openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Riester-Rente: Was bleibt von der Altersvorsorge übrig?

15.04.201117:02 UhrVereine & Verbände

(openPR) Unter der Schlagzeile: Bund fordert halbe Milliarde zurück, berichtet das ZDF:

„Der Bund hat offenbar von mehr als 1,5 Millionen Vorsorgesparern die staatlichen Zuschüsse zur Riester-Rente zurückgefordert. Es handelt sich um Fälle, in denen die Voraussetzungen für staatliche Förderung nicht oder nicht mehr erfüllt sind.“ In ähnlicher Weise berichtet die Financial Times Deutschland.



Das Desaster mit den staatlichen Zuschüssen bei der Riester-Rente ist aber nur ein Teil der ganzen Wahrheit!
Bereits in der ARD-Monitor-Sendung vom 22.05.08 gab es hochinteressante Enthüllungen über den wahren Wert der staatssubventionierten Riester-Renten. Als Ergebnis kann man festhalten: Den größten Nutzen aus diesem neuen Versorgungsweg haben eindeutig die Versicherer. Der Staat will angeblich die private Vorsorge fördern, weil die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht, stellt Subventionsmittel bereit, nutzt damit aber weniger (oder vernachlässigbar gering) dem Versicherten als vielmehr der Versicherungswirtschaft. Als Begründung lieferte die Monitor-Sendung interessante Einblicke in die Kalkulation der Versicherungen. Grundlage jeder Rentenkalkulation ist die Sterbetafel: denn man braucht eine brauchbare Aussage über die Sterbewahrscheinlichkeit der Versicherten. Welche „mittlere Lebenserwartung“ ist bei den Versicherten zu unterstellen? Sterbetafeln werden in regelmäßigen Abständen vom Statistischen Bundesamt ermittelt. Für eine Gesamtbetrachtung der Bevölkerung muss auf Daten einer Volkszählung zurückgegriffen werden, die sich aber nur in sehr langen Intervallen wiederholen. In den Jahren dazwischen werden stichprobenweise ermittelte Daten für Aktualisierungen verwendet. Eine Sterbetafel weist bezogen auf je 100000 weibliche und männliche Einwohner aus, welche Sterbefälle in den einzelnen Jahrgangsstufen zu erwarten sind.
Da man den Gesamtzeitraum von ca. 100 Jahren nicht „abwarten" kann, werden für die statistische Bevölkerung einer Sterbetafel "Alterskohorten" gebildet, also für jede Jahrgangsstufe festgestellt, welche Sterbefälle (z. B. bei 40-jährigen Männern) es gegeben hat. Diese für jede Alterskohorte ermittelten Werte werden dann in der Sterbetafel auch für jede fiktive Altersstufe angesetzt, so dass sich das Gesamtbild des Absterbens einer unterstellten statistischen Bevölkerung ergibt.
Es ist einsichtig, dass dieses Rechnen mit augenblicklich herrschenden Sterbewahrscheinlichkeiten in den einzelnen Alterskohorten nicht ohne weiteres für eine zukünftig zu erwartende Lebenserwartung aussagekräftig ist.
Wenn es denn also so weiter gehen sollte mit dem medizinischen Fortschritt, der ausreichenden Versorgung und einer gesunden Umwelt, dann könnte wohl mit einer weiteren „Überalterung" gerechnet werden. Aber: Natur- oder AKW-katastrophen, Epidemien, Kriege oder Unterversorgung sind nicht auf alle Zeit auszuschließen und könnten für eine schlagartige Änderung der Sterbewahrscheinlichkeiten sorgen. In diesem Unsicherheitsfeld bewegt sich die Versicherungswirtschaft natürlich völlig einseitig. Nur die Risiken einer größeren Überalterung werden ins Feld gerührt. Vertriebs- und Verwaltungskosten und eine kalkulatorische Gewinnmarge eingerechnet und zum guten Schluss ein ordentlicher Risikozuschlag berechnet. Solange das in Maßen erfolgt, ist dagegen sicherlich noch nicht viel zu sagen. Aber die Kalkulation wird nicht offen gelegt. Das Bundesamt für Finanzwesen (BaFin) kontrolliere ja alles - dieses hat aber auch schon die Landesbanken genau kontrolliert - und nicht Alarm geschlagen!
Das Bemerkenswerteste kommt aber noch: Die Aktuare (früher "Finanzmathematiker" genannt) berechnen für die Lebensversicherer eigene Sterbewahrscheinlichkeiten. Man will erkannt haben: „Menschen mit selbstfinanzierter Altersversorgung leben länger" Umkehrschluss aus dieser Erkenntnis: „Wenn du arm bist, musst du früher sterben". Das rechtfertigt nach Meinung der Versicherer, wesentlich höhere durchschnittliche Lebenserwartungen zu unterstellen. Der Aktuar Peter Schramm hat dazu in der Monitor-Sendung bezeugt, dass die Versicherer mit einer Lebenserwartung von 98 Jahren kalkulieren und der Versicherte etwa 87 Jahre alt werden müsste, um überhaupt etwas mehr als die eingezahlten (minimal) verzinsten Beiträge wie die Subventionen des Staates zu kassieren. Natürlich sterben Versicherte auch vor dem Rentenbezug, das Kapital ist dann weg, da nicht vererbbar, landet zunächst in den Rücklagen der Versicherer - aber an wen werden dann die zu reichlichen Rücklagen verteilt? Die These der Versicherer, dass Menschen mit Eigenvorsorge länger leben, könnte natürlich die Frage aufwerten, wie denn dann bei den Superreichen mit den großen Versicherungssummen kalkuliert wird. Wer so alt wie Methusalem wird, kann natürlich dann nur eine relativ kleine Rente bekommen. Dumm ist nur, dass gerade die Riester-Rente eine ganz gewöhnliche Zusatzversorgung für alle sein will. Bei dieser Sachlage dürfte keine höhere Lebenserwartung als bei der Durchschnitts-bevölkerung unterstellt werden. Diesen Zusammenhang hat die Versicherungswirtschaft bis jetzt noch nicht gesehen! Versehen oder Abzocke?

