(openPR) Ein schlechter Schulabschluss, familiäre Probleme, keine Ausbildung, kein Job: So sieht die Welt des 20-jährigen Marvin aus Ingelheim aus. Er ist nur einer der Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren, die derzeit im Kreis Mainz-Bingen vom Pro Job Team – Jugend Scout des Internationalen Bundes e.V. (IB) betreut werden.
Das erste und vorrangige Ziel des Projektes ist, die Jugendlichen zu einem Schulabschluss, zu einem Ausbildungsplatz oder zu einer Arbeitsstelle hinzuführen, um damit Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden. „Pro Job Team – Jugenscout“ wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Mit diesen Mitteln werden viele wichtige arbeitsmarktpolitische Projekte des Landes kofinanziert.
Die Arbeit des Pro Job Teams ist für die ganze Region sehr wichtig. Denn Fakt ist: Im Hinblick auf die berufliche Karriere stehen die jungen Erwachsenen noch ganz am Anfang. Da sie nicht selten ohne Schulabschlüsse und Ausbildung sind, liegen noch Jahre ihrer Integration in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft vor ihnen. Hier gilt es vor allem, die kritische Phase der Berufsfindung mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen. Das pro Job Team ist so Vermittler zwischen Arbeitsmarkt, Arbeitsagentur, Jobcenter, den verschiedenen Maßnahmeträgern, den jungen Menschen und deren Eltern.
Marvin profitiert von dem Konzept im Rahmen der angebotenen Einzelfallhilfe durch die aufsuchende Arbeit. Er trifft Peter Leus (IB-Mitarbeiter) an individuell ausgesuchten Orten, die ein Gespräch unter Umständen produktiver werden lassen, als es in der nüchternen Atmosphäre eines Büros möglich wäre.
„Das besondere an unserer Tätigkeit ist, dass wir die Jugendlichen so auch an abgelegenen Orten erreicht werden und auch die Familie wie das soziale Umfeld besser kennenlernen und einschätzen können“, so Peter Leus, IB-Mitarbeiter im Pro Job Team. Das bedeutet für die Jugendlichen eine Art der Aufmerksamkeit, die ihnen vorher nie oder sehr selten entgegengebracht wurde. Marvin zum Beispiel entstammt einem zerrütteten Elternhaus, in dem Gewalt und Alkoholmissbrauch keine Seltenheim darstellen. Nach dem gescheiterten Versuch eine Ausbildungsstelle in einem kaufmännischen Beruf zu beginnen, besuchte er verschiedene Maßnahmen um sich weiter zu qualifizieren. Doch immer wieder wurde er enttäuscht und fiel schlussendlich in ein tiefes Loch, aus dem er ohne fremde Unterstützung kaum noch herausgekommen wäre.
Damit er wieder Boden unter den Füßen bekommt, vermittelte ihn seine Ansprechpartnerin beim Jobcenter Bingen im Rahmen einer Eingliederungsvereinbarung an das Pro Job Team des IB. Ein Glück für Marvin und eine sehr gute Entscheidung, denn zu diesem Zeitpunkt benötigte er zunächst, bevor es weiter gehen konnte, dringend eine Beratung.
„Ziel meiner Arbeit ist es, die jungen Menschen zu stärken, damit sie den Mut haben etwas Eigenes auf den Weg zu bringen. Sie sollen die Möglichkeit erkennen, dass sie sich selbst etwas aufbauen können“, so Peter Leus. Bei Marvin hat diese individuelle Beratung in jedem Fall viel Positives ausgelöst. Er hat sich hinsichtlich seines Berufswunsches umorientiert, macht in naher Zukunft ein Praktikum bei einem Friseur. Dort, so hofft er, bekommt er vielleicht auch die Chance einen Ausbildungsplatz.
Wenn man dem motivierten, höflichen jungen Mann heute gegenübersitzt, mag man kaum glauben, wie wenig Motivation und Selbstbewusstsein noch vor einigen Monaten bei ihm vorhanden war. „Ich habe durch die Beratungsgespräche sehr viel Selbstbewusstsein aufbauen können. Jetzt kann ich auch wieder richtig durchstarten“, so sein positives Statement. Die Unterstützung durch das Pro Job Team war für ihn wie für viele Jugendliche ein erster Schritt in eine positive und unabhängige Zukunft.
***













