(openPR) Mit nur wenigen Ausnahmen – Österreich, Dänemark, Luxemburg oder Polen – gin-gen 2009 die Einzelhandelsumsätze in ganz Europa zurück. Das ist die Bilanz der von RegioData Research aktuell erhobenen Zahlen zum Einzelhandel in Europa. Am stärksten betroffen waren im vergangenen Jahr Länder wie die Ukraine, das Balti-kum, Kroatien oder Rumänien. Österreich hingegen erreichte ein nominelles Plus von 1,3% und legte damit ein beachtliches Ergebnis vor.
Trend: Einzelhandelsumsatz rettet Österreich-Bilanz!
Die stabil gebliebene Konsumnachfrage im vergangenen Jahr hat zu einer positi-ven Entwicklung der Einzelhandelsumsätze beigetragen. So stiegen diese im Jahr 2009 nominell um 1,3%. Entgegen den Erwartungen hat der österreichische Konsument auch im vergangenen Jahr kräftig konsumiert, das Angstsparen blieb trotz Hiobsbotschaften aus. Mitverantwortlich: die trotz Krise steigende Kaufkraft.
Trend: Europas Einzelhandel hatte ein schwieriges Jahr!
Mit Rückgängen zwischen "homöopathischen" 0,2% in Norwegen bis hin zu star-ken Einbrüchen von mehr als 20% in der Ukraine hatte der europäische Einzel-handel ein schwieriges Jahr 2009 zu bewältigen. Der Konsum ging insbesondere auf Grund von steigender Arbeitslosigkeit und Einschnitten bei Konsumkrediten zurück.
Trend: Katerstimmung am Baltikum, in der Ukraine und am Balkan!
Mit Ausnahme von Estland mussten die baltischen Staaten, die Ukraine sowie Kroatien und Rumänien zweistellige Rückgänge beim Einzelhandelsumsatz hin-nehmen. Am untersten Ende des Rankings ist jedoch auch ein westeuropäisches Land zu finden: Irlands Einzelhandelsumsatz ging im Jahr 2009 auch um nahezu 10% zurück.
Trend: Europas höchste Quadratmeterumsätze im Norden!
Mit einem durchschnittlichen Brutto-Quadratmeterumsatz von knapp 6.000 Euro dürfen sich Einzelhändler in Norwegen über den europäischen Spitzenwert freu-en. Es folgen die weiteren nordischen Länder Finnland, Dänemark und Schwe-den. Aber auch Russland schafft es – bedingt durch die verhältnismäßig geringe Verkaufsfläche in die Top Plätze. In Österreich liegt dieser Wert bei rund 3.900 Euro.
Österreicher zeigen sich von der Krise unbeeindruckt!
Trotz der befürchteten Konsumeinbrüche und des BIP-Rückgangs von 3,6% für 2009 blieben die Einzelhandelsumsätze in Österreich sehr stabil. Mit einem nominellen Plus von 1,3% erreich-te Österreich eines der besten Ergebnisse in Europa.
„Die Nachfrage der Österreicher blieb im vergangenen Jahr trotz Krise stabil. Mit ein Grund ist die steigende Kaufkraft, immerhin über 1% im Krisenjahr 2009", erklärt Mag. Mark Ruhsam, Marketingleiter bei RegioData Research. „Obwohl Österreich kein so großer Markt, wie bei-spielsweise Deutschland oder Frankreich ist, haben sich die Österreicher selbstbewusster als manch andere westeuropäische Konsumenten gezeigt.“
In Deutschland ging im Vergleichszeitraum der nominelle Einzelhandelsumsatz um über 2% zurück.
Einzelhandel in Europa stagniert!
Insbesondere in den im letzten Jahrzehnt von starken Wachstumsschüben verwöhnten osteuro-päischen Ländern sind die Einzelhandelsumsätze 2009 zurückgegangen.
Am dramatischsten war die Situation in der Ukraine, wo der Einzelhandel in Summe einen Rückgang von mehr als 20% hinnehmen musste. Ebenfalls Rückgänge im zweistelligen Bereich mussten auch Litauen, Lettland, Kroatien und Rumänien hinnehmen. In Irland lag der Rückgang bei nahezu 10%. Mit einer Stagnation beziehungsweise kleineren Rückgängen können sich Län-der wie Dänemark, Luxemburg, Norwegen oder Polen angesichts der Ergebnisse der anderen europäischen Länder mehr als zufrieden zeigen.
„Die Angst um den Arbeitsplatz, die erstmals seit langem sinkende Kaufkraft sowie der Wegfall von Konsumkrediten sind die Hauptfaktoren, die zu einem vorsichtigeren Konsumentenverhal-ten letztes Jahr geführt haben“, kommentiert Mag. Ruhsam diese europäische Einzelhandelsbi-lanz. „Gerade in Osteuropa ist viel auf Pump konsumiert worden, mit der Finanzkrise wurde der Kredithahn zugedreht.“
Für das laufende Jahr kann jedoch mit einer leichten Erholung in vielen europäischen Ländern gerechnet werden.
Quadratmeterumsatz erreicht Spitzenwert im Norden!
Mit rund 6.000 Euro ist der höchste Quadratmeterumsatz im europäischen Einzelhandel in Nor-wegen zu finden. Bei der Flächenproduktivität gibt es ein deutliches Nord-Süd Gefälle. Alle nor-dischen Länder sind daher in diesem Ranking vorne zu finden. Doch auch Russland weist einen hohen Quadratmeterumsatz aus. Dem riesigen Bevölkerungspotenzial stehen aktuell nur rund 0,29 m² Einzelhandelsfläche pro Kopf zur Verfügung (in Österreich rund 1,72 m²). Die Kombi-nation aus geringer Verkaufsflächendichte und einem enormen Konsumentenpotenzial führen zu einem im europäischen Vergleich hohen Quadratmeterumsatz.
Der Quadratmeterumsatz im österreichischen Einzelhandel liegt bei circa 3.900 Euro, damit im europäischen Mittelfeld und höher als Deutschland mit etwa 3.400 Euro pro Quadratmeter. Ob-wohl in Österreich eine sehr hohe Verkaufsflächenausstattung zu finden ist, ergibt sich dank der hohen Kaufkraft sowie der Umsätze aus dem Ausland (Einkaufstourismus) eine entsprechend gute Flächenproduktivität.













