(openPR) Migranten müssen draußen bleiben?
Bikultureller Crossmedialer Journalismus -
Fortbildung für angehende Journalisten mit Migrationshintergrund im BWK
Jeder fünfte in Deutschland Lebende hat eine Zuwanderungsgeschichte – doch nur etwa jeder fünfzigste Journalist. Folgen davon sind eine von Klischees geprägte Berichterstattung und die allgemein fehlende Präsenz des Blicks von Migranten auf gesellschaftliche Themen. Dies wird der gesellschaftlichen Moderne längst nicht mehr gerecht. Vor diesem Hintergrund startet das BWK BildungsWerk in Kreuzberg gemeinsam mit seinen Partnern nun den inzwischen dritten Jahrgang der journalistische Fortbildung für medieninteressierte AkademikerInnen mit bikulturellem Hintergrund.
Die Jungjournalisten vom BWK sehen diese Herausforderung weniger verbissen, „deutsche Medien suchen inzwischen nach solchen Mitarbeitern“, stellen sie selbstbewusst fest.
„Mehr Migranten in deutsche Medienhäuser“ – diesem auch von der Integrationsbeauftragten Staatsministerin Böhmer geforderten Ziel kommt das BWK BildungsWerk in Kreuzberg somit ein gutes Stück weit näher: 39 Akademiker mit 18 verschiedenen Migrationshintergründen haben das Seminar bereits durchlaufen. Derzeit sind 18 davon bereits fest oder frei in renommierten Redaktionen quer durch die Republik tätig. Zu den Arbeits- und Auftraggebern zählen das ZDF, der RBB, die taz, die Berliner Zeitung, Radio Metropol FM, RBB Kulturradio, Deutschlandradio Kultur, ARTE, verschiedene Musikfachzeitschriften, verschiedene Stiftungen, Politische Institutionen sowie Magazine wie „CigarClan“.
Zum ersten Juni 2011 gehen die TeilnehmerInnen des zweiten Durchgangs nun in die Praktika. Für den sechsmonatigen praktischen Teil der Fortbildung bieten noch weitere renommierte Partner den Teilnehmern und Teilnehmerinnen attraktive Praktika an wie beispielsweise Tagesspiegel, taz, Hürriyet, Sabah, ZEIT, B.Z. Radio Bremen, NDR, Der Spiegel, WDR, Funkhaus Europa, ZITTY, Der Freitag, Metropol FM sowie andere Redaktionen. Vorangegangen ist dem eine neunmonatige, crossmediale Fortbildung am BWK.
Das Abschlussprojekt der Journalisten des ersten Durchgangs erhielt direkt den 1. KAUSA Medienpreis 2010 in der Kategorie Hörfunk.
„Migranten müssen draußen bleiben – Ist die deutsche Elite eine geschlossene Gesellschaft?“, dieser Frage gingen die Fortbildungsteilnehmer in ihrer Radiosendung nach. Der prämierte Beitrag von Marianna Mamonova ist unter
http://kausa-medienpreis.de/gewinne.html#audiocontainer2“ zu hören.
Der zweite Jahrgang stellt einen Teil der erarbeiteten Beiträge unter www.neue-deutsche-pesse.eu zur Verfügung. Darüber hinaus ist auf www.rockradio.de regelmäßig donnerstags um 16.00 Uhr das „Ost West Magazin“, gemeinsam mit der Publizistischen Fakultät der Uni Dortmund, zu hören.
Maria Böhmer ist somit auch hochzufrieden: „Den medienübergreifenden Charakter sowie das praxisorientierte Curriculum sehe ich als wegweisend für die Journalistenausbildung der Zukunft an. Genauso kann und sollte die breite Zusammenarbeit des BWK mit Medienhäusern und staatlichen Stellen als Vorbild für zukünftige Projekte dienen.“
„Das Seminar muss sich in keiner Weise vor den etablierten Angeboten der renommierten Journalistenschulen und –akademien verstecken“, sagt selbstbewusst Uwe J. Schulte, als Projektleiter verantwortlich für die Durchführung. „Wir arbeiten crossmedial, d.h., wir bieten den Teilnehmern und Teilnehmerinnen alle Bereiche des modernen Journalismus an. Sie können im Verlauf des Seminars ihren persönlichen Schwerpunkt entwickeln und vertiefen. Dabei helfen ihnen die Dozenten und Referenten, die alle hauptberuflich als Journalisten arbeiten und zum Großteil selbst Migrationshintergrund mitbringen.“
Während des Seminars und darüber hinaus stehen den Teilnehmern ggf. bekannte „Mentoren“ aus Politik und Medien zur Seite, die sowohl die journalistische Orientierung als auch den Übergang in das journalistischen Berufsleben begleiten und erleichtern helfen können. Dies ist bedarfsabhängig und kann ggf. durch zielorientiertes Coaching bereits während der Seminarphase ersetzt werden. Hier ist u. a. Herr Günter Piening zu nennen, der Integrationsbeauftragte des Landes Berlin, Herr Thomas Hinrichs von der ARD Tagesschau, Frau Daniela Milutin, WDR, Fanny Fascar, ZDF oder die Mitglieder des bekannten Vereins „Neue deutsche Medienmacher“.
Prof. Dr. Ulrich Pätzold steht dem Projekt seit seinem Beginn 2009 als inhaltlicher Mentor zur Seite.
Selbstverständlich sind die Anfangsjahre eines solchen Projektes nicht leicht und das BWK selbst lernt täglich dazu.
„Wir arbeiten außerdem gegen das strukturelle Phänomen der Desintegration. Da liegen viele Steine im Weg, die es auszuräumen gilt. Auch die der Finanzierung. Aber wir sind auf einem guten Weg“.
Zum 01.September 2011 beginnt nun der zweite Durchgang dieser innovativen Fortbildung.
Sie kann mit dem „Bildungsgutschein“ der Agenturen für Arbeit / JobCenter gefördert werden, sollten die TeilnehmerInnen die Voraussetzungen erfüllen. Die Mitarbeiter des BWK bieten dazu Beratungen an. Vorab führt das BWK gemeinsam mit dem RBB, dem Tagesspiegel und weiteren Berliner JournalistInnen ein Auswahlverfahren durch.
Interessenten sollten sich daher schnellstmöglich an das BWK wenden:










