openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Dem Klima angepasst – Bauweisen in verschiedenen Klimazonen

11.04.201116:02 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Dem Klima angepasst – Bauweisen in verschiedenen Klimazonen
Lehm zählt zu den ältesten Baumaterialien der Menschheit. Noch heute lebt ein Drittel der Menschen in Lehmhäusern © Fraunhofer IBP
Lehm zählt zu den ältesten Baumaterialien der Menschheit. Noch heute lebt ein Drittel der Menschen in Lehmhäusern © Fraunhofer IBP

(openPR) Lehmhütte oder Glasfassade – kaum größer können die Gegensätze beim Bauen sein. Und doch haben diese extrem unterschiedlichen Bauweisen ihre Berechtigung, denn Bauen in der kalten Klimazone der Erde verläuft anders als beispielsweise in tropischen Regionen. Versetzt man Baukonstruktionen unseres gemäßigten Klimas einfach in andere Klimazonen, sind unbehagliches Raumklima, hoher Energieverbrauch oder gar Bauschäden vorprogrammiert. Welche Strategien sind erforderlich, um klimagerechte Bauten umwelt- und Ressourcenschonend zu errichten und den Nutzern thermische Behaglichkeit zum Wohnen und Arbeiten zu schaffen? Ein international ausgerichtetes Promotionskolleg bietet bis zu zehn Doktoranden die Chance, unter fachkundiger Betreuung ihre Arbeit zum Themenfeld klimagerechtes Bauen zu erstellen. Der Fokus des Kollegs richtet sich auf die Entwicklung nachhaltiger Bau- und Sanierungskonzepte auf der Grundlage regional- und klimaspezifischer traditioneller Bauweisen und wurde vom Lehrstuhl für Bauphysik der Universität Stuttgart sowie vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik ins Leben gerufen.




»Will man nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit neue Gebäude bauen oder bestehende sanieren, dann ist die Bautätigkeit den soziokulturellen Verhältnissen und den klimatischen Bedingungen so anzupassen, dass bei Wahrung der örtlichen Baukultur eine landestypische und von den Bewohnern akzeptierte Architektur entsteht« ist die Überzeugung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Sedlbauer. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Bauphysik an der Universität Stuttgart sowie Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik und sieht in diesem Projekt die Verquickung von Forschung und Lehre im klassischen Fraunhofer’schen Sinne. »Mein Ziel ist die Ausbildung von erstklassigen Bauingenieuren. Die erfolgreichen Absolventen können bald selbst einen Beitrag für ihr Land leisten, indem sie die Grundlagen des klimagerechten Bauens in ihrem Land in die Praxis umsetzen«.

»Aktuelle Ereignisse wie die nukleare Katastrophe im japanischen Fukushima rütteln an der Technikgläubigkeit. Wir brauchen daher neue Konzepte für Städtebau, Neubauvorhaben und insbesondere die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Gebäudebestandes«, führt Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung aus. «Hierzu kann man aus den über Jahrhunderte erprobten passiven Klimatisierungsstrategien regionaler Gebäudetypologien lernen, um mit heutigen technischen Möglichkeiten und für heutige Komfortanforderungen optimierte Lösungen zu entwickeln. Die Disziplin der Bauphysik kann in diesem Kontext eine zentrale Rolle einnehmen«.

Im Laufe der Zeit haben Menschen mit jeweils passenden Baumethoden auf das jeweilige Klima reagiert. »Eine gute Gebäudedämmung hat nicht nur etwas mit dem Schutz vor Kälte zu tun«, sagt Markus Zwerger von der Sto AG. »Betrachtet man den Wärmeschutz weltweit, hat – je nach Klimazone – der sommerliche Schutz vor Wärme im Süden vor dem winterlichen Schutz vor Kälte ein Übergewicht. Dämmen ist jedoch in beiden Fällen notwendig und sinnvoll«.

Prof. Schew-Ram Mehra vom Lehrstuhl für Bauphysik hat die Fäden in der Hand, wenn es um die inhaltlichen Schwerpunkte und die wissenschaftliche Koordination des Promotionskollegs »Climate – Culture – Building« geht. Das Kolleg ist ein europa- und weltweit einmaliges Projekt und hat zum Ziel, die Grundlagen des klimagerechten Bauens zu erforschen. »Dies ist erforderlich, da die „moderne“ Architektur die Grundprinzipien der traditionellen Bauweise aus den Augen verloren hat. Wir müssen die vernakulare Architektur besser studieren, um daraus für das klimagerechte Bauen der Zukunft zu lernen. Insbesondere müssen die Prinzipien des klimaangepassten Bauens in der Architektur und Bauingenieurausbildung verankert werden«, betont Mehra.

