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Aufbruch oder Chaos

19.04.201117:55 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Aufbruch oder Chaos
Experten diskutieren über die Zukunft unseres Gesundheitswesens
Experten diskutieren über die Zukunft unseres Gesundheitswesens

(openPR) Berlin. Unser Gesundheitswesen steht am Scheideweg. Die zahlreichen Reformen, initiiert von den verschiedenen Bundesregierungen haben zu keinen wesentlichen Veränderungen geführt. Die seit Jahren geführten Diskussionen haben nicht den erforderlichen Durchbruch gebracht. Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement, DGbV e.V. veranstaltete den ersten Zukunftskongress. Über einhundert Experten aus dem Gesundheitsbereich trafen sich im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin zu einem Meinungsaustausch.
Der unwissende Patient
Nach Ansicht von Dr. John Weatherly, Präsident der DGbV sind neun von zehn Patienten nicht in der Lage die Qualität der Gesundheitsversorgung richtig einzuschätzen. Weiterhin fehlen in unserem Gesundheitswesen Evidenz und Evolution. Der Bürger und damit der Beitragszahler bleibt unwissend aufgrund von fehlender Bürgernähe. Auch das vielgepriesene Patientencoaching steckt noch in den Kinderschuhen. Patientencoaching bedeutet, insbesondere chronisch Kranken eine adäquate Ansprechperson zur Seite zu stellen, die ihn dabei unterstützt, seinen eigenen Beitrag zur Krankheitsbewältigung zu leisten. Dies fordert unter anderem auch die stellvertretende Bundesvorsitzende der BAG Selbsthilfe Hannelore Loskill.
Mit Patientencoaching kann man im Gesundheitswesen nicht nur Kosten einsparen, sondern die Behandlungsergebnisse verbessern. Sophia Schlette berichtete über ihre Erfahrungen bei dem amerikanischen Gesundheitsanbieter Kaiser Permanente. Seit 1945 auf dem Markt versorgt die Firma 8.6 Millionen Mitglieder in 9 Staaten. 15.000 Ärzte und 45.000 Pflegekräfte kümmern sich um die Gesundheit der Mitglieder. Was in Deutschland schier unmöglich erscheint ist bei Kaiser Permantente an der Tagesordnung:
Der Patient bekommt zügig einen Termin bei dem Arzt seiner Wahl. Ist ein Termin vereinbart besteht keine Wartezeit in der Praxis. Der Arzt hat immer 15 Minuten für die Anliegen des Patienten Zeit und ist obendrein bereits gut vorbereitet. Fragen vom Patienten werden auch per Telefon oder E-Mail beantwortet. Mail Anfragen werden binnen Stunden präzise, knapp und verständlich beantwortet. Im Krankheitsfall wird der Patient von einem Pflegedienst besucht, der sich als Fallmanager um die Gesundheit des Kranken mit dem Ziel kümmert, dass der Patient schnell wieder gesund wird. Die Pflegekraft betreut den Patienten daheim. Dabei werden umfassende Leistungen wie im Krankenhaus erbracht. Dadurch fallen erheblich weniger Kosten an, als eine Behandlung in der Klinik. Medikamente werden an den Patienten nur in der Menge verblistert abgegeben, wie sie auch benötigt werden.
Patientenzentriertes Fallmanagement ist keine Erfindung aus den USA. Kerstin Blum von der Bertelsmann Stiftung berichtete, dass durch ein patientenzentriertes Fallmanagement in der kanadischen Provinz Quebec der Behinderungslevel bei den Patienten nach vier Jahren um 14 Prozent gesenkt werden konnte. Weiterhin gab es um 20 Prozent weniger Notfallaufnahmen in den Kliniken. Unterm Strich entstanden den Kostenträgern keine höheren Ausgaben.
Mit einem entwickelten Coaching Programm werden chronisch Kranke alle sechs Wochen jeweils 2 ½ Stunden geschult. Unter anderem lernen die Patienten die Krankheit zu verstehen, körperliches Training und die richtige Einnahme der Medikamente. Erfahrene Chronisch Kranke geben ihr Wissen an neue Patienten weiter. Die Patienten schulen sich also untereinander. Die Hausarztbesuche nahmen so um 7 % ab, die Facharztbesuche um 10, die Notfallaufnahmen um 16 Prozent. Eine Untersuchung bei 80.000 Patienten zeigte eine Reduzierung der Medikamente von 36 Prozent, insbesondere bei Schmerzmitteln und Psychopharmaka.
Karl Cattelaens, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rheuma Liga bemängelt die mangelnden Basiskenntnisse vieler Ärzten bei der Versorgung von Rheumak ranken. Ebenso die fehlenden Fachärzte für Rheumakranke in Deutschland. Mit dem Modellvorhaben der „Rheuma Lotsen“ werden seit Beginn 2010 Rheumakranke in den Regionen von Heilbronn und Leipzig von Experten betreut. Die Kranken werden beraten und es soll eine bessere Vernetzung und Versorgung ermöglicht werden. Der Rheumalose soll den Kranken außerdem mehr zu ihren Rechten verhelfen.
In Deutschland scheint die Ökonomie oft wichtiger als Qualität im Gesundheitsbereich zu sein. So haben wir in Deutschland noch einen erheblichen Bettenüberhang in den Kliniken. Ein Drittel der vorhandenen Bettenkapazität ist nach Ansicht von Andrea Fischer, ehemalige Gesundheitsministerin, überflüssig. Es klammern sich auf Landesebene zu viele Landräte und Kommunalpolitiker an diesen Bettenberg. Er kostet den Steuerzahler über 7 Milliarden Euro, so Waetherly.
Durch die Einführung des elektronischen Rezeptes könnten nach Ansicht von Walter Oberhänsli in Deutschland 300 Millionen Euro eingespart werden. Der Präsident des Verwaltungsrates der Zur Rose Gruppe aus Kreuzlingen,Schweiz, bemängelt die Monopolisierung im deutschen Apothekenmarkt. So werden Wettbewerb und Realisierung der Kosteneinsparpotentiale v on mindestens zwei Milliarden Euro verhindert.
Professor Dr. med. Gisela Fischer von der Medizinischen Hochschule Hannover forderte dass der Patient im Zentrum aller Überlegungen steht. So muss die Eigenverantwortung der Patienten gestärkt werden. Dies kann aber nur durch einen Wandel des Blickwinkels erfolgen. Mehr Selbstbestimmung und weg vom paternalistischem System forderte die Medizinerin. Ansonsten droht Rationalisierung - es steht viel auf dem Spiel, so die Gesundheitsexpertin Fischer.

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