(openPR) Die Finanzierung von Unternehmen, unabhängig von Ihrer Größe stellt für alle Beteiligten eine Herausforderung dar. Wenn es um die Versorgung des Unternehmens mit Kapital für den laufenden Betrieb oder die anstehende Investition geht, führt der Weg in der Regel erst einmal zur Hausbank. Bestenfalls ist man dort schon lange bekannt und steht in gutem Kontakt zu „seinem“ Bankberater. Das Verhältnis ist freundlich offen und vertrauenswürdig. Dies allein reicht bekanntlich nicht um einen günstigen Kredit zu bekommen.
Der EU-Ausschuss für Bankenaufsicht hat 2007 in Basel Richtlinien für Banken beschlossen, die die Risiken der Kreditvergabe regeln. Allgemein bekannt unter dem Begriff Basel II. Infolge der Wirtschaftskrise wurden im September 2010 weitere Regelungen beschlossen. (Basel III) . In der Praxis bedeutet das, Banken müssen für jeden bewilligten Kredit einen eigenen Eigenkapitalanteil des jeweiligen Kreditvolumens als „Risikopuffer“ hinterlegen und zwar abhängig von der Bonität des Kunden. Diese wird durch das sogenannte Rating ermittelt.Entscheidungen über die Höhe von Krediten, Zinsen, Konditionen sowie der Sicherheiten hängen davon ab, wie hoch das Kreditrisiko ist. Unternehmen mit schlechter Bonität werden mit höheren Zinsen“bestraft“ oder erhalten im schlechtesten Fall sogar überhaupt keinen Kredit. Eine Forderung der Aufsichtsbehörde besteht auch darin, dass Kreditentscheidungen nicht „im Markt“ also durch den freundlichen Kundenberater getroffen werden, sondern in einem davon getrennten Bereich, dem Kreditrisiokomanagment..
Daraus folgt, dass an die einzureichenden Unterlagen höhere Ansprüche gestellt werden, als das in früherer Zeit der Fall war. Die an der Kreditentscheidung beteiligten Bankmitarbeiter müssen sich mit Hilfe der vorliegenden Unterlagen ein umfassendes Bild vom Zustand des Unternehmens machen können. Hierzu wird auf die vergangenheitsbezogenen Daten aus den Jahresabschlüssen und den unterjährigen Berichten zurückgegriffen. Aber gerade die jetzt vorzulegenden Jahresabschlüsse weisen aufgrund der vorangegangenen Krisenjahre möglicherweise keine zufriedenstellenden Ergebnisse aus.
Hier setzt die Arbeit aber auch die Chance des Unternehmers, der Unternehmerin ein. Es gilt nun ungünstige Entwicklungen der Vergangenheit zu bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft zu entwerfen. Die sogenannten weichen Faktoren beziehen sich auf die Qualifikation des Unternehmers, der Unternehmerin, Nachfolgeregelung, Markt, Marktpositionierung, Kundenkreis, Stabilität von Kundenbeziehung,Konkurrenzsituation und nicht zuletzt Vorsorgeregelungen für den Notfall.Große Bedeutung wird auch der Beziehung von Kunde und Bank beigemessen. Transparenz, die Bewertung von Kontobewegungen sowie die Ausnutzung der Kreditlinien und Einhaltung von Zahlungsvereinbarungen hat unmittelbar Einfluss auf die Bewertung des Unternehmens. Wichtig ist, dass die Banken klare Antworten auf ihre Fragen bekommen, zeitnah informiert werden und so Vertrauen geschaffen wird. Damit werden zugleich die entscheidenden Fragen der Unternehmensführung beantwortet und der Unternehmer, die Unternehmerin qualifiziert sich als gleichberechtigter Geschäftspartner.





