Entscheidungstragender, die endlich der Elementarbildung die ihr zustehende Position verschaffen wollen/werden! Und die den dafür dringend notwendigen bundesländerübergreifenden und –verpflichtenden StrukturRahmenPlan verankern. Bezug: 1. Mahrer: Der …
Bild: 20.000 neue Kindergartenplätze – pädagogisch wertvoll oder „Aufbewahrung“?Bild: 20.000 neue Kindergartenplätze – pädagogisch wertvoll oder „Aufbewahrung“?
20.000 neue Kindergartenplätze – pädagogisch wertvoll oder „Aufbewahrung“?
… Das müsste nicht alles aus anderen Bereichen kommen – denn auch innerhalb der österreichischen öffentlichen Gesamtausgaben für Bildung scheint der geringe Stellenwert der Elementarbildung in Österreich auf: 7% sind es für den Elementarbereich während es für den Bereich der Oberstufe 22% sind (Quelle: Nationaler Bildungsbericht 2009). Bemerkbar macht …
Bild: Was kommt nach dem Gratiskindergarten? Die elementare Bildung ist zentrales Fundament der BildungsarchitekturBild: Was kommt nach dem Gratiskindergarten? Die elementare Bildung ist zentrales Fundament der Bildungsarchitektur
Was kommt nach dem Gratiskindergarten? Die elementare Bildung ist zentrales Fundament der Bildungsarchitektur
… Gewissen eingeredet, weil sie nicht zuhause beim Kind bleiben können oder wollen. Im Sog der immer breiter geführten Schuldiskussion kam in den vergangenen Jahren auch die Elementarbildung mehr und mehr in den Blickpunkt der heimischen Bildungsdebatte. Nicht zuletzt haben internationale Studien wie den Blick auch in Österreich auf die vorschulische Bildung …
Nachhaltigkeit berufsbegleitend studieren
Nachhaltigkeit berufsbegleitend studieren
… und Erwachsene zu nachhaltigem Kleiderkonsum bewegt werden oder wie müssen Erzieherinnen und Erzieher weitergebildet werden, damit sie nachhaltige Ernährung in die Elementarbildung der Kinder einbinden. Doch nicht nur im Bereich Bildung entstehen neue Konzepte: Studierende haben unter anderem analysiert, welche praktizierte Verantwortung Reiseleiter …
Bild: Österreich: Geplantes Bildungsvolksbegehren ist für Bildung von Anfang anBild: Österreich: Geplantes Bildungsvolksbegehren ist für Bildung von Anfang an
Österreich: Geplantes Bildungsvolksbegehren ist für Bildung von Anfang an
Einbeziehung der Elementarbildungseinrichtung unbestritten Die Plattform EduCare fordert seit Jahren grundlegende Reformen im Bildungsbereich ein - die Initiative von Vizekanzler a. D. Dkfm. Dr. Hannes Androsch und seines prominenten ProponentInnen-Teams, ein Volksbegehren einzuleiten, wird daher von der Plattform EduCare nachdrücklich begrüßt und unterstützt. "Wir …
Bild: Bildung ist Chefsache. Und zwar jetzt!Bild: Bildung ist Chefsache. Und zwar jetzt!
Bildung ist Chefsache. Und zwar jetzt!
… Staat lohnt sich die Investition in die Bildung seiner Bürger – das ist unbestritten. Österreich muss der Bildung höchste Priorität einräumen! Und zwar von der Elementarbildung über die Schul- und tertiäre Bildung bis hin zum „lebenslangen Lernen“. Wir hoffen auf Ihre Initiativen und verbleiben mit freundlichen Grüßen Plattform EduCare elementare und …
Bild: "PISA" beginnt im KindergartenBild: "PISA" beginnt im Kindergarten
"PISA" beginnt im Kindergarten
… der Elementarpädagogik wird sich an den Ergebnissen der PISA-Studien nicht viel ändern. Erster und wichtigster Ansatzpunkt für gelungene Bildung ist die Elementarbildung. Der elementare Bildungsbereich ist aber immer noch Stiefkind der Bildungspolitik. Die bisher durchgesickerten Ergebnisse der neuesten PISA-Studie lassen neuerlich erschreckend erkennen, …
Sie lesen gerade: Elementarbildung in Österreich braucht Standards