(openPR) Berlin – Die Wirtschaftsinitiative „no abuse in internet“ (naiin) hat am Montag ihre Kritik am AOL-Sicherheitsrat verteidigt. Ein AOL-Sprecher sowie der Chef des AOL-Sicherheitsrats, Wolfgang Schulz, hatten am Wochenende auf die naiin-Kritik reagiert und der Initiative vorgeworfen, im Interesse von Konkurrenzunternehmen zu argumentieren.
„Unsere Kritik ist berechtigt“, verteidigte Arthur Wetzel, Präsident von naiin, seine Äußerungen vom Freitag. Naiin gehe es ausschließlich um die Sache – und zwar um eine nachhaltige Bekämpfung von Internet-Kriminalität sowie dem Schutz der Online-Gemeinde vor dieser. „Uns in diesem Punkt eine Interessensvertretung der AOL-Konkurrenz vorzuwerfen, ist lächerlich und zeigt zugleich, dass wir mit unserer Kritik offenbar genau ins Schwarze getroffen haben“, so der naiin-Präsident.
Wetzel hatte am Freitag die AOL-Initiative als nicht nachvollziehbaren Alleingang kritisiert und die Frage aufgeworfen, warum das Unternehmen diesen Beitrag nicht im Rahmen der bereits seit Januar bestehenden und von der Bundesregierung unterstützten Aktion „Deutschland sicher im Netz“ eingebracht hat. In der Initiative haben sich zahlreiche Branchengrößen wie Microsoft, eBay, SAP, VeriSign und T-Online aber auch Einrichtungen wie die Freiwillige Selbstkontrolle Mutimedia (FSM), MCert, das deutsche Kinderhilfswerk und der Deutsche Städte- und Gemeindebund zusammengeschlossen.
Das von einem AOL-Sprecher vorgebrachte Argument, der Provider sei bereits über die FSM an dieser Aktion beteiligt, lässt naiin nicht gelten. „Eine direkte und aktive Beteiligung von AOL an der Initiative gibt es derzeit nicht“, bestätigte auch Marcus Ross, Geschäftsführer von VeriSign Deutschland. Sein Unternehmen ist Mitglied der branchenübergreifenden Sicherheitsinitiative.
Es gehe nicht darum, die Idee dieses Sicherheitsrates zu kritisieren, betonte Wetzel. „Wir zweifeln aber den Erfolg und den Mehrwert einer Institution an, die von vornherein das Branding eines bestimmten Unternehmens trägt.“ Es wäre auch für das lobenswerte Anliegen dieses Sicherheitsrats wünschenswert gewesen, wenn die gesamte Branche von Beginn an involviert worden wäre.
Für das bisherige weltweite Engagement des US-Providers fand der naiin-Präsident lobende Worte: „Die Bemühungen von AOL im Kampf gegen Online-Kriminalität und um ein sicheres Medium ‚Internet’ sind herausragend. Das Unternehmen hat seine gesellschaftliche Verantwortung nicht nur erkannt, sondern nimmt diese auch wahr.“ AOL sei ein Vorbild für viele andere Anbieter, die noch nichts oder nur wenig gegen den zunehmenden Missbrauch des Internet unternommen haben.
Bildmaterial:
http://www.naiin.org/de/images/other/arthur_wetzel_big.jpg (Arthur Wetzel)
Hintergrund: naiin e.V.
naiin e.V. - der Verein gegen Missbrauch im Internet - wurde im August 2000 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen namhafte Personen, Organisationen und diverse Unternehmen der IT-Branche, wie z.B. die Strato Medien AG, 1 & 1 Internet AG und die DENIC eG (Registrierungsstelle für .de-Domains). Unter Vorsitz von Arthur Wetzel, traten in den letzten Jahren Unternehmen wie Tiscali und VeriSign Deutschland bei. Schirmherr von naiin ist Prof. Dr. Helmut Thoma, früherer Chef des Privatsenders RTL.
Seit November 2000 unterhält naiin die Meldestelle "netwatch". Bei dieser können Internet-Nutzer rechtswidrige Internet-Inhalte beanstanden. In seiner Eigenschaft als Institution der Freiwilligen Selbstkontrolle geht naiin den eingehenden Hinweisen nach und ergreift technische sowie juristische Maßnahmen gegen rechtswidrige Inhalte und deren Urheber. Hinweise nimmt naiin unter www.naiin.org oder via E-Mail an






