(openPR) Das Heft 1/2011 der bereits im vierten Jahr im Verlag Vopelius in Jena erscheinenden kulturhistorischen Vierteljahreszeitschrift „Weimar-Jena – Die große Stadt“ liegt als Themenheft zu Friedrich Nietzsches Krankheit vor. Es betrachtet die seinerzeit als „progressive Paralyse“ diagnostizierte Hirnkrankheit, mit der der Philosoph 1889/90 in der Jenaer Psychiatrischen Klinik Aufnahme fand, bevor er seine letzten Lebensjahre bis 1900 in der „Villa Silberblick“ in Weimar in geistiger Umnachtung verbrachte. In fünf eingehenden Studien widmen sich Psychiater, Philosophen und Historiker Nietzsches letztem Jahrzehnt und den Aspekten seiner Krankheit und deren Nachwirken. Sie zeigen das Bild von Nietzsche als „kranken Genie“ auf, kritisieren die alte ärztliche Diagnose aus neuester psychiatrischer Anamnese, werfen einen Blick in den klinischen Alltag des Patienten in Jena mit den maßgeblichen „Irrenärzten“ Otto Binswanger und Theodor Ziehen, untersuchen den späteren Umgang mit seiner „Jenaer Krankenakte“ und zeigen die noch lange nachwirkende Zivilisationskritik des „kranken“ Nietzsche am Beispiel einer 1927 ausgetragenen literarischen Kontroverse auf.
Auch der nicht medizinisch vorgebildete Leser wird nach der Lektüre zum Schluss kommen, dass damit die Diskussion um die körperliche Dimension von Nietzsches Leiden neu angestoßen wird.











