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Im Interview Neuausrichtung der Bundeswehr - ein Blick in die Zukunft

25.05.201112:20 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Erfahrungen nutzen: Herr Peter Schmidmaier, Leiter IT-Services der SFT Schule für Tourismus, im Gespräch mit dem Inhaber von DIENSTZEITENDE, Herrn Felix Klein, über die Neuausrichtung der Bundeswehr.

Herr Klein, Sie verfügen als Reserveoffizier über große Erfahrungen im Bereich der Bundeswehr. Wie bewerten Sie persönlich die jüngst angestoßene Neuausrichtung der Streitkräfte?



Ich denke, dass die Bundeswehr auf dem richtigen Weg ist. Schließlich ist auch die Armee dem ständigen Wandel unterlegen. Daher muss sie von Zeit zu Zeit reformiert und veränderten Erfordernissen angepasst werden. Auch die immer größeren Defizite bei der Finanzierung der Streitkräfte haben eine Verkleinerung wohl unausweichlich gemacht. Die erst vor kurzem ausgesetzte Wehrpflicht stellt eine Herausforderung bei der Personalbeschaffung dar. Schließlich hat sich bisher der Großteil der Zeit- und Berufssoldaten aus den Grundwehrdienstleistenden rekrutiert. Schon allein das zwingt die Bundeswehr dazu als Arbeitgeber attraktiver zu werden und neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung zu beschreiten.

Wie soll denn die Bundeswehr zukünftig konkret aussehen?

Der Verteidigungsminister hat in seiner letzten Rede die neue Marschrichtung klar vorgegeben. Die Bundeswehr wird in Zukunft über 170.000 Zeit - und Berufssoldaten inklusive den Wehrübenden sowie über mindestens 5.000 Freiwillig Wehrdienstleistende verfügen. Sollten darüber hinaus noch weitere junge Frauen und Männer für den freiwilligen Dienst gewonnen werden, so könnten zusätzliche 10.000 Freiwillig Wehrdienstleistende pro Jahr in den Streitkräften dienen.

Der Trend wird möglicherweise dahin gehen, dass sich die Bundeswehr stärker als bisher auf Zeitsoldaten konzentrieren und den Anteil der Berufssoldaten reduzieren wird. Gerade bei den Soldaten auf Zeit (SaZ) setzt man schon jetzt auf immer längere Verpflichtungszeiten. Zusätzlich ist zum Beispiel die Einführung einer zwanzigjährigen Dienstzeit geplant.

Neben dem Umfang der Streitkräfte wird auch die Bundeswehrverwaltung auf 55.000 zivile Mitarbeiter verkleinert. Inwiefern sich diese Reduzierung auf die Kreiswehrersatzämter oder den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) auswirken wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Es ist die Rede von der Steigerung der Attraktivität der Bundeswehr. Bedeutet das beispielsweise auch einen Ausbau der schon vorhandenen Weiterbildungsmöglichkeiten am Ende der Dienstzeit?

Das Bundesministerium der Verteidigung soll einen umfangreichen Maßnahmenkatalog in der Schublade haben, der die Bundeswehr in Zukunft als Arbeitgeber attraktiver machen soll. Allerdings sind die genauen Einzelheiten darüber noch nicht bekannt gegeben worden.

Einem Soldat auf Zeit für zwölf Jahre stehen in der Regel gut 9.000 Euro während und rund 12.000 Euro am Ende und nach der Dienstzeit für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. Inwiefern sich diese Beträge erhöhen ist schwer vorherzusagen. Jedoch ist dies aufgrund der Haushaltssituation eher unwahrscheinlich. Eine weitere Flexibilisierung der BFD-Ansprüche und mehr Eigenverantwortung für die betreffenden Zeitsoldaten wären denkbar.

DIENSTZEITENDE hat sich seit September 2010 als Schnittstelle zwischen dem Soldaten auf Zeit und Anbietern beruflicher Bildung aufgestellt. Welche Erfahrungen konnten Sie denn im Laufe der letzten Monate gewinnen und wie hat sich der Zulauf entwickelt?

