(openPR) In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene psychologische Methoden entwickelt, durch die Verminderung der Anspannung und Ängste den Geburtsvorgang zu erleichtern und die Schmerzen erträglich zu machen. Die häufige Vorstellung, dass die Geburt eines Kindes mit unerträglichen Schmerzen verbunden ist, führt zu einer Erwartungshaltung, die den Schmerz noch verstärkt. Die bei der Entbindung eingesetzten Medikamente zur Schmerzreduktion können zudem das Neugeborene beeinträchtigen. In einigen „primitiven“ Kulturkreisen werden Rituale, die eine Trance induzieren, vor und während der Geburt eingesetzt, um die Geburt zu erleichtern und den Säugling auf der Welt freudig zu begrüßen. Bereits 1960 wurde gezeigt, dass Hypnose auch dem Neugeborenen nützt (Davidson 1962). Eine Studie mit 180 Schwangeren an acht deutschen Kliniken hat die Wirksamkeit erneut bewiesen (2002). Hypnotherapeutisch vorbereitete Frauen hatten weniger Angst vor der Geburt, sie erlebten weniger Schmerzen, die Dauer ihrer Geburt verkürzte sich um ca. 2 Stunden und es traten weniger Komplikationen während der Geburt auf. Auch das subjektive Befinden nach der Geburt war bei den Frauen, die eine Geburtsvorbereitung mit Hypnose erhielten, deutlich besser, 83 Prozent beschrieben ihr Befinden kurz nach der Geburt als ausgesprochen stolz, glücklich und zufrieden. Der Teufelskreis aus Angst, die zur Anspannung und dann zu verstärkten Schmerzen führt, kann mit Hypnose durchbrochen werden.
Trotz dieser günstigen Ergebnisse wird die Hypnose immer noch relativ selten zur Geburtsvorbereitung und zur Erleichterung des Geburtsvorgangs eingesetzt. Dabei ist Hypnose und Selbsthypnose anderen psychologischen Methoden weit überlegen um die Geburt als angenehm, entspannt und angstfrei zu erleben.
Bereits zur Behandlung von Problemen in der Schwangerschaft, wie Übelkeit, Schwangerschaftserbrechen, Hautjucken, Schlafstörungen, Kopfschmerzen u.a. hat sich Hypnotherapie bewährt. Hypnose reduziert effektiv den Stress und damit auch das Risiko für eine Frühgeburt.
Schwangere sind meist sehr motiviert die Selbsthypnose zu lernen und anzuwenden um die Schwangerschaft positiv mit Optimismus zu erleben. Hypnose ist eine effektive Methode für eine natürliche, sanfte Geburt.
Ablauf der Hypnosetherapie von Schwangeren
Bewährt hat sich ca. 12 Wochen vor dem Geburtstermin mit der Hypnotherapie zu beginnen. Meist werden 6-8 Sitzungen durchgeführt. Dabei lernt die Schwangere zunächst den Trancezustand kennen und sich selbst in diesen Zustand zu versetzen.
Bereits in der ersten Sitzung wird eine Trance induziert mit bewährten Techniken beginnend z.B. mit der Augenfixation. Nachdem die Augen geschlossen sind, vertiefe ich die beginnende Trance auditiv und kinästhetisch mit einer „kleinen Reise“ der Aufmerksamkeit durch den ganzen Körper und den zunehmenden Empfindungen von Schwere oder Leichtigkeit, Wärme und Wohlbefinden. Die Trance wird vertieft durch die Vorstellung eine bequeme Treppe Schritt für Schritt hinunter zusteigen und dabei immer tiefer in Trance zu gehen. Danach lasse ich einen Ort oder eine Situation auswählen und mit allen Sinnen erleben, an dem sich die Klientin weiter entspannen kann und das zunehmende Gefühl von Sicherheit und Vertrauen erlebt. Sie kann es sich dort schließlich ganz bequem machen und an diesem Ruheplatz noch tiefer gehen.
In der Trance wird die Fähigkeit des Unbewussten etwas Neues wie die Selbsthypnose zu lernen aktiviert und damit das Vertrauen in die eigene Trancefähigkeit gestärkt. Gelegentlich tauchen verdrängte Lebensprobleme, Ängste, Zwänge oder Selbstwertprobleme auf, die in Trance bearbeitet und gelöst werden.
In der Therapie wird die Schwangere genau über die physiologischen Vorgänge bei der Geburt aufgeklärt. Das Verständnis darüber kann bereits Angst und Unsicherheit reduzieren. In den folgenden Sitzungen nimmt sie in einem Zustand tiefer Entspannung mental den Geburtsvorgang vorweg und spielt die einzelnen Phasen der Geburt durch verbunden mit der Suggestion von großer Vorfreude auf das Kind. Durch die wiederholten Vorstellungen gewinnt sie immer mehr Gelassenheit und Sicherheit. Wichtig ist dabei, dass sie auch in Trance so weit orientiert bleibt, dass sie während der Geburt sicher reagieren kann, alles was wichtig ist mitbekommt und aktiv mitzuarbeiten kann, immer ansprechbar, voll erlebnisfähig. entspannt ist und alles unter Kontrolle hat. Dabei nimmt sie wahr, wie sich die Gebärmutter kontrahiert und wieder entspannt und der Geburtsvorgang fortschreitet. Die Freude das Kind bald im Arm zu halten führt auch dazu, dass statt Stresshormonen Endorphine freigesetzt werden, die ein Glücksgefühl hervorrufen und die Schmerzen bremsen. Sie kann, wenn die Schmerzen trotzdem stärker werden sollten, sich mental aus der Situation heraus dissoziieren, in der Phantasie an ihren sicheren Ort gehen und von dort aus beobachten, wie sich ihr Körper im Kreissaal befindet, wie die Gebärmutter sich zusammenzieht und wieder entspannt und die notwendigen Untersuchungen ohne Probleme durchgeführt werden. Die Suggestion, dass die Trance ganz von selbst zu Hause oder im Kreissaal eintritt, sobald es nötig ist und sie es wünscht, verstärkt das Vertrauen.
Durch regelmäßige Selbsthypnose bereitet sich die Schwangere zuhause auf die Entbindung vor. Dies stärkt die positive Einstellung zur Geburt und führt fast immer zum Verschwinden der Ängste. Durch Selbsthypnose kann die Gebärende die Geburt mit angenehmen Gefühlen erleben, (weitgehend) ohne Schmerz, mit entspannten Muskeln, normalen Blutdruck und ruhiger Atmung, mit Freude, Gelassenheit und innerer Ruhe. Dabei ist es günstig, wenn der Partner die Gebärende unterstützt und ihr die hilfreichen Suggestionen, die ihm vorher vom Therapeuten vermittelt wurden, immer wieder gibt. Er sollte bereits vor der Geburt seine Frau/Partnerin mit den vorformulierten Suggestionen in die Trance leiten und damit auch ihr (und sein) Vertrauen in die Wirksamkeit der Trance verstärken. Dazu wird er vorher auch in der Technik der Hypnose und Selbsthypnose angeleitet.