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 529898
 1917

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Riester-Rente: Was bleibt von der Altersvorsorge übrig?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

„Wohn-Riester“: RE/MAX fordert schnelle Umsetzung
„Wohn-Riester“: RE/MAX fordert schnelle Umsetzung
… SPD auf die Einbeziehung von Wohneigentum in die staatlich geförderte Riester-Rente verständigt. „Die eigene Wohnung oder das eigene Haus sind noch immer die beliebteste Form der Altersvorsorge. Es war an der Zeit das auch bei der Riester-Rente deutlich zu machen“, so Andreas Scheidt. Er ist einer der beiden Regionaldirektoren bei RE/MAX Deutschland …
Bild: Riester-Rente Plus: Neues Altersvorsorgeprodukt von ING-DiBa und der HannoverschenBild: Riester-Rente Plus: Neues Altersvorsorgeprodukt von ING-DiBa und der Hannoverschen
Riester-Rente Plus: Neues Altersvorsorgeprodukt von ING-DiBa und der Hannoverschen
… für Kunden der ING-DiBa und deren Ehepartner erhältlich. Mit der Riester-Rente Plus bietet die ING-DiBa erstmals ein spezielles Produkt für die Altersvorsorge (http://www.ing-diba.de/altersvorsorge/vorteile/) an. Die Kooperation zwischen ING-DiBa und der Hannoverschen führt zwei starke Unternehmen zueinander und vereint passgenau die Vorteile des kosteneffizienten …
MWB Vermögensverwaltung AG - „Private Vorsorge ein Muss für jedermann“
MWB Vermögensverwaltung AG - „Private Vorsorge ein Muss für jedermann“
… Kapitalauszahlung zu haben – Alternativen zur Riester-Rente finden Anleger nach Meinung der MWB Vermögensverwaltung AG am renommierten Finanzplatz Schweiz. Für Arbeitnehmer wird die private Altersvorsorge immer wichtiger. So macht die gesetzliche Rente selbst nach einer theoretischen Lebensarbeitszeit von 45 Jahren nur knapp 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens …
Bild: Deutsche Vermögensberatung (DVAG) rät, zusätzliche Vergütung in private Altersvorsorge zu investierenBild: Deutsche Vermögensberatung (DVAG) rät, zusätzliche Vergütung in private Altersvorsorge zu investieren
Deutsche Vermögensberatung (DVAG) rät, zusätzliche Vergütung in private Altersvorsorge zu investieren
… höhere Löhne, so die DVAG. „Das ist Grund zur Freude, aber auch zum Nachdenken. Ein guter Vorsatz für 2011 könnte ja auch sein, die persönliche Altersvorsorge aufzustocken“, sagt Dr. Ralf-Joachim Götz, Chefvolkswirt der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). „Wer etwa sein Plus auf dem Konto für die private Altersvorsorge einsetzt, hat mehr Lebensqualität …
Riester Rente in der Kritik – Immer weniger Vertragsabschlüsse in 2013
Riester Rente in der Kritik – Immer weniger Vertragsabschlüsse in 2013
Die Riester Rente wurde 2002 als staatlich geförderte Altersvorsorge von der Bundesregierung eingeführt. Immer wieder in der Kritik, muss die Riester Rente beweisen, dass sie sich als ergänzende Altersvorsorge zur gesetzlichen Rentenversicherung lohnt. Riester Rente im Vergleich zu den Vorjahren 610.000 Kunden haben im vergangenen Jahr eine Riester Rentenversicherung …
