(openPR) 18. DEZEMBER 2010 – 31. JANUAR 2011
ERÖFFNUNG | 17. DEZEMBER | 19 – 21 UHR | PROJECT SPACE | AUGUSTSTRASSE 50 B | 10119 BERLIN
Berlin Art Projects freut sich sehr, Sie zur Eröffnung der Einzelausstellung von Osman Dinç am Freitag, 17. Dezember, 19 – 21 Uhr einzuladen. Unter dem Titel “ L’age de fer. Tam Tam.“ präsentiert die Galerie die erste Einzelausstellung des türkischen Künstlers in Deutschland.
Wie Noten auf einer lautlosen Partitur treten die Werke Osman Dinçs als klare Formen, die sich harmonisch wiederholen, im Raum hervor. Es liegt etwas Leichtes, Spielerisches in ihnen: Das Eisen überlässt sich der Hand des Künstlers, der dessen Rauheit in feine, stilisierte Formen verwandelt und das zarteste Gesicht des Metalls hervorkehrt. Man kann in den Werken Dinçs Reste seiner Kindheit in der Natur sehen, die Spuren einer ikonoklastischen, islamischen Ausbildung oder den Einfluss seiner Besuche im Museum für Archäologie in Ankara. Und das mag wahr sein, doch ist es nicht relevant. Dinç interessiert sich für das Treffen mit dem Medium; es ist eine Art respektvolle Zeremonie, die der Künstler mit dem festen Vorsatz „nichts zu verschwenden“ durchführt. Eisen repräsentiert sich im Leben, ist somit ein großer Bestandteil der Erde. Die Plastiken sind die Materialisierung des Wunsches, aus dem Rohstoff ein Werk mit der geringst möglichen Intervention zu schaffen. Die Ruhe der Arbeit wird durch die Erscheinung der Formen unterbrochen, die in ihrer Wiederholung eine Komposition schaffen, in der jedes Werk das vorherige ergänzt. Es gibt keine Erzählungen in den Arbeiten, jedoch eine Verkettung von Ereignissen in der Zeit. So gesehen ist das Schaffen von Osman Dinç ein unvollständiger Prozess, dessen Entwicklung immer auf die Vergangenheit verweist. Die Formen, die der Künstler schafft, selbst in ihrer minimalen Abstraktion, erinnern uns an die Werkzeuge, die auf dem Land verwendet werden. Sie sind archetypische Figuren aller Kulturen, verwurzelt irgendwo in unserem kollektivem Gedächtnis. Dinç scheint, in einer Art Rückkehr zu den Ursprüngen, sie aus der Tiefe des Vergessens hervorzuholen und ihnen einen Platz in unserer heutigen Zeit zu geben. Dies geschieht nicht ohne Humor: So ergänzt der Künstler den Ausstellungstitel um den lautmalerischen Anklang an eine pompöse Präsentation, um nicht zu archaisch und ernst zu werden.
Osman Dinç (*1948, Türkei) schließt 1969 sein Studium in Malerei an der Gazi Schule ab. 1972 Umzug nach Paris, wo er an der Pariser Akademie der bildenden Künste studiert. 1993 erhält er den UNESCO Prize. Seine Werke werden in internationalen Institutionen wie dem Museum für moderne Kunst in Taipeh, dem Kunstmuseum Tokio und Istanbul Modern sowie auf der 4. Biennale von Istanbul gezeigt. 2003 nimmt er am ersten internationalen Steinskuptur Symposium an der Universität von Hacettepe teil. Seit 1977 arbeitet er als Lehrer an der Ecole Nationale De Beaux-Art Bourges in Paris.













