openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Unzumutbare Belästigung durch Kreditkarte?

29.04.201110:12 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Für Unternehmen ist das Interesse an zielgerichteter Werbung ungebrochen groß. Dabei ist kundenorientierte und vor allem persönliche Werbung die wohl effektivste Form, die aus diesem Grund stets angestrebt wird. Daher erarbeiten Unternehmen regelmäßig Aufsehen erregende Werbeaktionen, durch die neue Kunden akquiriert, aber auch bestehende Kunden zum Abschluss weiterer Verträge bewegt werden sollen.
Dabei gilt es jedoch stets zu beachten, dass diese Werbeaktionen nicht die wettbewerbs- und werberechtlichen Regeln verletzen.

Einen kritischen Fall hat der Bundesgerichtshof am 03.03.2011 (Az.: I ZR 167/09) verhandelt.
Die Deutsche Postbank AG hat im Jahr 2008 einen Werbebrief an Bestandskunden mit einer auf den Empfänger ausgestellten Kreditkarte versehen, zu deren Nutzbarkeit jedoch zunächst noch ein Freischaltungsauftrag erfolgen musste, mit dem ein entgeltlicher Kreditkartenvertrag verbunden war.

In diesem Verhalten sah der Bundesverband der Verbraucherzentralen ein unzulässiges Verhalten, da in unsachlicher Weise auf die Entscheidungsfreiheit des Adressaten Einfluss genommen werde und dies darüber hinaus eine unzumutbare Belästigung darstelle.

Dem trat der BGH jedoch entgegen.

Die Funktionsweise einer Kreditkarte sei den Verbrauchern hinreichend bekannt, ebenso konnten sie dem Werbeschreiben entnehmen, dass die Kreditkarte erst nach Rücksendung des Freischaltauftrags nutzbar sei und dadurch ein entgeltlicher Vertrag zustande komme.

Darüber hinaus sähen sich zwar einige Empfänger aufgrund der persönlichen Angaben auf der Karte veranlasst, diese beispielsweise durch Zerschneiden zu zerstören und ihre Daten unkenntlich zu machen, bevor sie die Karte entsorgten. Dies bedürfe zwar eines Mehraufwands gegenüber üblichen Werbeschreiben, jedoch sei darin noch keine unzumutbare Belästigung zu sehen.


Fazit:
Werbung muss kreativ und ansprechend sein, um das Ziel, Kunden an sich zu binden und für die eigenen Produkte zu begeistern, zu erreichen. Allerdings dürfen dabei die Regeln des Wettbewerbs- und Werberechts nicht überschritten werden, weshalb konkrete Werbeaktionen zuvor stets mit einem spezialisierten Rechtsanwalt abgestimmt werden sollten.


© RA Axel Mittelstaedt 2010 – LADM Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer; Dezernat Gewerblicher Rechtsschutz, Köln www.ladm.com

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 533054
 1157

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Unzumutbare Belästigung durch Kreditkarte?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von LADM Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