Bild: Betriebliche und private Riester-Rente im direkten VergleichBild: Betriebliche und private Riester-Rente im direkten Vergleich
Betriebliche und private Riester-Rente im direkten Vergleich
Seit 2002 haben Arbeitnehmer das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Sie können ihren Arbeitgeber verpflichten, einen Teil ihres Gehaltes direkt in eine betriebliche Riester-Vorsorge einzuzahlen (Entgeltumwandlung). Gebrauch macht von diesem Recht kaum einer – und das ist auch gut so. Neben dem Recht auf Entgeltumwandlung können Anleger ebenfalls …
Betriebsrente und Riester Rente – Vergleich der Vorsorgemöglichkeiten
Betriebsrente und Riester Rente – Vergleich der Vorsorgemöglichkeiten
… der der Arbeitnehmer nur aus eigener Tasche einzahlt, fällt im Vergleich zur staatlich geförderten Riester Rente dürftig aus. Lohnen kann sich die betriebliche Altersvorsorge (bAV) jedoch, wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt. Betriebs- oder Riester Rente – ein Plus zur gesetzlichen Rentenversicherung Bis 2012 wurden bereits 16 Millionen Riester Rente …
Bild: Sinkende Nachfrage bei Riester-Rente – interessante AltersvorsorgeBild: Sinkende Nachfrage bei Riester-Rente – interessante Altersvorsorge
Sinkende Nachfrage bei Riester-Rente – interessante Altersvorsorge
Die Nachfrage bei der Riester-Rente hat aktuell nachgelassen, obwohl die Riester-Rente eine der attraktivsten Sparformen für die private Altersvorsorge darstellt. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in seiner aktuellen Pressemitteilung (28.5.2008) mitgeteilt hat, lies die Nachfrage nach Riester-Verträgen um 5,6 Prozent im …
Bild: RiesterRente jetzt noch attraktiverBild: RiesterRente jetzt noch attraktiver
RiesterRente jetzt noch attraktiver
… Die Riester-Vorsorge erlebt eine Renaissance Die Riester-Rente erlebt eine enorme Nachfrage. Auch der Staat wirbt mit immer mehr Zulagen für die staatlich geförderte Altersvorsorge, daher wurden viele bürokratischen Hürden beseitigt. Zwei wesentliche Änderungen fanden statt: Riester-Vorsorger können seit 2005 einen Dauerzulagenantrag stellen, der für …
Bild: BGH-Urteil: Kürzung einer Riesterrente unzulässigBild: BGH-Urteil: Kürzung einer Riesterrente unzulässig
BGH-Urteil: Kürzung einer Riesterrente unzulässig
Was ist die Riester-Rente? Grundlagen der staatlich geförderten AltersvorsorgeZiel und Entstehung der Riester-RenteDie Riester-Rente ist eine der bekanntesten Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge in Deutschland. Sie wurde im Jahr 2002 eingeführt, um die Versorgungslücke zu schließen, die durch die Absenkung des Rentenniveaus in der gesetzlichen …
Sie lesen gerade: Riester-Rente: Was bleibt von der Altersvorsorge übrig?