(openPR) Augsburg, 16. Februar 2011. Anlässlich der 26.c4b-Veranstaltung spricht der Präsident des BDS Bayern, Ingolf W. Brauner über den Begriff des ehrbaren Kaufmanns. Die Eintrittsgelder werden in voller Höhe gespendet an GEFKUM e.V., ein Verein, der sich die Förderung und Erhaltung kleiner und mittelständischer Unternehmen auf die Fahne geschrieben hat und durch die Vorsitzende Frau Ulrike Wimmer vorgestellt wurde. Die Gäste diskutieren im Anschluss an den Vortrag angeregt und kritisch über die Inhalte und die Umsetzungsfähigkeit im heutigen beruflichen Alltag.
16. Februar 2011, Prinz-Karl-Palais Augsburg, Restaurant Haupt: Vornehmlich Unternehmer und Unternehmerinnen fanden sich zur 26. c4b-Veranstaltung ein, um zu hören, was der amtierende BDS-Präsident von Bayern, Ingolf W. Brauner, zu dem seit dem Mittelalter bestehenden Begriffs des „ehrbaren Kaufmanns“ vorbereitet hatte.
Verträge per Handschlag
Bereits nachweislich seit dem 12. Jahrhundert wird in Europa das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns in Kaufmannshandbüchern gelehrt. Seine europäischen Anfänge finden sich im mittelalterlichen Italien und dem norddeutschen Städtebund der Hanse. Ehrbar ist, wer sich durch praktische Fähigkeiten auszeichnet (Lesen, Schreiben, Rechnen), diese mit den richtigen Charaktereigenschaften kombinieren kann (Menschenkenntnis, Organisationstalent, Weitblick) und sich letztendlich auch durch tugendhaftes Verhalten auszeichnet (Vertrauen schaffen, Toleranz, Friedensliebe, Höflichkeit, Ehrlichkeit).
Diese und weitere Verhaltensweisen finden sich im Ehrenkodex des ehrbaren Kaufmanns. Grobe Verstöße gegen diesen Kodex zogen im Mittelalter noch sehr harte Strafen nach sich. Wer sich beispielsweise nicht an einen Vertrag per Handschlag hielt, dem wurde die Hand abgeschlagen.
CSR – Corporate Social Responsibility
Heute spricht man – wohl auch aus Gendergesichtspunkten – nicht mehr nur vom ehrbaren Kaufmann, sondern schmückt sich mit der „unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung“ – die, so Ingolf W. Brauner, leider oftmals nur scheinheilig ist.
Er bat zu bedenken, dass es sich nicht mehr um ein ehrbares Verhalten, im Sinne der mittelalterlichen Definition, handeln würde, wenn nach außen hin beispielsweise soziale Einrichtungen mit hohen Geldsummen unterstützt werden würden, innerhalb des Unternehmens die Ehrenhaftigkeit und Verantwortung an der eigenen Nasenspitze enden würde.
Keine Selbstverständlichkeit (mehr)
Nach Ehre und Gewissen zu handeln, derartige Tugenden überhaupt zu besitzen gilt heute als etwas Besonderes, was es – fast schon als Alleinstellungsmerkmal – herauszustellen gilt. Nachhaltigkeit im Denken und im Handeln zu bewahren und seine Kunden und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht auszunehmen oder zu betrügen, sollten aber Selbstverständlichkeiten sein und bleiben.
Aber alle anderen tun es doch auch!
Die nachfolgende Diskussion verlief sehr angeregt und beleuchtete zahlreiche Aspekte. Einig waren sich die Diskutierenden, dass der ehrbare Weg heute auch der steinigere ist, der langfristig persönlichen Erfolg bescheren kann. Wenn man gleichzeitig aber immer häufiger beobachten könne, dass mit unehrbaren Methoden leichter und schneller Umsatz und Gewinn zu machen sei, und „es“ eigentlich doch jeder tun würde, dann würde das Festhalten an Werten und ehrbaren Überzeugungen umso schwerer.
Doch ist der ehrbare Weg auch eine Möglichkeit, tägliche „Psychohygiene“ walten zu lassen, oder einfach ausgedrückt: Ein ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Festhalten an den ehrbaren Werten, sich nicht abbringen zu lassen und der Glaube daran, dass sich das Gute langfristig durchsetzen wird, blieben als optimistischer und auf jeden Fall unterstützenswerter Tenor.
Und wenn ein Unternehmen trotz Ehrenhaftigkeit in Schwierigkeiten kommt?
Dann kann die GEFKUM e.V. helfen. Frau Ulrike Wimmer, derzeitige Vorsitzende des Vereins erklärte, was sich hinter den vielen Buchstaben verbirgt. Die GEFKUM ist die Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung kleiner und mittelständischer Betriebe. Sie hat es sich auf die Fahne geschrieben, den Mittelstand nach Kräften zu fördern. Der Mittelstand stellt nach wie vor das feste Fundament der Wirtschaft dar.
Der Mittelstand vereint rund 99,7% aller umsatzpflichtigen Unternehmen, in ihm sind 65,9 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt, er erwirtschaftet 38,3 % aller Umsätze und 83% aller Auszubildenden finden hier ihre Lehrstelle. Mittelständler und kleine Betriebe stehen häufig ganz und gar für ihr Unternehmen ein. Wenn dieses dann – aus welchen Gründen auch immer (Hochwasserschaden, Unfall des Geschäftsführenden oder ähnliches) – in Schieflage gerät, hilft die GEFKUM. Ulrike Wimmer zeigte, dass die GEFKUM, gegründet 1968, ein Baustein des gelebten Zusammenhaltes unter Unternehmern und Unternehmerinnen ist, der den Begriff des ehrbaren Kaufmanns am Leben hält.
Am Ende des Abends verließen die Gäste die für connect4benefit eigens und kostenlos zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten des Restaurant Haupts mit dem positiven und gleichsam realistischen Gedanken, dass Ehrenhaftigkeit eine anstrengende Tugend ist, die es auf alle Fälle zu bewahren gilt.
connect4benefit ist eine Benefizinitiative, die von Rebel-Management-Training seit 2006 organisiert wird. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.connect4benefit.com