Gewinnspiele für Fachpersonal sind oftmals an besondere Bedingungen zu knüpfen
Gewinnspiele für Fachpersonal sind oftmals an besondere Bedingungen zu knüpfen
Nicht selten bewerben Unternehmen ihre Produkte mit aufwendigen und auffälligen Maßnahmen. Dazu zählen häufig auch Gewinnspiele, bei denen das zu bewerbende Produkt im Mittelpunkt steht und so ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Teilnehmer gerückt wird. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, doch herrschen für bestimmte Berufskreise und die damit verbundenen Medien Einschränkungen. Das Oberlandesgericht Nürnberg verhandelte am 29.11.2011 (Az.: 3 U 1429/11) einen Fall, in dem ein Medikamentenhersteller in einer Zeitung für Apotheke…
Anforderungen an Werbung für medizinische Geräte
Anforderungen an Werbung für medizinische Geräte
Selbstverständlich ist es Herstellern auch medizinischer Geräte besonders wichtig, diese so am Markt zu präsentieren, dass sich möglichst viele potentielle Kunden zum Kauf entscheiden. Daran sind jedoch gerade im medizinischen Bereich hohe Anforderungen geknüpft, die es zu erfüllen gilt. So hatte das Oberlandesgericht Karlsruhe (Az.: 6 U 93/11) am 23.11.2011 einen Fall zu verhandeln, in dem ein Ultraschallgerät zu Zwecken der Hautverjüngung beworben wurde. Dazu wurde auf Schlagworte wie „Faltenreduktion“, „Hautverjüngung“, „schneller und …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Deutsche Wirtschaft profitiert von schärferen DatenschutzgesetzenBild: Deutsche Wirtschaft profitiert von schärferen Datenschutzgesetzen
Deutsche Wirtschaft profitiert von schärferen Datenschutzgesetzen
… in punkto Beweislast hätten es unseriöse Anbieter künftig deutlich schwerer: Sie müssten im Zweifelsfall den Nachweis erbringen, dass keine unzumutbare Belästigung stattgefunden hat. Marcus Ross, Geschäftsführer beim internationalen Telemarketing-Spezialisten Yields. Sales & Services (www.yields.de), begrüßt das scharfe Vorgehen gegen die schwarzen …
Bild: Alexander Graham Bell (Erfinder des Telefons) und § 7 UWGBild: Alexander Graham Bell (Erfinder des Telefons) und § 7 UWG
Alexander Graham Bell (Erfinder des Telefons) und § 7 UWG
… Menschenverstand wird dabei oftmals außer Acht gelassen. Aber was ist der § 7 UWG eigentlich, bzw. was soll er bezwecken? Nun, der § 7 UWG befasst sich mit dem Thema „Unzumutbare Belästigungen“ und ist ein Paragraf, der aus dem „Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb“ stammt. Nehmen wir hier einmal nur den Teil, der sich mit der genialen Erfindung des Herrn Bell zu …
Bild: Ungefragte Aufschaltung eines WLAN-Hotspots auf RouterBild: Ungefragte Aufschaltung eines WLAN-Hotspots auf Router
Ungefragte Aufschaltung eines WLAN-Hotspots auf Router
… Klägerin, eine qualifizierte Einrichtung nach § 8 Abs. 3 Nr. 3 UWG, sieht in dieser unaufgeforderten Einrichtung eines Wifi-Spots bei Verbrauchern eine unzumutbare Belästigung und eine aggressive Geschäftspraktik. Bisheriger Prozessverlauf: Die Klägerin verlangt von der Beklagten Unterlassung der Aktivierung des separaten WLAN-Signals, wenn dies mit den …
Aktuelle Urteile des Bundesgerichtshofes zum Thema E-Mail-Marketing
Aktuelle Urteile des Bundesgerichtshofes zum Thema E-Mail-Marketing
… Beschlüsse. 1. Newsletter-Versand: Laut § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG** stellt unter anderem auch Werbung unter Verwendung elektronischer Post (E-Mail und SMS) eine unzumutbare Belästigung dar, sofern keine Einwilligung des Adressaten vorliegt. Nach dem jüngsten Gerichtsurteil darf ein Newsletter daher von einem Internet-Anbieter nur an diejenigen Adressaten versendet …
Bild: Tell-a-friend: BGH schiebt Empfehlungs-E-Mails den Riegel vor
Tell-a-friend: BGH schiebt Empfehlungs-E-Mails den Riegel vor
… Berufs mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen zu fördern. Mangels Einwilligung des Empfängers könnte die Werbung gar als unzumutbare Belästigung nach Nummer 3 der Norm, eingestuft werden kann. Ein zu hartes Urteil? Damit ergeht ein außerordentlich hartes Urteil. Es lässt sich nämlich daran denken, dass die Emails …
Bild: Unzumutbare Belästigung? Rechtliche Rahmenbedingungen für Werbung und DirektmarketingBild: Unzumutbare Belästigung? Rechtliche Rahmenbedingungen für Werbung und Direktmarketing
Unzumutbare Belästigung? Rechtliche Rahmenbedingungen für Werbung und Direktmarketing
Am 13.Februar 2014, bietet Rechtsanwalt Axel Dreyer, Partner der Kanzlei Schürmann Wolschendorf Dreyer Rechtsanwälte einen Workshop zum Thema „Unzumutbare Belästigung? Rechtliche Rahmenbedingungen für Werbung und Direktmarketing“ im HAUS DER UNTERNEHMER in Duisburg an. Die direkte Ansprache des Verbrauchers ist für viele Unternehmen unerlässlich. Sie …
Pietätsgedanken im Werberecht – Zulässigkeit von Briefwerbung für Grabmale nach einem Todesfall
Pietätsgedanken im Werberecht – Zulässigkeit von Briefwerbung für Grabmale nach einem Todesfall
… lokalen Presse den Hinterbliebenen auf dem Postweg Werbeunterlagen für seine Produkte zukommen lassen. Hierin sah die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs eine unzumutbare Belästigung der Hinterbliebenen, vielmehr vertrat sie die Ansicht, es müssten zumindest vier Wochen seit dem Todestag vergangen sein. Die Vorinstanzen hatten sich bereits …
Bild: Vorsicht – Bestätigungsmail kann Werbung seinBild: Vorsicht – Bestätigungsmail kann Werbung sein
Vorsicht – Bestätigungsmail kann Werbung sein
… Vorsicht. Das Amtsgericht Berlin hat jetzt entschieden, dass die per E-Mail verschickte Bestätigung, dass für den Empfänger ein Kundenkonto eröffnet wurde, eine unzumutbare Belästigung darstellt, wenn der Empfänger tatsächlich gar kein Kundenkonto eröffnet hat. Der Geschäftsführer einer GmbH erhielt per E-Mail die Bestätigung eines Web-Shops, dass nun …
Für das Zusenden von Werbung per SMS/ Email ausdrückliches Einverständnis des Verbrauchers erforderlich
Für das Zusenden von Werbung per SMS/ Email ausdrückliches Einverständnis des Verbrauchers erforderlich
… Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vor. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG stellt unter anderem Werbung unter Verwendung elektronischer Post eine unzumutbare Belästigung dar, sofern keine Einwilligung des Adressaten vorliegt. Wird aber die Einwilligung durch ein sogenanntes „Opt-in“, also eine aktive Handlung des Nutzers, vorgenommen, ist sie wirksam. …
Bild: Muslimischer Gebetsruf über Lautsprecher erlaubt
Muslimischer Gebetsruf über Lautsprecher erlaubt
… Kläger durch die Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung nicht in eigenen Rechten verletzt. Der Muezzinruf stelle im vorliegenden Einzelfall keine rechtlich erhebliche Belästigung nach dem Landes-Immissionsschutzgesetz dar. Die für allgemeine und sogar reine Wohngebiete nach der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) …
Sie lesen gerade: Unzumutbare Belästigung durch Kreditkarte?