(openPR) Die Kaufkraft der Europäer wächst wieder. Nach den massiven Rückgängen im Jahr 2009 stieg das Kaufkraftvolumen in Europa im vergangenen Jahr um rund 2,3%. Damit befinden wir uns jedoch noch immer unter dem Vorkrisenniveau von 2008. Auch konnte die Kaufkraft nicht in allen Ländern Europas wieder wachsen, in manchen Staaten gab es sogar zum zweiten Mal in Folge Kaufkraftrückgänge.
Die Kaufkraft zeigt auf, wie hoch das Nettoeinkommen inklusive Transferleistungen der Bewohner eines Landes ist. Es ist nicht nur ein wichtiger Indikator für den Wohlstand der Bevölkerung, sondern auch die wichtigste Grundlage für Investitionsentscheidungen im Einzelhandel.
Trend: 2010: Kaufkraft der Europäer wächst wieder!
Nachdem im Krisenjahr 2009 die Kaufkraft der Europäer um 3,7% nominell zurückging, konnte diese im vergangenen Jahr um 2,3% zulegen. Aktuell verfügt ein Europäer im Schnitt über rund 11.750 EUR im Jahr, was in Summe einer absoluten Kaufkraft von 7,9 Billionen Euro in Europa entspricht. Das Vorkrisenniveau konnte damit allerdings noch nicht erreicht werden.
Österreichs Kaufkraft hat auch im vergangenen Jahr um 2,5% zugelegt.
Trend: Der Abwärtstrend konnte in vielen Ländern gestoppt werden!
Während 2009 über 20 Länder in Europa mit Kaufkraftrückgängen leben mussten, waren es 2010 nur mehr 7 Staaten. Die meisten Länder konnten den Abwärtstrend in puncto Kaufkraft also stoppen. Auch in den „Krisenländern“ Ungarn (+1,7%), Portugal (+1%) oder Griechenland (+0,1%) stieg die Kaufkraft im vergangenen Jahr leicht, doch das Vorkrisenniveau wurde nicht überall wieder erreicht.
Trend: Superreiche wohnen in den Alpen, im Norden und an der Cote d`Azur!
Nach absoluter Kaufkraft betrachtet, sind die reichsten Länder und Regionen Europas in den Alpen (Schweiz, Österreich, Norden Italiens), im Norden (Norwegen, südlicher Teil von Großbritannien) sowie in Frankreich an der Cote d`Azur zu finden. Die höchste Kaufkraft nach Länder erreicht Liechtenstein mit über 38.000 EUR pro Kopf, die niedrigste Kaufkraft hat ein Moldauer mit nur 673 EUR pro Kopf.
Europas Kaufkraft erholt sich!
Die Kaufkraft der Europäer ist im Jahr 2010 um 2,3% nominell gestiegen. Nach dem Rückgang von 3,7% im Jahr 2009 bedeutet dies, dass das Vorkrisenniveau in Sachen Kaufkraft (aus dem Jahr 2008) noch nicht wieder erreicht werden konnte. Pro Kopf betrug das durchschnittliche Kaufkraftniveau eines Europäers im Jahr 2010 etwa 11.750 Euro, 2008 waren es rund 12.000 EUR gewesen.
Die Österreicher konnten die Krise gut überstehen. Mit einem Anstieg im Jahr 2009 von 0,7% und von sogar 2,5% im Jahr 2010, zeigt sich die Kaufkraft der Österreicher absolut krisenfest.
Leichte Erholung, Vorkrisenniveau jedoch nicht überall erreicht!
War das Krisenjahr 2009 ein besonders ernüchterndes auch in puncto Kaufkraft, so konnte 2010 der Abwärtstrend in vielen europäischen Ländern gestoppt werden. Während 2009 mehr als 20 Länder Kaufkraftverluste hinnehmen mussten, gab es 2010 nur mehr 7 Länder mit Rückgängen: Litauen, Lettland, Irland, Kroatien, Bulgarien, Zypern und Estland.
In den Baltischen Staaten sowie in Irland und Kroatien ging die Kaufkraft sogar zum zweiten Mal in Folge zurück.
Auch konnte nicht in allen Ländern, die 2010 Kaufkraftsteigerungen registrierten, das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. So wuchs Islands Kaufkraft im Jahr 2010 zwar um 4%, dies aber nach einem massiven Kaufkraftverlust von 12% im Jahr 2009. Ebensowenig konnten Griechenland, Spanien oder Großbritannien das Kaufkraftniveau vor der Krise erreichen.
Unter den Ländern mit sehr positiver Entwicklung finden sich etwa Polen (+5,2%), die Slowakei (+3,5%), Österreich (+2,5%) oder Tschechien (+2,3%).
Reiches und armes Europas zugleich!
Die Europäer sind zwar im Schnitt betrachtet reicher als viele Bewohner anderer Kontinente, jedoch gibt es auch in Europa sehr arme Regionen. So verfügt ein Moldauer nur über rund 1,7% von der Kaufkraft eines Liechtensteiners. Selbst bei einer Berücksichtigung des unterschiedlichen Preisniveau kann davon ausgegangen werden, dass in den ärmsten Ländern Europas das Geld oftmals nicht einmal für die Abdeckung der Grundbedürfnisse ausreicht.
„Zwar gab es in Osteuropa gute Wachstumsraten und auch nach der Krise wird die Dynamik in manchen Ländern, wie Polen, Tschechien, Slowakei oder Rumänien wieder einsetzen. Dennoch: Wir haben in Europa auch ganz arme Länder, wie die Republik Moldau, Albanien oder auch die Ukraine“, betont Ruhsam.
Manche CEE-Länder bewegen sich rund 20 Jahre nach der Wende auf dem Niveau Westeuropas: So stehen einem Slowenen rund 9.050 EUR pro Jahr und damit nahezu gleich so viel wie einem Portugiesen (9.300 EUR) und mehr als einem Malteser (8.500 EUR) zur Verfügung.
Wie der Wohlstand in Europa verteilt ist, zeigt auch die untere Karte: Mit einer durchschnittlichen Kaufkraft pro Kopf von über 20.000 EUR im Jahr, sind die Länder Liechtenstein, Luxemburg, Schweiz und Norwegen die reichsten Europas. Die ärmsten Länder (Moldau, Albanien, Ukraine, Weißrussland, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina) verfügen über eine durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft im Jahr von weniger als 2.000 EUR.
Definition Kaufkraft:
Unter Kaufkraft wird das verfügbare Einkommen einer Person oder eines Haushaltes verstanden. Es inkludiert alle Einkünfte inkl. Transfereinkünften abzüglich Steuer und verpflichtender Sozialabgaben. Die Kaufkraft erfasst somit all jene Geldmittel, die einer Person oder einem Haushalt zur Verfügung stehen, unabhängig davon ob diese für den privaten Konsum aufgewendet oder gespart werden. Die Angaben zur Kaufkraft gelten pro Jahr.