Unsere Zukunft wird noch weitaus städtischer geprägt sein als die Gegenwart, denn bereits im Jahr 2025 werden etwa 61 % der Weltbevölkerung in Metropolen leben. Auf rund die Hälfte beläuft sich die gegenwärtige Zahl. In jüngster Zeit entstehen weltweit neue Städte in bisher unbekannter Dimension und Dynamik. Dabei stehen sich zwei Haltungen gegenüber. Die eine setzt darauf, die in den westlichen Industrieländern Entwicklungen, technisch orientierten Standards weltweit zu kultivieren. Die andere Position argumentiert mit den lokal unterschiedlichen, klimatisch und kulturell definierten Rahmenbedingungen. Sie sollen unter Vermeidung aufwändiger Technologie der Ausgangspunkt für den Entwurfsprozess komplexer Gebäude sein. Jedoch geben globale Trends, wie der Klimawandel, Ressourcenverknappung und die Energiepreisentwicklung einer klimaangepassten Architektur gegenüber einer unabdingbaren energieeffizienten Nutzung zunehmend mehr Gewicht.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 527982
 878

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Dem Klima angepasst – Bauweisen in verschiedenen Klimazonen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Bild: Neue Version der Fraunhofer IBP-Software WUFI Pro® kommt auf den MarktBild: Neue Version der Fraunhofer IBP-Software WUFI Pro® kommt auf den Markt
Neue Version der Fraunhofer IBP-Software WUFI Pro® kommt auf den Markt
Die am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP entwickelte Berechnungssoftware WUFI® Pro hat sich längst als Standardwerkzeug für die Beurteilung des Feuchteschutzes der Gebäudehülle am Markt etabliert. Am 19. April erscheint die neue Version 6.0 mit vielen optischen und funktionalen Verbesserungen. Mit WUFI® Pro erfolgt die eindimensionale Berechnung des hygrothermischen Verhaltens von Bauteilen im Regelquerschnitt, unter anderem unter Berücksichtigung von Baufeuchte, Schlagregen, solarer Einstrahlung, langwelliger Abstrahlung, Kapillartranspo…
Bild: Neue Personalien am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBPBild: Neue Personalien am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Neue Personalien am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Innerhalb der letzten Wochen hat es am Fraunhofer IBP personelle Veränderungen gegeben. Seit März 2016 ist Prof. Dr. Gunnar Grün neuer stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IBP. Prof. Dr. Hartwig Künzel erhielt am 8. April eine Honorarprofessur an der Universität Stuttgart. Honorarprofessur für Dr. Hartwig M. Künzel Die Universität Stuttgart hat einen neuen Honorarprofessor in ihren Reihen begrüßt. Am 8. April nahm Dr. Hartwig M. Künzel die Ernennungsurkunde von Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität, entgegen. Künzel bri…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: GIH- Bundesverband reist um die WeltBild: GIH- Bundesverband reist um die Welt
GIH- Bundesverband reist um die Welt
… breite Zustimmung. Zum Abschluß der Veranstaltung machten sich die Teilnehmer auf den Weg zu einer Reise um die Welt. Entlang des achten Längengrads erlebte man im Klimahaus 8°Ost unterschiedliche Klimazonen und konnte Auswirkungen des Klimawandels unter realen Bedingungen erfahren. GIH intensiv 04 wird im Mai 2010 in Madrid oder Freiburg stattfinden.
Bild: Schwarze Tatzen, weißes FellBild: Schwarze Tatzen, weißes Fell
Schwarze Tatzen, weißes Fell
… ihren Lebensraum verlieren. Was es ganz genau damit auf sich hat, können Eisbärenfans im Band „Klima – Ergründen und schützen“ nachlesen. Darin besucht Benny Blu die Klimazonen der Erde und erklärt anschaulich, wie das Klima entsteht. Begriffe wie Klimaerwärmung und Treibhauseffekt und deren Folgen werden kindgerecht und mit einfachen Worten erklärt. …
Bild: Kinderexpedition Meer und Küste Ostern 2018 – Jetzt Anmelden!Bild: Kinderexpedition Meer und Küste Ostern 2018 – Jetzt Anmelden!
Kinderexpedition Meer und Küste Ostern 2018 – Jetzt Anmelden!