Ich bin mit dem guten Start der Karriereplattform für Zeitsoldaten sehr zufrieden. Das positive Feedback, das wir von aktiven Kameraden bekommen, ist enorm. Mehrere hundert Nutzer besuchen täglich unsere Seiten, um sich über berufliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren und den für sie richtigen Bildungspartner zu finden.

Besonders interessant ist hierbei die speziell für Soldaten auf Zeit entwickelte Bildungsbedarfsanalyse. Bei Portalstart hatten wir Bedenken, das System könne für eine schnelle Informationssuche im Netz zu komplex sein. Wir wurden zum Glück vom Gegenteil überzeugt. Dies belegen die etwa 8.000 Bildungspläne, die in den vergangenen Monaten auf DIENSTZEITENDE erstellt wurden.

Der Tourismus sucht immer wieder qualifiziertes Fachpersonal. Hier bestehen große Chancen für einen sicheren Beruf auch nach dem Dienstzeitende. Ist das eigentlich auch in der Truppe bekannt?

Für Zeitsoldaten eröffnen sich am Ende der Dienstzeit eine Vielzahl unterschiedlichster Karrieremöglichkeiten. Sie haben die Chance sich im erlernten Berufsfeld fortzubilden oder sich beruflich neu zu orientieren. Auch ein Studium ist für den ein oder anderen eine hervorragende Alternative. Die Tourismusbranche bietet hier natürlich die Möglichkeit in einen spannenden und zukunftsorientierten Arbeitsbereich zu wechseln. Schließlich sind die Deutschen die unangefochtenen Reiseweltmeister und die Tourismusbranche hat sich nach einigen turbulenten Jahren wieder erholt.

Allerdings bedarf es noch weiterer Aufklärungsarbeit, um dieses vielversprechende Berufsbild an den Soldaten beziehungsweise an die Soldatin zu bringen. Schließlich bringen besonders die länger dienenden Zeitsoldaten viele Grundlagen für einen erfolgreichen Einstieg mit. Der Umgang mit Menschen, hohe Flexibilität, große Einsatzbereitschaft sowie die zum Teil im Rahmen der Sprachausbildung erworbenen Fremdsprachenkenntnisse sind Fähigkeiten, die bei vielen Kameraden bereits vorhanden sind und einen Branchenwechsel sicherlich erleichtern.

Meines Erachtens kommt es jedoch nicht nur darauf an das Interesse der Zeitsoldaten für dieses Berufsbild zu wecken, sondern insbesondere auch Arbeitgeber aus dem Tourismussektor von den Qualitäten und Vorteilen der ehemaligen Zeitsoldaten zu überzeugen.

Mit der anstehenden Neuausrichtung ändern sich auch so manche Strukturen innerhalb der Bundeswehr. Wie sehr wird das denn Auswirkungen auf DIENSTZEITENDE haben?

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Berufsförderungsansprüche auch weiterhin eine zentrale Rolle bei der Nachwuchsgewinnung von Zeitsoldaten spielen werden. Denn gerade diese sind von immenser Bedeutung im Wettbewerb um die besten Köpfe aus der freien Wirtschaft. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass man die Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Weiterbildung am Ende der Dienstzeit vielleicht sogar noch stärker in den Focus rücken wird.

Darüber würde ich mich natürlich sehr freuen, denn DIENSTZEITENDE ist als Informationsplattform gut aufgestellt und kann in diesem Bereich ein gutes Stück unterstützend mitwirken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der engen und sorgfältig ausgewählten Kombination zukunftsorientierter Bildungsziele und erfahrener Bildungspartner. Nur so können wir den aktiven Kameraden Chancen für eine berufliche Zukunft nach der Dienstzeit aufzeigen und sie beim Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsmarkt begleiten.

DIENSTZEITENDE ist auf die kommenden Änderungen gut vorbereitet und wird seine Nutzer auch weiterhin so gut wie möglich informieren.

Wir freuen uns auf die Zukunft und wünschen DIENSTZEITENDE und unserer Zusammenarbeit alles Gute.

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