(openPR) Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 27 Jahren die Möglichkeit, sich bürgerschaftlich sozial zu engagieren. So kann zwischen dem Schulabschluss und dem weiteren Berufsweg eine sinnvolle Orientierungsphase stattfinden, die sowohl der Gemeinschaft als auch der persönlichen Entwicklung in vielerlei Hinsicht dienlich ist.
Gefördert wird das FSJ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Der Internationale Bund betreut als gesetzlich zugelassener Träger derzeit über sein Büro in Mainz 135 jugendliche Freiwillige.
Eine dieser sozial engagierten jungen Menschen ist Ezgi Yiligin. Die junge Frau (21) absolviert seit dem 1. September 2009 ein Freiwilliges Soziales Jahr im Mainzer Altenheim. Die Entscheidung mit alten Menschen arbeiten zu wollen, hat sie ganz bewusst getroffen. „Ich engagiere mich gerne für die alten Leute. Ich wollte nicht in einen Kindergarten oder eine Jugendeinrichtung. Diese Einsatzstelle habe ich mir wirklich gewünscht. Hier fühle ich mich im Altenheim wirklich gebraucht und das gibt mir ein gutes Gefühl“, so die Freiwillige.
Heute ist der jungen Frau klar, dass sie nach dem FSJ eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen möchte. Früher sah es etwas anders aus. Nach dem Hauptschulabschluss war sich Ezgi zunächst sehr unsicher, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollte. Zuerst fand sie keine geeignete Lehrstelle, dann arbeitete sie in verschiedenen Minijobs. Nachdem sich eine innere Unzufriedenheit herauskristallisierte, wollte sie ihr Leben noch einmal in andere Bahnen lenken und entschied sich für den Freiwilligen Dienst. Da der Internationale Bund einer der gesetzlich zugelassenen Träger des FSJ in Mainz ist, bewarb sie sich dort und innerhalb kurzer Zeit, konnte sie die Arbeit in ihrer Wunscheinsatzstelle beginnen.
Heute unterstützt sie dort das Personal in der Altenpflege in vielen verschiedenen Bereichen. Sie kümmert sich um die Körperpflege, begleitet die alten Menschen beim Frühstück und Mittagessen, bezieht die Betten frisch und hat vor allem immer ein offenes Ohr: „Ich weiß, diese Menschen fühlen sich häufig alleine. Deshalb rede ich immer mit ihnen und versuche gut gelaunt zu sein. Auch, wenn sie mir nicht antworten – ich habe das Gefühl, meine positive Stimmung färbt auf sie ab“, erklärt die engagierte Freiwillige.
Doch neben der Arbeit in der Einsatzstelle soll beim FSJ auch Zeit zur Selbstreflexion und die persönliche Weiterbildung eingeräumt werden. Dies ist sogar gesetzlich geregelt. An mindestens 25 Tagen werden verschiedene Bildungsseminare angeboten und von den Freiwilligen besucht. Der Internationale Bund in Mainz bietet den von ihm betreuten Freiwilligen im regelmäßigen Abstand von etwa zwei Monaten fünf mehrtägige Bildungsseminare an. An diesen Tagen geht es um Reflexion, Problembewältigung, arbeitsfeldbezogene Themen und verschiedene andere soziale Fragestellungen. Im Rahmen einiger Seminare dürfen die Freiwilligen sogar selbst entscheiden, welche inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden. Wer später einen Beruf im sozialpflegerischen oder pädagogischen Bereich anstrebt, profitiert in besonderem Maße von diesem Angebot.
„Viele Jugendliche entdecken im FSJ verborgene Talente und Interessen. Wir stellen immer wieder fest, wie wertvoll die gesammelte Erfahrung im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres für die Jugendlichen ist. In ihren Einsatzstellen erwerben sie wichtige soziale, personale und instrumentale Kompetenzen wie sie im Rahmen der vorhergegangenen Schulausbildung nicht vermittelt werden können“, so die IB-Sozialpädagoginnen Brigitte Göbel und Anette Fleck.
Das Freiwillige Soziale Jahr bietet jungen Menschen unabhängig von ihrem Schulabschluss eine wertvolle Orientierungsphase. Die jüngste vom IB betreute Freiwillige ist derzeit 15 Jahre alt, der älteste 25. Dass das FSJ nur etwas für Abiturienten ist, die ihre Wartezeit auf einen Studienplatz verkürzen möchten, ist ein Trugschluss.
Es gibt viele Gründe eine solche Phase der persönlichen Weiterentwicklung einzuschieben: Wer keine Lehrstelle gefunden oder sein Studium abgebrochen hat, tut zum Beispiel gut daran, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Immerhin können die Jugendlichen in dieser Zeit auch in fachlicher Hinsicht einiges dazulernen, was ihnen bei späteren Bewerbungen dienlich sein könnte.
Ezgi Yiligin ist sich in jedem Fall sicher: „Das FSJ hat mir bisher schon viel gebracht. Ich denke, es wird für mich nach diesem Jahr leichter sein, einen Schulplatz im Bereich der Altenpflege zu bekommen. Immerhin bringe ich schon viele Kenntnisse mit und weiß wie der Alltag in diesem Job aussieht. Ein FSJ kann ich wirklich jedem empfehlen!“.
Wer sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr interessiert, kann jederzeit Kontakt mit den gesetzlich zugelassenen Trägern aufnehmen. Beim Internationalen Bund kümmern sich in Rheinland-Pfalz zwei Stellen, in Mainz und Kaiserslautern, um die FSJ-Anwärter. Regulär beginnt ein Freiwilliges Soziales Jahr jeweils im September, der Quereinstieg ist jedoch möglich.