… Balje wo sich die Kinder mit Flora und Fauna der Marschenlandschaft auseinandersetzen. Am folgenden Tag steht das Klimahaus Bremerhaven auf dem Plan. Hier geht es um die Klimazonen und die Veränderung des Klima über Jahre hinweg auf der Erde. Anschließend beschäftigen sich die Kinder in dem deutschen Schifffahrtsmuseum mit der Geschichte und dem Bau …
MAGIC BOX inszeniert »Nasenreisen« im Klimahaus® Bremerhaven
MAGIC BOX inszeniert »Nasenreisen« im Klimahaus® Bremerhaven
… auf 11.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine spektakuläre Wissens- und Erlebniswelt. Wissenschaftlich fundiert werden ab dem 27. Juni 2009 Daten, Fakten und Phänomene zu den Klimazonen unserer Erde spannend aufbereitet präsentiert und für alle Sinne erlebbar gemacht. Die Duftinszenierungen von Magic Box an mehreren Stationen der »Reise« lassen die …
Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost
Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost
… einem nachhaltigen Schutz des Klimas bestehen. Hauptattraktion ist der Ausstellungsbereich „Reise“. Dort können die Besucher auf insgesamt 4.800 Quadratmetern Fläche die unterschiedlichen Klimazonen der Erde und die dortigen Lebensmöglichkeiten hautnah am Beispiel von neun „Reise“-Stationen erleben. Alle Vorbilder für diese Stationen liegen wie auch …
Bild: HABITAT - Traditionelle Bauweisen für den globalen WandelBild: HABITAT - Traditionelle Bauweisen für den globalen Wandel
HABITAT - Traditionelle Bauweisen für den globalen Wandel
… mit umfassenden Beiträgen das globale Wissen und Können regionaler Bauweisen zusammengetragen. Dabei nehmen sie die Verbindung zwischen Umwelt und gebautem Lebensraum in den fünf Klimazonen der Erde – tropisch, trocken, gemäßigt, kontinental und polar – gründlich unter die Lupe. Einführende Essays zeigen die Einflüsse von Klima, Geologie, Gesellschaft, …
Bild: Im Trend - Cool Climate-Rotweine mit wenig AlkoholBild: Im Trend - Cool Climate-Rotweine mit wenig Alkohol
Im Trend - Cool Climate-Rotweine mit wenig Alkohol
… Küche von heute prägen den aktuellen Geschmack der Konsumenten in Sachen Wein. „Cool Climate“ lautet da die Antwort der Winzer. Insbesondere der Rotweinanbau in gemäßigten Klimazonen gewinnt international zunehmend an Bedeutung. Denn der Trend geht zu bekömmlichen und frischen Rotweinen mit klarer Frucht. Die langsame Zuckerbildung ist der Grund für …
Bild: ASC installiert Klimahaus - Eine abenteuerliche Reise durch Wind und Wetter um die ganze WeltBild: ASC installiert Klimahaus - Eine abenteuerliche Reise durch Wind und Wetter um die ganze Welt
ASC installiert Klimahaus - Eine abenteuerliche Reise durch Wind und Wetter um die ganze Welt
… einzigartig, aber zugleich auch inhaltlich an die Stadt angelehnt ist. Die Kombination von Klima und Wetter war ideal, weil es in Bremerhaven Wetterphänomene aus praktisch allen Klimazonen der Erde gibt, die Stadt durch die Nähe zur Nordsee in einer der größten deutschen Urlaubsregionen liegt und mit dem vor Ort ansässigen Alfred-Wegener-Institut für …
Bild: XL-Schuhhändler schuhplus verlost Freikarten für Klimahaus BremerhavenBild: XL-Schuhhändler schuhplus verlost Freikarten für Klimahaus Bremerhaven
XL-Schuhhändler schuhplus verlost Freikarten für Klimahaus Bremerhaven
Super-Summer-Verlosungsaktion bei Übergrößenhändler aus Dörverden Einmal um die Welt reisen und die Klimazonen der Erde erleben: Von den Schweizer Bergen geht es durch die Wüste der Sahelzone und das Packeis der Antarktis, entlang des Südseestrands von Samoa und wieder zurück an die Nordseeküste. Im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost begeben sich die Besucher …
„Klimahaus Bremerhaven“ erhält Klima-Verdienstkreuz
„Klimahaus Bremerhaven“ erhält Klima-Verdienstkreuz
Die Klima-Hotels haben diese Woche das Klima-Verdienstkreuz dem „Klimahaus Bremerhaven“ verliehen. Hinter dem Klimahaus steckt eine Ausstellung rund um die Klimazonen und den Klimawandel auf unserer Erde. Die Klima-Hotels möchten mit dieser Auszeichnung das Engagement des Klimahauses würdigen, alle Menschen für die Themen Klima, Klimawandel, Natur und …
Sie lesen gerade: Dem Klima angepasst – Bauweisen in verschiedenen Klimazonen